18. Juli 2018, 22:28 Uhr

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18. Juli 2018, 22:28 Uhr
GW

»Sport, Gott & die Welt« begleitet und ergänzt im Internet die Zeitungs-Kolumnen von »gw«. Ab und an veröffentlichen wir Auszüge, stark gekürzt und leicht bearbeitet, zuletzt vor mehr als einem Vierteljahr – es wird also wieder Zeit für den »Rück-Blog«. Wer mehr davon lesen will: Bitte klicken Sie rein.

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Freitag, 6. April: E-Bike in Reparatur. Also aufs alte Treckingrad. Ganz schön happig am Berg, wenn man es nicht mehr gewohnt ist. Immerhin: Ich komme noch hoch, auch die letzte 15-Prozent-Steigung. Der Nachbar, der leicht amüsiert zuschaut, wenn ich mit dem Pedelec fahre, sieht mich heute nicht. Ich würde ihm gerne zurufen: Siehste, ich kann’s noch! – Kommentar meiner Nächsten: Armer Wicht!

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Sonntag, 8. April. Bienen, Vögel, Artensterben usw. Die Gründe sind ja bekannt. Flurbereinigung und Co. Monokulturen, riesige Flächen. Aber wie war das früher in der Ostzone? Damals oft nach Berlin geflogen, erst Tempelhof, dann Tegel. Die Zonengrenze von oben beeindruckend sichtbar: Im Westen ein Flickenteppich aus kleinsten Rechtecken, im Osten riesige einfarbige Flächen. Kilometerlange und -breite Monokulturen. Wie war das dort mit den Vögeln und Bienen? Wir alten BRDler wussten es nicht, der Eiserne Vorhang hielt dicht. Aber alte Ossis müssten es uns erzählen können.

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Montag, 9. April. Irgendwer hat irgendwann einmal einen »Doppelpack geschnürt«, seitdem geistert der Geschnürte in jedem Spielbericht herum, in dem ein Spieler mehr als ein Tor geschossen hat. Wer schnürt wirklich? Ich weiß es natürlich, denn mein erster Berufswunsch war Förster (nach Verschlingen der Schneider-Buch-Reihe »Horst wird Förster«, »Horst und das Raubwild« usw.). Danach erst sattelte ich auf Schlagersänger um. Und wer schnürt? Der die Gans gestohlen hat.

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Donnerstag, 12. April. Politikerin. MdB. Sportpolitisch aktiv. Doping-Bekämpferin. Auf Facebook postet sie, was sie alles treibt. Vor allem in der Welt herumfliegen. Gute Gespräche führen mit Gleichgesinnten. Ich sehe mir die Posts an und habe ein zwiespältiges Gefühl. Ich kann es nicht benennen. Nein, ich will es nicht.

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Montag, 23. April. Mit 89,99 km nach Hause gekommen. Geht nicht. Lenker hoch, mal kurz am Vorderrad gedreht. 90,00. Gut so. Später Ehrgeiz selbst auf dem Pedelec.

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Montag, 21. Mai. Es brodelt in der Gesellschaft, viel mehr, als öffentlich bekannt wird. Ich höre es auch, wenn ich mal in der Gruppe mit dem Rad unterwegs bin. Menschen meines Alters, mit ähnlichem Lebensweg, beruflich erfolgreich, materiell abgesichert, oft Akademiker, oft ehemals erfolgreiche Sportler, alles andere als Dumpfbacken – aber wenn ich höre, was sie jetzt zur Lage der Nation, der Gesellschaft, der etablierten Politik, Europa, den Flüchtlingen usw. sagen, was aus ihnen herausbricht ... Hauptthema: Weidel und ihre »ganz großartige« Rede. Ich habe sie weder gehört noch nachgelesen. Ich hoffe zu meinen Gunsten, ich wäre entsetzt. Ich fürchte zu meinen Ungunsten, ich könnte manchem zustimmen.

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Sonntag, 10. Juni. Geknallt hat es diesmal bei uns nicht. Die Gewitter zogen am Berg vorbei. H., der mich nachher zur viertägigen Radtour an der Weinstraße abholt, sagte mir gestern, dass bei ihm in A., nur Luftlinie ca. 12 km entfernt, alle Starkregen vorbeigezogen sind und sein Nussbaum zu vertrocknen droht. Das Wetter ist wie die Welt. Fast überall kracht es, nicht jeden trifft es, aber nirgendwo dräut es nicht, und allen wird mulmig. Fataler Unterschied: Wetter ist Wetter, Welt ist Klima.

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Sonntag, 24. Juni. Das Mitleid, das Erbarmen mit den Schwächsten, davon habe ich schon oft im Blog geschrieben, über die Allerschwächsten, die ohne Mitleid und Erbarmen weckende Kameras auf dem Weg durch Afrika oder Asien elendiglich verrecken, weil sie dem Ruf der Kanzlerin gefolgt sind. Das ganze Dilemma steckt auch in den westlichen Rettern, den unfreiwilligen Geschäftspartnern der Schlepper. Was sollten sie aber tun? Die Menschen, die es bis ans Ufer des Mittelmeers geschafft haben, verrecken lassen, um viele andere vom Weg ins Verderben abzuhalten? Zum Glück schreibe ich nur eine Sportkolumne.

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Sonntag, 8. Juli. Gelesen, Leica produziere in Wetzlar, meiner halben Heimatstadt, jetzt auch Leica-Uhren. Mechanische, mit Glasabdeckung, sodass man das Uhrwerk sehen kann. Das könnte mir gefallen, denke ich, ich bin zwar kein Uhrenfan, aber für solch eine würde ich sogar um die 200 Euro ausgeben. Preise werden in dem Artikel nicht angegeben, also googele ich. Und damit ist die Sache für mich erledigt. »Die Uhr ist ab 10 000 Euro zu haben.«

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Sonntag, 15. Juli. Text von Michael Horeni in der FAS, Titel: »Selbst-Knockout«, darüber, »wie der DFB im Fall Özil seine Glaubwürdigkeit verspielt und der Bundestrainer den Verband hängen lässt«. Klingt nach harter Aburteilung. Aber bitte keine Todesstrafe! Ich bin für mediale Prügelstrafe für den DFB und Freispruch für Löw, aber mit Kontaktverbot bei der Nationalelf und ohne Bewährung als Bundestrainer. (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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