02. Juli 2018, 22:22 Uhr

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02. Juli 2018, 22:22 Uhr
GW

Leer liegt das Land. Die bunten Fahnen weinen / So sinnlos itzt das Treiben allumher.

(»Alles kaputt« von Thomas Gsella in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

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»Kasan« steht ab sofort in einer Reihe mit »Córdoba« und »Gijón«: als Chiffre für eine dieser finstersten Stunden, die auch jenen Kindern einmal etwas sagen wird, deren Eltern sich heute noch nicht mal kennen. (Christof Kneer/SZ online)

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Entsetzen wiegt wie Blei in müden Beinen, / Und wer kein Haus hat, baut sich keines mehr.

(Gsella/FAZ)

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Selten war ein Slogan wie #ZSMMN so daneben. So etwas Unverständliches konnte nur in geistiger Umnachtung entstehen. (Frank Hellmann in der Frankfurter Rundschau)

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Oder die Oberarme, Joachim Löws Oberarme. (...) Kraftvolle Oberarme sind das, mit Turnermuskeln, in engen T-Shirts mit Ärmelchen, welche die Oberarme kamerafreundlich betonen. Wenn ein 58-jähriger Mann so aussieht, verrät er etwas über sich, das er vermutlich nicht verraten will. (aus einem Leitartikel von Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer )

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Dieses Spiel hat die Kehrseite einer professionellen neuen Spielergeneration sichtbar gemacht. (...) Sich auf dem Platz selbst zu helfen, fällt den Internatskindern manchmal schwer. Es ist die Generation, die mit dem Navi aufgewachsen und aufs Navi angewiesen ist, aber im Falle eines Navi-Versagens keine Landkarten mehr lesen kann. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)

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Politisch war das (...) absolut lobenswert. Keine Sekunde länger als nötig haben sich unsere Sportkameraden im Unrechtsstaat Russland aufgehalten. (Thomas Stillbauer in der FR)

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Löws Team spielte starr, fantasielos und schrecklich früh angstzerfressen. Sagt all dies nun etwas über das Land aus? Natürlich. (...) Wenn es nun eine deutsche Krankheit zu beklagen gibt, dann ist es diese: der sture Glaube an Bewährtes, an Strukturen, die einst funktionierten; die Verweigerung von Einschnitten und Veränderung. Es ist der Versuch, einen nicht konservierbaren Status irgendwie bitte, bitte doch zu konservieren. (Brinkbäumer/Spiegel)

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Die WM-Mannschaft (...) zeigt sich (...) als ein Schatten ihrer selbst – beherrscht von Männern, die nur noch in stehendem Zustand als die alten Helden wiederzuerkennen sind, in Bewegung aber wirken wie besorgte Schauspieler, die feststellen, dass die Stuntmänner nicht rechtzeitig eingetroffen sind, von denen sie sich doubeln lassen wollten. (Peter Kümmel/Zeit)

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Die Deutschen waren von Beginn an im Krisenmodus, wie ein Autofahrer, der bei der Inventur vergessen hat, Bremsflüssigkeit nachzufüllen, und der das jetzt nachholen will, während der Wagen mit glühenden Bremsscheiben den Berg hinabbrettert. (Claudio Catuogno/SZ)

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Der durch die Krise der Volksparteien und den Aufstieg der AfD manifest gewordene Zerfall gesellschaftlichen Zusammenhalts bedroht nun sogar den Modellcharakter der Nationalmannschaft. (...) Allen Erfolgen zum Trotz wird Löw wohl gehen. Und wenn die Regierung zerbricht, ist die Ära Merkel zu Ende. Welche Synchronizität! Finis Germaniae: Sport und Politik gehen (...) im Gleichschritt durch das Tal der Tränen. (Richard Kämmerlings in der Welt)

Bisher ist nicht bekannt, ob Mesut Özil die Bewerbung Deutschlands für die EM 2024 unterstützt oder die der Türkei. (Benedikt Warmbrunn in der SZ)

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Noch geklärt werden muss die Rolle des türkischen Alleinherrschers Recep Tayyip Erdogan, der durch sein Foto mit Özil und Gündogan die Moral der deutschen Mannschaft erheblich geschwächt hat. Es kann sein, dass sich der türkische EU-Beitritt dadurch endgültig erledigt hat. (»Zippert zappt« in der Welt)

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Die Volksbühne hat unter ihrer Intendanz kaum Regisseurinnen. Das werfen Ihnen jetzt viele vor. – »Wir haben eine Frauen-Fußballweltmeisterschaft und eine Männer-Fußballweltmeisterschaft, und in der Qualität des Spiels unterscheidet sich das schon sehr.« – Das können Sie jetzt aber nicht laut sagen?! – »Das kann ich sehr laut sagen. Weil es so ist.« (Frank Castorf im SZ-Interview)

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»Mein einfachster Fall war ein Schwarzafrikaner, der sagte, er sei in Afrika als blinder Passagier auf einen großen Tanker geflüchtet und durchgefahren bis Karlsruhe, wo er ausgestiegen sei und Asyl beantragt habe.« (Jan Bergmann, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, im Spiegel-Interview) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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