12. Februar 2017, 22:10 Uhr

Basketball / NBA Deutsche Eishockey-Liga Reiten

Zverev meldet sich zurück Nowitzki denkt an späteres Karriere-Ende Mannheim baut Serie aus Hymnen-Eklat auf Hawaii Ahlmann siegt in Hongkong

12. Februar 2017, 22:10 Uhr
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Von DPA
Dirk Nowitzki hat noch große Freude an der NBA – auch mit 38 Jahren. (Foto: dpa)

Eine Woche nach dem ernüchternden Ausscheiden mit dem deutschen Team in der ersten Runde des Davis Cups hat sich Deutschlands große Tennis-Hoffnung Alexander Zverev zurückgemeldet. Der 19-Jährige gewann am Sonntag beim Turnier in Montpellier das Finale gegen den Franzosen Richard Gasquet mit 7:6 (7:4), 6:3 und feierte damit den zweiten ATP-Titel seiner Karriere. Im vergangenen Jahr hatte der gebürtige Hamburger in St. Petersburg seinen ersten Turniersieg geholt.

Im Endspiel der Open Sud de France verwandelte Zverev nach 1:28 Stunden seinen vierten Matchball. Als ein Return von Gasquet ins Aus flog, riss Zverev die Arme in die Höhe und schrie seine Freude heraus. Auf der Tribüne jubelten sein Vater Alexander und sein älterer Bruder Mischa mit ihm. »Es war eine tolle Woche hier«, sagte Zverev nach seinem Triumph, für den er 85 945 Euro und 250 Weltranglisten-Punkte kassierte. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder sicherte sich der Teenager anschließend auch noch den Titel im Doppel. Gegen Daniel Nestor (Kanada) und Fabrice Martin (Frankreich) setzten sich die Brüder 6:4, 6:7 (3:7), 10:7 durch.

In der vergangenen Woche hatte Zverev im Davis Cup mit zwei Niederlagen noch Lehrgeld bezahlen müssen. Um so bemerkenswerter ist Zverevs Titel nun in Montpellier, wo er zuvor in allen Matches über drei Sätze gehen musste. Im Halbfinale hatte er den französischen Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga mit 6:7 (6:8), 6:2, 6:4 niedergerungen.

Mitten im engen Rennen um den Playoff-Einzug denkt Basketball-Superstar Dirk Nowitzki über eine Verlängerung seiner NBA-Karriere nach. »Ich würde gerne die 20 Jahre in der NBA vollmachen. Also nächstes Jahr noch – und danach können wir uns gerne zusammensetzen und schauen, ob ich noch eine weitere Saison dranhänge«, sagte der 38-Jährige von den Dallas Mavericks der »Bild am Sonntag«. Auf jeden Fall mache ihm die NBA noch immer sehr viel Freude. Nach seiner aktiven Karriere könne er sich gut vorstellen, mit einzelnen Spielern als Coach zu arbeiten, sagte Nowitzki.

Vorerst aber wird der Würzburger bei den Mavs dringend im Kampf um einen Playoff-Platz benötigt. Nach dem 112:80 (61:35) gegen die Orland Magic am Samstag (Ortszeit) haben die Texaner als Tabellenelfter in der Western Conference zwei Siege Rückstand auf Playoff-Platz acht. »Nach einem verkorksten Start sind wir nun richtig in der Saison. Wir werden nicht aufhören zu kämpfen«, kündigte Mavs-Top-Scorer Wesley Matthews (20 Punkte) an. Nowitzki erzielte 14 Punkte und holte sechs Rebounds, stand allerdings nur 17 Minuten auf dem Parkett.

Superstar Kevin Durant gewann unterdessen mit den Golden State Warriors bei seinem Ex-Team Oklahoma City Thunder mit 130:114 (73:50). Bei seinem ersten Auftritt in Oklahoma nach seinem Wechsel wurde Durant bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Dennoch kam er auf 34 Punkte, sein Intimfeind Russell Westbrook erzielte für Oklahoma 47 Punkte. Dennis Schröder kassierte mit den Atlanta Hawks ein bitteres 107:108 bei den Sacramento Kings. Schröder gehörte mit 20 Punkten und sechs Assists zu den Besten seines Teams.

Den Grizzlys Wolfsburg und Augsburger Panthern ist die direkte Playoff-Teilnahme in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kaum mehr zu nehmen. Nach dem 5:3 am Freitag beim Meister EHC Red Bull München gewann Vizemeister Wolfsburg am Sonntag auch das dramatische Nordduell gegen die Fischtown Pinguins mit 7:6 (0:0, 2:3, 5:3). Augsburg setzte sich nach Penaltyschießen 4:3 (2:1, 1:2, 0:0, 0:0) gegen die Iserlohn Roosters. Beide Teams sind mit 82 Punkten aus 47 von 52 Vorrundenspielen nur noch theoretisch aus den Top Sechs zu verdrängen, die sich direkt für das Viertelfinale qualifizieren.

Gegen Neuling Bremerhaven lag Wolfsburg im letzten Drittel bereits 3:5 zurück, ehe den Grizzlys vier Tore binnen vier Minuten gelangen. Für Augsburg verwandelte Mark Cundari den entscheidenden Penalty. In einem hochklassigen Spiel gewann Mannheim 3:2 nach Verlängerung (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) gegen Nürnberg und holte damit den achten Sieg am Stück. Nationalspieler Denis Reul gelang in der Overtime der entscheidende Treffer. Beide bereits für die Playoffs qualifizierten Teams sind mit 94 Zählern nun punktgleich, Nürnberg bleibt jedoch Tabellenzweiter. Vierter bleiben die Kölner Haie nach dem 2:0 (0:0, 2:0, 0:0) gegen den Zehnten Eisbären Berlin. Die Haie sind seit Freitag ebenfalls schon fürs Playoff-Viertelfinale qualifiziert.

Julia Görges schossen die Tränen in die Augen, Andrea Petkovic setzte zu einer Wutrede an, und Bundestrainerin Barbara Rittner sprach von einem »Skandal«. Noch Stunden nach dem Nationalhymnen-Zwischenfall mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes beim Fed-Cup-Gastspiel auf Hawaii debattierten die deutschen Tennis-Damen über den »traurigen und schockierenden Moment«, wie es Teamchefin Rittner formulierte.

Es war schon nach Mitternacht Ortszeit, als auf der Anlage des Royal Lahaina Resorts noch immer das »Hymnen-Gate« thematisiert wurde, wie es aus der Delegation des Deutschen Tennis Bundes verlautete. »Das ist mit Abstand das Schlimmste, was mir jemals passiert ist in meinem Leben«, sagte Andrea Petkovic nach ihrer 6:7 (10:12), 2:6-Niederlage gegen Alison Riske. »Das war das absolut Letzte, das absolut Allerletzte.« Weil Görges am Sonntag die am Vortag abgebrochene Partie gegen Coco Vandeweghe wegen einer Knieverletzung nicht zu Ende spielen konnte, gerieten die deutschen Damen mit 0:2 in Rückstand und standen vor den beiden weiteren Einzeln und dem Doppel in der Nacht zum Montag (MEZ) vor dem Aus.

Petkovic relativierte mit etwas Abstand am nächsten Morgen ihre Worte. »Das Ganze passierte unmittelbar vor meinem Match. Wir waren vor allem überrumpelt und fassungslos und wussten nicht, wie wir reagieren sollten«, schrieb sie am Sonntag. Was Spielerinnen und Verantwortliche des DTB tags zuvor so dermaßen erzürnte, war eine nicht für möglich gehaltene Panne bei der Eröffnungszeremonie. Der Solist auf dem Center Court in Lahaina schmetterte bei der Nationalhymne die erste Strophe des Deutschlandliedes, die mit den Worten »Deutschland, Deutschland über alles« beginnt – und die in der Zeit des Nationalsozialismus mit dem heute verbotenen NS-Kampflied »Horst-Wessel-Lied« gesungen wurde.

»Die Tatsache, dass im Jahr 2017 eine falsche Hymne gespielt wird, die man mit viel Grausamkeit aus der lange zurückliegenden Vergangenheit assoziiert, war für die Spielerinnen, die Betreuer, die anwesenden Funktionäre sowie die deutschen Fans gleichermaßen verstörend wie schockierend«, sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, war den Verantwortlichen des ausrichtenden amerikanischen Tennisverbandes zunächst unerklärlich. Zwar entschuldigten sich die Gastgeber sofort. Doch vor allem Petkovic fand den Vorfall unverzeihlich. »Das war der Inbegriff der Ignoranz. Wir sind in 2017, wir sind im 21. Jahrhundert. Und dann kann und darf so etwas nicht mehr passieren«, sagte Petkovic. Einmal in Rage, fuhr die Darmstädterin fort: »Ich habe mich noch nie in meinem Leben so respektlos behandelt gefühlt. Wenn wir irgendwo in Timbuktu spielen oder weiß der Geier wo, okay, aber in Amerika? Im 21. Jahrhundert? Dass so etwas passiert, ist echt bezeichnend und eine absolute Unverschämtheit, eine Frechheit in meinen Augen.« »Mit Abstand und etwas mehr Rationalität« erläuterte Petkovic später: »Es ist nicht das Schlimmste, das mir im Leben je passiert ist. Aber es ist das Schlimmste, das mir in meinem Fed-Cup-Leben passiert ist.«

Nach den ersten vier Worten der Hymne schauten sich die Spielerinnen und Teambetreuer ungläubig an. Görges fing an zu weinen, Co-Trainer Dirk Dier schlug fassungslos die Hände vors Gesicht. Mannschaft und Zuschauer stimmten »Einigkeit und Recht und Freiheit« an, was aber gegen die Lautsprecher-verstärkte Stimme keine Chance hatte.

Springreiter Daniel Deußer hat beim Großen Preis von Hongkong die Chance auf einen Bonus von 250 000 Euro deutlich verpasst. Der 35-Jährige ritt am Sonntag im Sattel von Equita nur auf Platz 18, hätte für die Zusatzzahlung aus der Grand-Slam-Masters-Serie aber gewinnen müssen. Der Sieg ging an Christian Ahlmann. Der 42-Jährige ritt am Sonntag mit Caribis in 37,94 Sekunden auf Platz eins und kann sich jetzt mit zwei weiteren Siegen bis zu eine Million Euro sichern.

Ahlmann gewann vor Ludger Beerbaum aus Riesenbeck mit Casello (38,58) und kassierte für den Sieg in Hongkong umgerechnet knapp 125 000 Euro. Dritter wurde der für Österreich startende Starnberger Max Kühner mit Cornet Kalua (38,85). Vorjahressieger Marco Kutscher wurde 13.



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