11. August 2017, 23:17 Uhr

Leichtathletik-WM

Zehnkämpfer liegen auf Medaillenkurs

11. August 2017, 23:17 Uhr
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Von DPA
Kazmirek beim Kugelstoß. (dpa)

Hoffnungsschimmer nach Medaillenflaute: Die müden deutschen Leichtathleten sind am Freitag endlich aufgewacht und haben sich mit vier Finalplätzen für einen heißen WM-Schlussspurt in Position gebracht. Vor allem die Zehnkämpfer Rico Freimuth und Kai Kazmirek lagen nach einem ganz starken ersten Tag auf Medaillenkurs. Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz, das Diskusduo Julia Harting und Nadine Müller sowie Hochspringer Mateusz Przybylko wollen am letzten Wochenende im Kampf um Edelmetall mächtig mitmischen.

Für Hindernis-Europameisterin Gesa Krause erfüllten sich die Medaillenträume nicht. In einem schnellen und chaotischen Rennen mit Stürzen und Rempeleien landete die 25-Jährigen Hessin in 9:23,87 Minuten nur auf dem neunten Platz. Am Ende war sie den Tränen nah: »Ich habe leider einen Schlag auf den Kopf bekommen. Auf dem ersten Kilometer war ich ganz schön benommen. Das ist schwer zu verkraften.« Neue Weltmeisterin über 3000 Meter Hindernis wurde die Amerikanerin Emma Coburn in 9:02,58 Minuten. Für einen spektakulären US-Doppelerfolg sorgte Courtney Frerichs (9:03,77) vor Kenias Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:04,03).

Auch sonst gab es am drittletzten Wettkampftag für das deutsche Team noch nichts zu gewinnen. Vier Tage nach Platz acht im Siebenkampf wurde Claudia Salman-Rath im Weitsprung Zehnte. Mit 6,54 Metern fehlten der 31-Jährigen aus Frankfurt nur zwei Zentimeter zum Sprung in den Endkampf. Bereits ihr viertes WM-Gold holte die Top-Favoritin aus den USA: Olympiasiegerin Brittney Reese gewann das Thriller-Finale des Abends mit 7,02 Metern – nur zwei Zentimeter vor der Russin Darja Klischina, die in London unter neutraler Flagge startet, und Titelverteidigerin Tianna Bartoletta (USA/6,97 Meter).

Die deutschen Zehnkampf-Asse mischen bei der Vergabe der Medaillen mächtig mit. Nach fünf Disziplinen lag der Olympia-Vierte Kazmirek (LG Rhein-Wied) mit 4421 Punkten auf Platz zwei – direkt vor dem WM-Dritten Freimuth aus Halle (4361). »Ich wusste, dass ich was draufpacken muss. Ich liege gut auf Kurs. Der Wettkampf hat viele Tücken. Ich habe meine Aufgabe gut gemacht«, sagte Freimuth. Der große Favorit führte schon zur Halbzeit: Mit 4478 Zählern lag der Olympia-Zweite Kevin Mayer aus Frankreich vorn.

Für Julia Harting wurde die Qualifikation am Vormittag zur Zitterpartie – mit 61,70 m zog sie als Elfte ins Zwölfer-Finale ein. Das schaffte auch Nadine Müller aus Halle/Saale mit 63,35 m. Wenn Przybylko auch im Finale so cool bleibt, ist eine Medaille möglich. Der Leverkusener meisterte die für die Qualifikation geforderten 2,31 Meter im zweiten Versuch. Auch der EM-Dritte Eike Onnen aus Hannover zog ins Finale ein.

Die Niederländerin Dafne Schippers hat unterdessen ihren Titel über 200 Meter verteidigt. In 22,05 Sekunden holte die Olympia-Zweite die Goldmedaille vor Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste, die in 22,08 Sekunden ins Ziel kam. Dritte wurde Shaunae Miller-Uibo (Bahamas) in 22,15 Sekunden.



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