16. Juli 2017, 22:35 Uhr

Wochenende der Triumphe

Zum elften Mal stand Roger Federer im Wimbledon-Finale, für Marin Cilic war es eine Premiere. Gegen die Dominanz des Schweizers hat der von Blasen am Fuß beeinträchtigte Kroate keine Chance. Auch Garbiñe Muguruza hatte leichtes Spiel.
16. Juli 2017, 22:35 Uhr
Garbine Muguruza balanciert nach ihrem Sieg über Venus Williams die Wimbledon-Trophäe auf ihrem Kopf. (Foto: dpa)

Als Roger Federer nach dem achten Wimbledon-Triumph seine vier Kinder auf der Tribüne erblickte, schossen ihm doch noch die Tränen in die Augen. Mit dem Handtuch tupfte er sich über das Gesicht, von der Spielerbox schauten die bald achtjährigen Zwillingsmädchen Myla und Charlene und die Jungs Leo und Lenny zu. »Sie haben keine Ahnung, was hier vor sich geht. Sie denken wahrscheinlich, das ist aber eine schöne Aussicht und ein schöner Spielplatz«, sagte der 35 Jahre alte Schweizer über die Dreijährigen.

14 Jahre nach seiner Titelpremiere krönte sich Federer erneut zum Wimbledon-Champion und verewigte sich mit seinem achten Triumph auf dem Heiligen Rasen als alleiniger Rekordhalter endgültig in der Tennis-Geschichte. 6:3, 6:1, 6:4 gewann er am Sonntag das Endspiel gegen den von Blasen am Fuß gehandicapten Marin Cilic. »Marins Träume zerplatzten in Tränen«, titelte in der kroatischen Heimat die Zeitung »Vecernji list«.

Hatte Federer den Matchball nach nur 101 Minuten noch erstaunlich verhalten gefeiert und nur kurz die Arme in den Nachmittagshimmel gereckt, so fiel später doch die ganze Anspannung ab. »Es fühlt sich großartig an, wieder den Pokal in den Händen zu halten«, sagte er mit der goldenen Trophäe in der Hand. »Es ist ein wunderbarer Moment für uns als Familie. Dieses Turnier so gespielt zu haben, ohne Satzverlust, ist magisch, es ist wirklich zu viel.«

Mit Titel Nummer acht überflügelte er William Renshaw und Pete Sampras, sicherte sich den 19. Titel bei einem Grand Slam und ist jetzt der älteste Wimbledon-Gewinner in der Historie des Profitennis.

Einen Tag nach der Wimbledon-Siegpremiere der Spanierin Garbiñe Muguruza durften in der Royal Box neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate und die britische Premierministerin Theresa May die Federer-Show bestaunen. Erst als zweiter Spieler nach dem großen Schweden Björn Borg 1976 gewann er ohne Satzverlust Wimbledon.

Einen Tag zuvor hatte der frühere König Juan Carlos in der Royal Box applaudiert – und die heimische Presse krönte die »Supermeisterin«: Spanien feiert seine neue Wimbledon-Prinzessin Garbiñe Muguruza. »Man kann gewinnen und man kann auch triumphieren«, übermittelte das Königshaus nach dem erstaunlichen Damen-Endspiel. »Garbiñe hat heute gewonnen und sie hat mit Kraft, Autorität und Klasse auch triumphiert. Glückwunsch, Meisterin!«

Als zweite spanische Titelträgerin nach Conchita Martínez 1994 hat sich Muguruza in der Turnierhistorie der All England Championships verewigt. Als erste Spielerin überhaupt hat die 23-Jährige jetzt beide Williams-Schwestern in einem Grand-Slam-Finale besiegt. Ein Jahr nach ihrem French-Open-Triumph über Serena Williams ließ Muguruza beim 7:5, 6:0 am Ende Venus Williams keine Chance.

»Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich muss mir bewusst machen, was ich erreicht habe und es erst einmal genießen«, sagte Muguruza, die nach den 77 Finalminuten auf dem Platz noch mit den Tränen kämpfte, später aber mit einem wundervollen Lächeln die silberne Venus Rosewater Dish auf dem Kopf balancierte.

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