10. April 2017, 21:57 Uhr

Westbrook schreibt Geschichte

Nicht Lebron James, nicht Stephen Curry, nicht Kevin Durant – nein, Russell Westbrook dominiert die Schlagzeilen der bisherigen Saison in der NBA. Zum Titel wird es für den Superstar wohl nicht reichen, auf eine persönliche Auszeichnung darf der Rekord-Mann aber hoffen.
10. April 2017, 21:57 Uhr
Russell Westbrook (M.) von Oklahoma City Thunder jubelt nach dem Spiel gegen die Denver Nuggets: Über seinen siegbringenden Korb und sein 42. Triple-Double in der laufenden Saison. (Foto: dpa)

An dem historischen Abend übertraf sich das Phänomen Russell Westbrook sogar noch einmal selbst. Nicht nur, dass dem Basketball-Superstar mit 50 Punkten, 16 Rebounds und 10 Assists das 42. Triple-Double in dieser Saison gelang und er so den Uralt-Rekord von NBA-Legende Oscar Robertson aus der Saison 1961/62 knackte. Zur Krönung erzielte der Guard der Oklahoma City Thunder am Sonntag (Ortszeit) beim 106:105 der Thunder bei den Denver Nuggest wenige Sekunden vor der Schlusssirene auch noch den entscheidenden Korb – und zwar mit einem Dreier aus etwa elf Metern.

»Davon träumst du als kleines Kind«, sagte Westbrook nach seiner erneuten Galavorstellung. »So etwas auswärts zu schaffen, und dann auch noch aus der Distanz. Das ist etwas, das du nie vergisst.« Selbst die Fans der Gastgeber hielt es danach im Pepsi Center nicht mehr auf den Sitzen. Es gab lang anhaltende Ovationen für Westbrook, der nach seinen unfassbaren Leistungen in der bisherigen Saison Top-Kandidat für die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Liga ist.

»Ich bin sehr, sehr gesegnet. Mein ganzer Dank gilt dem Mann da oben. Er hat mich mit unglaublichem Talent gesegnet, rauszugehen und auf einem hohen Niveau zu bestehen«, sagte Westbrook und fügte ungewohnt bescheiden hinzu. »Ich bin einfach dankbar für meine Mitspieler, meine Trainer, die Organisation, für all die Fans und für meine Familie, dass sie an mich glauben und mir erlauben, das zu tun, was ich tue.«

Auch die Mitspieler huldigten ihrem Anführer. »Es ist wie ein Videospiel, ich habe es gern gesehen«, sagte Semaj Christon, den Westbrook gut vier Minuten vor dem Ende mit seinem zehnten und rekordbringenden Assist bediente. »Seine Leistungen sind überragend«, schwärmte Thunder-Coach Billy Donovan über Westbrook, ohne den sein Team nie und nimmer den Sprung in die Playoffs geschafft hätte.

Denn seitdem sich Kevin Durant im Sommer zu den Golden State Warriors verabschiedet hat, um sich in Kalifornien endlich den Traum vom heiß ersehnten Meisterschaftsring zu erfüllen, ruhen Last und Hoffnungen in Oklahoma einzig und allein auf den Schultern von Westbrook. Viele Experten warteten daher mit Spannung darauf, wie der 28-Jährige mit der Alleinverantwortung umgehen würde. Dass Westbrook das Team derart dominant führen würde, hatten nicht alle erwartet.

Zum Titel dürfte es für Oklahoma dennoch nicht reichen, dafür ist das Thunder-Team insgesamt nicht ausgeglichen genug besetzt. In der starken Western Conference steht OKC daher nur auf Platz sechs, in der ersten Playoffs-Runde kommt es deshalb zum Aufeinandertreffen mit den Houston Rockets. Und damit zum Gigantenduell zwischen Westbrook und James Harden, der bislang eine ähnlich spektakuläre Saison hingelegt hat wie sein MVP-Rivale.

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