18. Juli 2018, 22:28 Uhr

Fußball

Völler und Klopp: Löw muss sich gar nicht ändern

18. Juli 2018, 22:28 Uhr

Rudi Völler und Jürgen Klopp haben Philipp Lahm in der Diskussion um notwendige Veränderungen im Führungsstil von Bundestrainer Joachim Löw widersprochen. »Jogi Löw muss sich gar nicht ändern. Er weiß, wie er die Mannschaft zu führen hat«, sagte Völler der »Sport Bild«. »Vor einem Jahr hat Jogi mit diesen jungen Spielern den Confed Cup gewonnen. Er weiß, mit welcher Generation er es zu tun hat«, fügte der ehemalige DFB-Teamchef und heutige Sportdirektor von Bayer Leverkusen an.

Klopp forderte ebenfalls in der »Sport Bild« von Lahm eine Präzisierung seiner Ratschläge an Löw. »Führungsstile sind immer dazu da, um an die Gruppe angepasst zu werden, die du hast. Um dazu was zu sagen, müsste Philipp Lahm vielleicht mal ins Detail gehen«, sagte der Trainer des FC Liverpool.

Lahm hatte in einem Beitrag in seinem LinkedIn-Profil Löw aufgefordert, künftig weniger kollegial mit den Nationalspielern umzugehen und einen strafferen Führungsstil zu pflegen. Dieser sei für die neue Spielergeneration notwendig, meinte der Weltmeister von 2014. »Es ist mir zu oberflächlich zu sagen, dass wir wegen eines bestimmten Führungsstils oder einer falschen Ansprache ausgeschieden sind«, sagte Völler.

Auch der französische Jungstar und Weltmeister Kylian Mbappé verhalte sich abseits des Platzes nicht anders als die jungen deutschen Akteure. »Aber er kommt im Eins-gegen-eins an seinem Gegenspieler vorbei und schießt den Ball ins Eck. Nur das zählt. Das ist die Wahrheit«, sagte Völler.

Darüber hinaus hat Jürgen Klopp mit deutlichen Worten die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan in der emotionalen Debatte um die Erdogan-Fotos in Schutz genommen. »Das ist doch völliger Quatsch. Die intelligenten Menschen dieses Landes fordern Toleranz. Und die anderen sollten am besten mal den Mund halten und die Jungs nicht infrage stellen«, sagte der Trainer des FC Liverpool der »Sport Bild«.

Klopp räumte ein, dass Özil und Gündogan nicht gut beraten wurden, als sie sich bei einem Termin im Mai mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren ließen. Aber: »Wir sollten nicht vergessen, dass die beiden nun mal türkische Wurzeln haben, auch wenn sie hier in Deutschland aufgewachsen sind. Aber es ist wie immer: Wer am lautesten krakeelt, wird am meisten gehört«, monierte Klopp die Anfeindungen gegen die Profis.

Gündogan hatte sich noch vor der WM zu dem umstrittenen Termin mit Erdogan geäußert. Özil hat dazu selbst noch nicht gesprochen. Zuletzt waren DFB-Präsident Reinhard Grindel und Teammanager Oliver Bierhoff in die Kritik geraten, weil sie mit Interview-Aussagen den Eindruck erweckt hatten, Özil sei durch sein Verhalten für das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft mitverantwortlich.

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