22. Oktober 2017, 22:21 Uhr

Fußball-Bundesliga

Uduuokhai rettet Wolfsburg Punkt Hertha BSC bleibt auch in Freiburg ohne Sieg Auf dem Weg zur festen Größe

22. Oktober 2017, 22:21 Uhr
Freiburgs Janik Haberer (l.) bejubelt seinen 1:0-Treffer gegen Hertha BSC. (Foto: dpa)

Felix Uduuokhai hat den VfL Wolfsburg auch im fünften Spiel unter Trainer Martin Schmidt noch zu einem Unentschieden geschossen. Am Sonntagabend rettete der Abwehrspieler mit seinem Premieren-Tor durch seinen Last-Minute-Ausgleich in der Nachspielzeit gegen 1899 Hoffenheim zumindest noch das 1:1 (0:0). Nationalspieler Kerem Demirbay hatte die Gäste zuvor per Foulelfmeter (72.) vor 23 514 Zuschauern in Führung geschossen. Für Wolfsburg hatte Maximilian Arnold dagegen einen fragwürdigen Foulelfmeter verschossen (11.).

Drei Tage nach dem ersten Europapokalsieg der Clubgeschichte beim 3:1 gegen den türkischen Club Basaksehir FK in der Europa League behauptete Hoffenheim mit 16 Punkten Tabellenplatz vier in der Fußball-Bundesliga. Für Wolfsburg bleibt die Situation mit neun Zählern aus neun Spielen als Tabellen-14. gefährlich.

Dabei war Wolfsburg lange Zeit klar spielbestimmend und hätte früh in Führung gehen müssen. Schiedsrichter Felix Zwayer blieb nach zehn Minuten auch nach dem Studium der Videoaufzeichnung bei seiner Elfmeter-Entscheidung. In der fraglichen Szene hatte dagegen eher Wolfsburgs Angreifer Divock Origi Gegenspieler Stefan Posch gefoult. Hoffenheims starker Keeper Oliver Baumann parierte den von Arnold scharf in die Mitte geschossenen Ball jedoch mit dem Fuß.

Abgesehen von der Szene, die zum Strafstoß führte, wäre eine VfL-Führung zur Pause aber hochverdient gewesen. Schmidt hatte eine offensive Wolfsburger Mannschaft versprochen und tatsächlich war sein Team die meiste Zeit dominant. Das druckvolle Wolfsburger Spiel bescherte Hoffenheim zwar immer wieder Kontergelegenheiten. Mehr als eine Großchance durch Florian Grillitsch bereits nach drei Minuten, die aufgrund eines Abspielfehlers von Daniel Didavi eingeleitet worden war und durch VfL-Keeper Koen Casteels klasse pariert wurde, sprang dabei aber nicht heraus.

Die Niedersachsen dagegen drückten auf das Tor. Didavis Freistoß hielt Baumann erneut klasse (38.). Nur eine Minute später knallte Origi den Ball von der Strafraumgrenze so an den Pfosten, dass das Hoffenheimer Tor wackelte. Auch nach der Pause blieb Baumann unbezwingbar. Eine hervorragende Chance vergab Yunus Malli kurz nach seiner Einwechslung (58.). Die Einwechslung des wieder genesenen Nationalstürmers Mario Gomez machte sich nicht bezahlt.

Stattdessen nutzte Hoffenheim einen Patzer von Wolfsburgs Abwehrspieler Marcel Tisserand, der Benjamin Hübner im Strafraum klar foulte. Demirbay ließ sich die Chance nicht nehmen. Dennoch sorgte Felix Uduuokhai mit seinem späten Ausgleich für lange Gesichter bei den Gästen.

Hertha BSC hat seine Sieglos-Serie auch in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Drei Tage nach der bitteren Europa-League-Pleite in Luhansk (1:2) kamen die erneut schwachen Berliner beim SC Freiburg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Salomon Kalou (81. Minute) sicherte der Hertha per Foulelfmeter am Sonntag immerhin einen Punkt, drei Minuten zuvor hatte er einen weiteren Strafstoß noch über das Tor geschossen. Ebenfalls per Elfmeter war U21-Europameister Janik Haberer (52.) für die Freiburger erfolgreich.

Im Vergleich zum schwachen Auftritt im Europapokal schickte Hertha-Trainer Pal Dardai vor 23 800 Zuschauern im Breisgau eine auf fünf Positionen veränderte Startelf ins Rennen. Doch auch ein Rückkehrer wie der zuletzt wegen seiner Rotsperre schmerzlich vermisste Kapitän Vedad Ibisevic setzte kaum Akzente und wurde schon zur Halbzeit durch Davie Selke ersetzt. Stattdessen wurden die Freiburger im Verlaufe der Partie immer stärker.

U21-Europameister Janik Haberer (34.) hätte schon vor dem Pausenpfiff die Führung für den Sport-Club erzielen müssen. Nach schöner Vorarbeit von Marco Terrazzino scheiterte er allerdings aus wenigen Metern am glänzend reagierenden Karim Rekik, der den Flachschuss per Grätsche auf der Linie klärte. Nach der anschließenden Ecke hätte dann Christian Günter (35.) fast die SC-Führung besorgt, seinen Versuch aus 17 Metern lenkte Hertha-Keeper Jarstein aber über das Tor.

Die Freiburger wurden im Laufe der Zeit immer mutiger und kurz nach dem Seitenwechsel dann auch mit der Führung belohnt. Nach einem heftigen Rempler von Niklas Stark im Strafraum gegen Günter zeigte Schiedsrichter Guido Winkmann sofort auf den Punkt – und blieb auch nach kurzer Beratung mit dem Videoassistenten bei seiner Entscheidung. Haberer verwandelte anschließend souverän.

Der starke Mittelfeldspieler hätte wenig später sogar auf 2:0 erhöhen können, scheiterte in der 69. Minute aber aus kurzer Distanz am gut reagierenden Jarstein. Hertha dagegen half zunächst auch ein Elfmeter nicht, den Kalou nach einem Foul von Schuster am eingewechselten Maier übers Tor schoss. Nur drei Minuten später bekam die Hertha dann erneut Strafstoß, weil Höfler den eingewechselten Selke unglücklich am Fuß erwischte. Diesmal machte es Kalou besser.

Heimniederlage gegen Leipzig, nur Unentschieden in Nikosia und Frankfurt – schlechter hätte die Woche für den Bundesliga-Tabellenführer aus Dortmund kaum laufen können. Wirklich überzeugen konnten die Bayern beim 1:0 in Hamburg nur in der zweiten Halbzeit. Den größten Dämpfer gab es für Mönchengladbach bei der 1:5-Schlappe gegen Leverkusen. Weitere spezielle Momente des neunten Spieltags

Coman: Kingsley Coman ist beim FC Bayern dabei, zur festen Größe zu werden. Der bisherige Edelreservist kam in allen neun Saisonspielen zum Einsatz. Auf der Position des verletzten Ribéry spielte er beim 1:0 in Hamburg stark auf und leitete Tolissos Siegtor per Flanke ein.

Cando: Ein Bandensponsor des HSV warb im Bayern-Spiel mit dem Slogan: »Kennerfleisch – auch für Cando«. Die Hundefutterfirma spielte damit auf Jupp Heynckes‹ Schäferhund an. Der Bayern-Coach sagte dazu: »Er bekommt auch schonmal Hähnchenbrust oder Roastbeef.«

Subotic-Comeback: 2:2 nach 2:0 – Borussia Dortmund enttäuschte in Frankfurt erneut. Nur ein Spieler hatte Grund zur Freude: Neven Subotic spielte erstmals seit 598 Tagen wieder für den BVB. »Ich bin wie die Feuerwehr«, sagte er. »Wenn man mich ruft, bin ich da.«

Torwart-Fauxpas: Hannovers Keeper Tschauner brachte es beim 2:1 in Augsburg fertig, einen Abstoß ins eigene Toraus zu kicken. »Drei Ideen« beim Anlauf hätten ihn verwirrt, sagte er, nahm die Szene aber mit Humor. Er habe für ein lustiges Facebook-Video sorgen wollen.

Jubel-Kanzler: Das 2:1 von Hannover wurde auch auf der Tribüne von Altkanzler Gerhard Schröder emotional mit Clubchef Kind gefeiert. »Er ist in jeder Beziehung ein Roter«, sagte Kind und kündigte nach dem Happy End an: »Ich denke, er wird häufig doch mal mitfahren.«

Super-Joker: Nach acht mauen Spieltagen spielte sich Hannover-Stürmer Füllkrug mit einem Doppelpack als Matchwinner erstmals in den Fokus - und das, obwohl er beim 2:1 in Augsburg erst nach einer Stunde eingewechselt worden war. »Heute war ich frei im Kopf«, sagte er.

Lückenfüller: RB Leipzigs Marcel Sabitzer sollte gegen Stuttgart pausieren. Doch Bruma fiel kurzfristig aus, zehn Minuten vor Anpfiff erfuhr Sabitzer von seinem Einsatz. Und markierte den Siegtreffer. Auswechseln ging auch nicht – zu wichtig war Sabitzer für RB.

Jugendkult: In Leverkusen heißt das Motto: Jugend trifft. Leon Bailey (20 Jahre) und Julian Brandt (21) stellten mit ihren Treffern zum 2:1 und 3:1 die Weichen auf Sieg. Kai Havertz (18) überragte mit drei Assists.

Goalgetter: Toreschießen gehört eigentlich nicht zu den Hauptaufgaben von Leon Goretzka. Und doch ist er mittlerweile der beste Schützen des FC Schalke. Beim 2:0 über Mainz erzielte er zum dritten Mal in Serie die 1:0-Führung für sein Team. »Man kann jetzt nicht erwarten, dass ich in jedem Spiel ein Tor mache«, kommentierte Goretzka.

Friede, Freude, Eierkuchen: »Wir freuen uns auf Fußball, deshalb haben wir klar entschieden: Schiri-Streit wird von uns heute nicht thematisiert!«, twitterte der frühere FIFA-Schiedsrichter und Sky-Experte Markus Merk – und bekam viel Kritik. Der DFB hatte in dem Streit zuletzt sogar die Ethikkommission des Verbandes unter dem Vorsitz des früheren Bundesaußenministers Klaus Kinkel eingeschaltet.

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