12. Januar 2018, 22:25 Uhr

Trainer stehen im Fokus

12. Januar 2018, 22:25 Uhr

Jupp Heynckes ist eher belustigt, Peter Stöger demonstrativ gelassen. Dass ausgerechnet ihre Trainerjobs und damit die begehrtesten der Republik bei den Top-Clubs Bayern München und Borussia Dortmund im Sommer voraussichtlich frei werden, dürfte dennoch für weitere Spekulationen in der Bundesliga-Rückrunde sorgen. Schließlich halten sich Gerüchte, dass beide Branchenriesen um die Gunst von Hoffenheims Fußball-Lehrer Julian Nagelsmann buhlen. Als Alternative im Gespräch ist auch Leipzigs Ralph Hasenhüttl, dessen Arbeit bei der Konkurrenz geschätzt wird.

Der nach der Trennung von Carlo Ancelotti aus dem Ruhestand geholte Heynckes zeigt sich zunehmend belustigt über die stetigen Fragen, ob er sich nicht doch eine Fortsetzung seiner Bayern-Mission vorstellen könnte. Bisher schloss er das kategorisch aus. »Zu meiner Situation habe ich alles gesagt. Und dazu werde ich auch nichts mehr sagen. Da können Sie Kopfstände machen und Gymnastikübungen und was weiß ich noch«, meinte der 72-Jährige vor der Partie in Leverkusen. Die Spekulationen angeheizt hatte Heynckes-Freund Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters. Der Bayern-Präsident schloss nicht aus, den Triple-Trainer von 2013 ein weiteres Mal überreden zu können. Namhafte Spieler wären glücklich, mit Heynckes weiterzumachen. Zuletzt nährte Thomas Müller diese Hoffnung, als er die Erfolge, die tolle Stimmung im Team und die enge Bindung zwischen dem Club und Heynckes hervorhob. »Man sieht ihm den Spaß an. Was dann im Sommer passiert, weiß ich nicht«, sagte der Nationalspieler dem TV-Sender Eurosport.

Viel wird davon abhängen, was Nagelsmann und Hoffenheim planen. Noch pocht TSG-Mäzen Dietmar Hopp darauf, dass der 30-Jährige seinen Vertrag erfüllt. Nagelsmann ist bis 2021 gebunden, besitzt aber für den Sommer 2019 eine Ausstiegsklausel. Hopp erwartet, »dass Julian bis 2019 bei uns ist, am liebsten länger«, lässt aber ein Hintertürchen offen: »Ich mache mir keine Illusionen. Wenn er weiter so erfolgreich ist, wird das nicht möglich sein.« Nagelsmann verhält sich stets diplomatisch. »Wenn Dietmar Hopp und Hansi Flick möchten, dass ich den Vertrag erfülle, dann erfülle ich den.«

Gut möglich, dass der BVB in den Poker um Nagelsmann einsteigt oder schon eingestiegen ist. Schließlich läuft die Vereinbarung mit Stöger, mit dem sich die Stimmung deutlich aufgehellt hat, nur bis zum Sommer. Bislang sind alle glücklich mit dieser Lösung. »Weil sie uns alle Handlungsoptionen offen hält«, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Aufgrund der kurzen Laufzeit müsse der Österreicher »wenig Kompromisse« machen und habe die Chance, mit dem Team erfolgreich zu sein. »Uns lässt es die Option, zu entscheiden, was für den BVB in den nächsten Jahren das Beste sein wird.« Es ist wie bei den Bayern ein Spiel auf Zeit.

Unklar ist, welche Rolle Hasenhüttl im Trainer-Poker spielt. »Gemeldet hat sich bei uns bisher weder Bayern noch Dortmund«, stellte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff zu Jahresbeginn klar. Der 2019 auslaufende Vertrag soll noch im Frühjahr verlängert werden.

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