23. Juni 2017, 21:28 Uhr

Trainer Kuntz als Vorbild

Ein Punkt fehlt der deutschen U21 noch zum sicheren Halbfinal-Einzug bei der EM. Die Nachwuchs-Fußballer haben den ersten Triumph seit dem der Goldenen Generation von 2009 weiter fest im Blick. Ein Vorbild sind dabei auch Trainer Kuntz und die Europameister von 1996.
23. Juni 2017, 21:28 Uhr
Eine gute Ausgangslage hat die deutsche U21 um Trainer Stefan Kuntz vor dem Gruppenfinale gegen Italien am Samstag. (Foto: dpa)

Der vertrackte EM-Modus soll für die deutsche U21 auf dem Weg zum ersten Titel seit der Goldenen Generation 2009 nicht zum Stolperstein werden. Nur einen Punkt brauchen die Nachwuchs-Fußballer im abschließenden Gruppenspiel gegen Italien am Samstag (20.45 Uhr/ARD) für den Einzug ins Halbfinale.

Auf die Resultate der anderen Spiele, die möglicherweise auch eine knappe deutsche Niederlage erlauben würden, will sich niemand verlassen. »Weil wir gut in Mathematik sind, wissen wir, dass wir das nächste Spiel am besten gewinnen«, sagte Serge Gnabry. »Das wäre die einfachste Lösung.«

Vorbild könnte für die DFB-Junioren dabei der eigene Trainer sein: Stefan Kuntz lag bei der EM 1996 mit der A-Nationalmannschaft vor dem letzten Spieltag mit sechs Zählern an der Spitze der Gruppe C – vor Tschechien und Italien. Die Konstellation damals war also fast exakt die gleiche wie heute. Kuntz und Co. zogen durch ein 0:0 gegen Italien in die K.-o.-Runde ein und wurden Europameister. Ein Erlebnis, mit dem der 54-Jährige auch die aktuelle Generation motivieren kann. »Seine Erfahrung damals von der EM bringt er auch bei uns ein«, sagte Davie Selke. »Auf solche Erfahrungen hört man dann natürlich.«

Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und 5:0 Toren hat sich die deutsche Auswahl die bestmögliche Ausgangssituation für das Gruppenfinale erspielt. Selbst eine knappe Niederlage mit einem Tor Differenz könnte für die Kuntz-Elf noch zum Einzug ins Halbfinale reichen, wenn zeitgleich Tschechien gegen Dänemark gewinnen würde. Dann wäre Deutschland – wie auch bei einem Sieg oder einem Remis – Erster und würde im Halbfinale vermutlich auf die bislang so starken Spanier treffen. Mittelfeldspieler Max Meyer hat davor keine Angst: »Wenn wir das Turnier gewinnen wollen, müssen wir Spanien schlagen.«

Irgendwie versuchen, den Iberern noch aus dem Weg zu gehen, das will die deutsche Elf nicht. »Ich lasse mir den Modus genau erklären. Auf Ergebnis spielen, das hat im Fußball noch nie geklappt«, mahnte Kuntz. Das Paradoxe: Trotz der bisher makellosen Turnierbilanz könnte die EM für Deutschland bei einer hohen Niederlage gegen Italien sogar noch vorzeitig beendet sein. Und die Azzurrini müssen unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf die Runde der besten Vier zu haben. »Der Kader hat über 1000 Serie-A-Spiele, da kommt ein Pfund auf uns zu«, warnte Kuntz, den auch die Gelben Karten für die Defensivspieler Gideon Jung, Niklas Stark und Jeremy Toljan gegen Dänemark ärgerten. »Das war suboptimal«, schimpfte er. Bei einer weitere Verwarnung könnte das Trio in einem möglichen EM-Halbfinale fehlen.

Gegen Italien soll nun der nächste Schritt zur Verwirklichung des Titeltraumes folgen. »Wir wollen alle hier etwas Großes erreichen«, sagte Hoffenheims Nadiem Amiri. Mit einem Sieg gegen Italien wollen Gnabry und Co. ins Halbfinale einziehen und es ihren Vorbildern von 2009 nachmachen – und Stefan Kuntz und Co. bei der EM 1996.

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