21. Dezember 2017, 22:16 Uhr

Tor-Ärger und Herrlich-Umfaller

Wer kann den FC Bayern jetzt noch stoppen? Im DFB-Pokal ist der erneute Weg nach Berlin vorgezeichnet. Selbst wenn weitere drei der fünf erfolgreichsten Teams im DFB-Pokal im Viertelfinale stehen.
21. Dezember 2017, 22:16 Uhr
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Von DPA
Die Freiburger Marco Terrazzino und Nils Petersen (r.) diskutieren nach dem Bremer Tor zum 3:1 mit Linienrichter Arno Blos. Er hatte eine vorangegangene Abseitsstellung eines Bremers angezeigt, Schiedsrichter Winkmann seinen Assistenten jedoch ignoriert. (Foto: dpa)

Die Frage ist wohl nur noch, wer den FC Bayern zum DFB-Pokalfinale am 19. Mai 2018 in Berlin begleitet. Dem bereits im Achtelfinale von den Münchnern entthronten Titelverteidiger Borussia Dortmund bleibt nur die Hoffnung auf die Rückkehr zum Spaß- und Erfolgsfußball unter Neu-Trainer Peter Stöger in der Rückrunde der Bundesliga. Für die Aufreger am Spieltag des vermeintlichen Pokalkrachers sorgten andere: In Bremen wüteten Spieler und Trainer des geschlagenen SC Freiburg, in Leverkusen sorgte Bayer-Trainer Heiko Herrlich für einen Fall mit sportgerichtlichem Nachspiel.

Während die Bayern am Tag nach dem 2:1-Heimsieg gegen den BVB Fußball-Nationalspieler Sandro Wagner von Hoffenheim verpflichteten, schickte der DFB-Kontrollausschuss Herrlich eine Nachricht. Für den Makel beim Einzug ins Viertelfinale durch das 1:0 bei Borussia Mönchengladbach und das bereits 14. Bayern-Pflichtspiel ohne Niederlage, hatte der 46-Jährige selbst gesorgt.

In der 75. Minute war Herrlich nach einem Schubserchen von Gladbachs Denis Zakaria an der Seitenlinie umgefallen. Es bestehe der Verdacht, dass sich der Coach damit »unsportlich verhalten hat«, teilte der DFB am Donnerstag mit. »Das sah sicher blöd aus«, hatte Herrlich nach dem Spiel bereits eingeräumt. »Ich möchte mich dafür entschuldigen.« Ob seine theatralische Einlage womöglich Konsequenzen haben wird fürs Viertelfinale, muss nun der DFB entscheiden.

Entschuldigungen gab es auch in Bremen. Zuerst vom Schiedsrichter, wie Freiburgs Kapitän Nils Petersen nach der 2:3-Niederlage der Breisgauer gegen den SV Werder berichtete. Dann von Petersen selbst: »Ich entschuldige mich für die Reaktion der Mannschaft.« Diese hatte nach dem Abpfiff mit Wut reagiert, Trainer Christian Streich war auf den Platz zu Schiedsrichter Guido Winkmann gestürmt, der beim dritten Bremer Tor eine Abseitsposition trotz entsprechender Anzeige durch einen der Assistenten nicht gepfiffen hatte.

Den Bremern konnte es recht sein, zwei Tage nach der Beförderung von Florian Kohfeldt zum Cheftrainer bauten sie ihre famose Pokal-Heimserie auf 37 Siege aus. Im neuen Jahr wollten sie den Schwung nutzen und in der Liga vom Relegationsplatz runter. »Es ist keine Zeit für Entspanntheit«, sagte Kohfeldt und rief seine Spieler auf, »topfit« wiederzukommen. Was bedeutet: Einfach nur am Strand liegen oder »zu viel Kaiserschmarrn essen«, ist nicht.

Im SV Werder Bremen (6 Titel/10 Finalteilnahmen) und in Eintracht Frankfurt (4/7) zogen Teams auf den Rängen zwei und vier der Pokal-Rekordgewinnerliste in die Runde der besten Acht ein. Zuvor hatte es im FC Schalke 04 (5/12) auch schon die Nummer drei in dieser Statistik geschafft. Komplettiert wird das Viertelfinal-Feld, zu dem auch der FSV Mainz, Drittligist SC Paderborn und der VfL Wolfsburg zählen, vom Rekordgewinner aus München (18/21).



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