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Stresstest für die Eintracht

Ein Sieg bei RB Leipzig am Samstag ist fast schon Pflicht, will Eintracht Frankfurt weiter von der Champions League träumen. Doch die Sachsen präsentieren sich derzeit in starker Verfassung. Auch SGE-Trainer Adi Hütter spricht von einem »richtungsweisenden Spiel«.
08. Februar 2019, 22:34 Uhr
Redaktion
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Für Ante Rebic ist die Begegnung in Leipzig eine besondere: In der Saison 2014/15 stand er bei RB unter Vertrag, kam aber nur auf zehn Einsätze. (Foto: dpa)

Information ist alles, auch in der Fußball-Bundesliga, wo mitunter Drohnen über Trainingsplätze sausen, um die neuesten Neuigkeiten des nächsten Gegners einzufangen. Oder, eher altmodisch, Spione werden, als Kiebitze getarnt, losgeschickt, die letzten Infos herauszufinden. Adi Hütter, der Trainer von Eintracht Frankfurt, braucht all das nicht. »Ich glaube zu wissen«, sagt der Fußballlehrer einen Tag vor dem Spiel der Eintracht bei RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr/Sky), »wie RB Leipzig gegen uns spielen will.« Das hat zum einen damit zu tun, dass RB Leipzig ein Ableger von RB Salzburg ist (oder umgekehrt), und dass Hütter vor gar nicht langer Zeit die Fußballer aus Salzburg zum Double coachte und er folglich eine Reihe von Spielern aus Salzburg, die heute in Leipzig spielen, bestens kennt. Kevin Kampl zum Beispiel, auch Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker, Peter Gulacsi oder Konrad Laimer. Und natürlich gibt es in der Bundesliga nur noch sehr wenige Geheimnisse. Von daher ist RB Leipzig, angeleitet von Ralf Rangnick, einst auch Mastermind in Salzburg, für Hütter zwar kein offenes Buch, aber überraschen dürften die Sachsen die Frankfurter eigentlich nicht: »Powerfußball, Stressfußball – das ist es, was RB Leipzig auf den Platz bringt.« Und darauf müsse Eintracht Frankfurt »Antworten finden«.

Leipzig gegen Frankfurt, Vierter gegen Sechster – das ist »ein richtungsweisendes Spiel«, sagt Adi Hütter. Es geht darum, oben dranzubleiben, es geht darum, den Abstand zu den Widersachern, deren heißen Atem man spürt, auf Distanz zu halten, es geht darum, nicht abzurutschen und ins Hintertreffen zu geraten. Das ist nicht leicht, oben ist die Luft bekanntlich dünn, und Eintracht Frankfurt befinde sich »zwischen lauter Top-Mannschaften«, findet der österreichische Fußballlehrer. Er findet das gut, na klar.

Der 48-Jährige findet auch gut, dass sich einige Spieler aus seiner Mannschaft, was die Zielsetzung betrifft, ziemlich weit aus dem Fenster lehnen. Filip Kostic zum Beispiel, aber nicht nur er, redet ganz offen von der Champions League und wie toll das wäre, könnte sich Eintracht Frankfurt für diesen Wettbewerb qualifizieren. »Spieler dürfen träumen«, und es sei auch richtig und wichtig, sich hohe Ziele zu setzen. Allerdings dürfe man die Realität nie aus den Augen verlieren. »Reden ist das eine, die Leistung auf dem Platz das andere«, sagt Hütter, der viel lieber den Ball flach halten möchte.

In Leipzig »sind wir sicher nicht der absolute Favorit«, meint der Frankfurter Coach. Die Sachsen seien momentan in bestechender Form, haben zuletzt in drei Spielen kein Gegentor kassiert. Als Vierter hat Leipzig bereits fünf Zähler Vorsprung auf die Hessen – und fünf Punkte trennen Frankfurt auch nur vom Tabellenelften. Die Eintracht werde, um halbwegs erfolgreich durch den Samstagnachmittag zu kommen, schon an ihre Leistungsgrenze heranreichen müssen, glaubt Hütter. »Auf Kleinigkeiten kommt es an.« Denn jeder Ballverlust nutze der Gegner sofort zum rasanten Umschaltspiel. Aber darin sind die Frankfurter so schlecht ja auch nicht, selbst in der Fremde nicht.

Personell kann der Frankfurter Coach weitgehend aus dem Vollen schöpfen. Kapitän David Abraham ist allerdings erwartungsgemäß nicht dabei, sein Einsatz selbst am Donnerstag in Charkiw gegen Schachtjor Donezk ist unwahrscheinlich. Die hartnäckige Wadenblessur lässt noch kein geordnetes Training zu. Martin Hinteregger, der Neue, wird, obgleich ein Linksfuß, rechts verteidigen und erneut den Vorzug vor Marco Russ erhalten, der Schnelligkeitsdefizite aufweist. Und das könnte sich gegen flinke Leipziger als nachteilig herausstellen.

Manches spricht auch dafür, dass Hütter weiterhin mit voller Kapelle den Leipziger Stressfußballern begegnen will. Mit seinen drei Stürmern Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller sei er sehr zufrieden, bedeutetet er, und es wäre doch »schade, einen draußen zu lassen«. Gerade für Linksaußen Rebic, der eine eher unbefriedigende Vergangenheit in Leipzig hat (in der Saison 2014/15 kam er in Leipzig auf zehn Einsätze in der zweiten Liga), sei es ein »spezielles Spiel«, sagt Hütter.

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