10. Dezember 2017, 21:57 Uhr

Stöger für Bosz beim BVB

Peter Stöger ist zurück in der Bundesliga. Nur sieben Tage nach seiner Trennung vom 1. FC Köln wurde er beim BVB als Nachfolger von Peter Bosz vorgestellt. Seine zuletzt erfolglose Arbeit beim Ligakonkurrenten konnte die BVB-Bosse nicht schrecken.
10. Dezember 2017, 21:57 Uhr
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Von DPA
Beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Dortmund im September 2017 nahm Peter Stöger spaßeshalber schon einmal Platz auf der BVB-Bank. Jetzt wird er sich regelmäßig dort einfinden – zumindest bis zum Saisonende. (Foto: dpa)

Peter Stöger wirkte übernächtigt, aber ungemein motiviert. Der erst am Samstag von Köln nach Wien gereiste Fußball-Lehrer hatte die Koffer noch nicht ausgepackt, als ihn der Anruf aus Dortmund überraschte. Kurzentschlossen brach er das Abendessen mit seiner Mutter ab und machte sich auf den Weg zurück nach Deutschland. Dem Angebot des kriselnden Revierclubs, Nachfolger von Peter Bosz zu werden, konnte der Österreicher nicht widerstehen – trotz der nur kurzen Vertragslaufzeit bis zum 30. Juni 2018. »Selbst wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hier nur 14 Tage zu trainieren, hätte ich das gemacht. Jetzt sind es sechs Monate, mehr brauche ich nicht.«

Nur sieben Tage nach dem Aus beim 1. FC Köln ist Stöger zurück auf der Bundesliga-Bühne. Der Frust über das unschöne Ende seiner viereinhalbjährigen Tätigkeit beim FC schien mit einem Mal verflogen. Den zeitlich befristeten Kontrakt wertete er nicht als fehlenden Vertrauensbeweis der Dortmunder Vereinsführung: »Ich brauche keinen Rentenvertrag. Man wird im Sport sowieso in kurzen Abständen bewertet.«

Aus seiner Erleichterung über die spontane Zusage von Stöger machte Hans-Joachim Watzke keinen Hehl. Denn nach der Trennung von Bosz am Samstagabend im Anschluss an das 1:2 gegen Bremen war der Handlungsbedarf groß. »Wir sind unglaublich dankbar, dass Peter Stöger bereit war, uns in dieser schwierigen Situation zu helfen. Er hat noch nicht mal einen Vertrag unterschrieben«, berichtete der Geschäftsführer am Sonntag.

Selbst die desaströse Bilanz von Stöger in dieser Saison beim 1. FC Köln mit nur drei Punkten in 14 Spielen konnte die BVB-Bosse nicht schrecken. Michael Zorc verwies auf die Erfolge des Trainers in den Spielzeiten zuvor: »Er hat in Köln über vier Jahre hervorragende Arbeit geleistet und den Club stetig entwickelt. Seine Mannschaft hat große Stabilität ausgezeichnet. Diese Stabilität erhoffen für uns von Peter«, sagte der BVB-Sportdirektor mit Bezug auf die Abwehrschwäche der Dortmunder in den vergangenen Spielen.

Nach der sportlichen Talfahrt des Teams mit zuletzt acht Bundesligaspielen ohne Sieg sah sich der BVB zu diesem Personalwechsel gezwungen. Der spielerische Offenbarungseid beim 1:2 gegen Bremen bestärkte die Vereinsführung in ihrem Entschluss, die Zusammenarbeit mit Bosz zu beenden. »Wir sind mit dieser Situation alle nicht glücklich. Aber wenn man als BVB an siebter Stelle steht, ist einiges schiefgelaufen«, befand Watzke.

Der Niederländer äußerte Verständnis für die Entscheidung. »Leider ist es uns allen aufgrund der gegebenen Umstände nicht gelungen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Ich bedaure das außerordentlich. Für die Zukunft wünsche ich das Beste für den Verein und drücke ganz fest die Daumen«, wurde Bosz auf der BVB-Homepage zitiert.



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