20. Juni 2019, 23:08 Uhr

Fußball

SGE startet Euro-Abenteuer in Estland oder Serbien

20. Juni 2019, 23:08 Uhr

Eintracht Frankfurt


Die hartgesottenen Vielfahrer aus Frankfurt können sich freuen, für sie geht es Ende Juli auf große Tour, es wartet eine spannende Destination zur Erkundung - entweder Tallinn, die Hauptstadt Estlands mit rund 430 000 Einwohnern am Finnischen Meerbusen. Oder Nis, die drittgrößte Stadt Serbiens mit 260 000 Bewohnern, 250 Kilometer südöstlich von der Kapitale Belgrad und 160 Kilometer vom bulgarischen Sofia gelegen. FC Flora Tallinn oder FK Radnicki Nis - einer von beiden Klubs wird die Eintracht am 25. Juli und 1. August in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League herausfordern. Das ergab die Auslosung in Nyon.

Der Frankfurter Bundesligist muss zunächst auswärts antreten, was ihm sehr gelegen kommt, weil am 22. Juli US-Superstar Pink in der Arena im Stadtwald rockt. Bis zum Rückspiel am 1. August (20.30 Uhr, live bei RTL Nitro) ist nun genügend Zeit, um den Rasen auszubessern oder zu wechseln. Wer letztlich der Gegner sein wird, steht erst eine Woche vor dem Hinspiel fest, Tallinn und Nis treffen in der ersten Qualifikationsrunde am 11. und 18. Juli aufeinander.

Die Eintracht geht als turmhoher Favorit in die beiden Spiele, aber unterschätzen sollte sie ihren Kontrahenten nicht. Die Serben sind sportlich sicherlich als stärker einzuschätzen, sie schlossen die Saison als Vizemeister hinter Roter Stern und vor Partizan Belgrad ab. Zudem kamen sie ins Halbfinale des Pokals, wo sie an Partizan scheiterten. Herausragender Spieler ist der 29 Jahre alte Stürmer Nermin Haskic, der in der abgelaufenen Runde in 41 Pflichtspielen 28 Tore schoss (elf Vorlagen). Die Eintracht-Verantwortlichen schätzen Radnicki als deutlich gefährlicheren Opponenten ein. »Der serbische Fußball ist grundsätzlich stark, was wir aufgrund unserer guten Erfahrung mit serbischen Spielern sehr gut beurteilen können«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. »Nis ist immerhin Vizemeister vor Partizan Belgrad geworden.«

Auch Trainer Adi Hütter wählt mahnende Worte: »Dass der serbische Fußball Qualität hat, ist kein Geheimnis. Radnicki Nis steht auf einer Stufe mit den Aushängeschildern Roter Stern und Partizan Belgrad. Vor zwei Jahren hatten wir mit Bern zwei enge Spiele gegen Partizan.« In der Schweiz reichte es zu einem 1:1, in Belgrad unterlagen die Young Boys 1:2.

Nis, das in einem Stadion mit einer Kapazität von 18 000 Zuschauern spielt, scheiterte in der vergangenen Runde in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League an Maccabi Tel Aviv (0:2, 2:2), am 20. Juli steigt der Klub wieder in den Ligabetrieb in Serbien ein. In den 1960-er Jahren zauberten sich die Fußballer in die Herzen der Menschen, der Klub wurde Real sa Nisave, Real vom (Fluss) Nisava genannt, 1975 gewann er den Balkan-Cup, 1982 zog Radnicki ins Halbfinale des Uefa-Pokals ein, scheiterte nach einem 2:1 im Hinspiel nach einem 1:5 in Hamburg am HSV.

Flora Tallinn ist zumindest national hochdekoriert. Der Verein, der über ein Stadion für 10 000 Menschen verfügt, ist Rekordmeister Estlands (zehn Titel), aktuell nach 16 Spielen schon wieder Tabellenführer. Topspieler ist Mittelstürmer Erik Sorga, der in der vergangenen Saison in 20 Partien 29 Treffer machte und auch in dieser Runde in 16 Spielen schon 16-mal traf.

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