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Runder Tisch: Kein Pardon für Schwalben und Zeitschinden

Schwalben, simulierte Verletzungen oder Zeitschinden sollen in der kommenden Saison in den Fußball-Bundesligen härter bestraft werden. Darüber waren sich Trainer, Manager, Spieler und Schiedsrichtern bei ihrem jährlichen Runden Tisch einig. »Wir sind alle dafür, dass diese Vergehen konsequent geahndet werden sollen«, sagte Jens Todt, Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, nach dem Treffen am Mittwoch in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main.
19. Juli 2017, 22:19 Uhr
DPA

Schwalben, simulierte Verletzungen oder Zeitschinden sollen in der kommenden Saison in den Fußball-Bundesligen härter bestraft werden. Darüber waren sich Trainer, Manager, Spieler und Schiedsrichtern bei ihrem jährlichen Runden Tisch einig. »Wir sind alle dafür, dass diese Vergehen konsequent geahndet werden sollen«, sagte Jens Todt, Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, nach dem Treffen am Mittwoch in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main.

Um das Zeitschinden durch simulieren von Blessuren zu unterbinden, brauchen die Spielen in der kommenden Saison den Ball auch nicht mehr automatisch ins Aus spielen. »Das wird nicht mehr verlangt. Dies werden wir schon machen – oder das Spiel im Zweifel weiterlaufen lassen«, sagte FIFA-Schiedsrichter Felix Brych. »Instinktiv haben wir es immer so gemacht, nun brauchen wir kein schlechtes Gewissen mehr haben«, sagte Profi Marc Schnatterer vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim.

Trotz der nicht nur guten Kritik an dem Videoassistenten beim Confed Cup in Russland wird die Einführung dieser Technologie in der kommenden Bundesligaspielzeit einhellig begrüßt. »Es wird besser laufen und hundertprozentig funktionieren, aber es wird weiter Fehler geben«, sagte Peter Stöger, Chefcoach des Bundesligisten 1. FC Köln.

Für den Münchner Brych ist die Einführung des Video-Assistenten bei dem »immer komplexer werdenden Fußballspiel« eine wichtige Unterstützung: »Wir können jede Hilfe gebrauchen, sind optimistisch und haben ein gutes Gefühl, dass es in der Praxis gut klappt.«

Zugleich forderte er in dieser Gesprächsrunde mit Vertretern aus dem Profibereich einen faireren Umgang mit den Unparteiischen. »Wir haben als Schiedsrichter den Wunsch geäußert, nicht alles in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern dass man sich nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine lieber austauscht«, Referee Brych. »Wir wollen als Sportler angesehen werden und nicht, dass man uns in der Öffentlichkeit zerreißt.«

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