19. Januar 2018, 22:21 Uhr

Ohnmacht und Zorn

19. Januar 2018, 22:21 Uhr
Alles Wasser trinken hilft nichts: Im Glutofen von Melbourne scheidet die Französin Alizé Cornet aus und kritisiert den Turneiveranstalter. (Foto: dpa)

Als sich Rafael Nadal mit einem lockeren Drei-Satz-Sieg seinen Platz im Achtelfinale der Australian Open sicherte, zeigte das Thermometer angenehme 25 Grad an. 6:1, 6:3, 6:1 siegte der Weltranglisten-Erste aus Spanien gegen den Bosnier Damir Dzumhur und war froh über die Ansetzung in der Night Session.

»Das waren sehr, sehr harte Bedingungen gestern und heute. Für die Gesundheit kann das schon gefährlich werden«, sagte Nadal, der bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne nun am Sonntag gegen den Argentinier Diego Schwartzman um den Einzug ins Viertelfinale kämpft. Es sei nicht schön, Spieler derart auf dem Platz leiden zu sehen.

Die Turnier-Organisatoren jedenfalls reagierten erleichtert auf den Temperatursturz im Lauf des Tages. Nachdem sich tags zuvor schon zahlreiche Profis über die extremen Bedingungen bei knapp 40 Grad Celsius beklagt hatten, schimpfte am Nachmittag die Französin Alizé Cornet wie wild über die aus ihrer Sicht irregulären Verhältnisse.

Zwei Tage nach ihrem Sieg gegen die deutsche Nummer eins Julia Görges waren Cornet die Leiden und Strapazen schon früh in dem Drittrunden-Match gegen die Belgierin Elise Mertens anzusehen. 40,2 Grad dokumentierten die Turnier-Organisatoren als Tageshöchstwert. Ab 40 Grad können die Spiele unterbrochen werden oder in den drei größten Arenen die Dächer zum Schutz vor der Hitze geschlossen werden. Doch weder am Donnerstag noch am Freitag wurde die sogenannte Extreme Heat Policy angewandt, da ein bestimmter Koeffizient, der auch die Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit beinhaltet, nicht erreicht wurde. »Ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen«, sagte Cornet nach ihrer 5:7, 4:6-Niederlage gegen Mertens.

Von einem »Schmelzofen« schrieb die australische Zeitung »Herald Sun«, in der »Bild«-Zeitung war von »Horror-Hitze« die Rede, nachdem tags zuvor die gefühlte Temperatur beim Duell zwischen Novak Djokovic und Gael Monfils mit 69 Grad Celsius angegeben wurde. Mit einer zweiseitigen Erklärung reagierten die Veranstalter am Freitag und erläuterten, dass eine Unterbrechung aus ihrer Sicht (noch) nicht notwendig gewesen sei.

Auch Angelique Kerber machten die Temperaturen bei ihrem Drittrunden-Sieg gegen die Kroatin Donna Vekic zu schaffen. Doch auch sie darf sich freuen: Die Temperaturen sinken in den kommenden Tagen weiter – und ihr mit Spannung erwartetes Duell mit Maria Scharapowa um den Achtelfinal-Einzug findet am Samstag (9 Uhr MEZ/Eurosport) ebenfalls in der Night Session statt.

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