21. Mai 2017, 23:00 Uhr

Auslandsfußball

Millionengewinn für DEB Zverev schafft Sensation Real Madrid und Juve holen Titel

21. Mai 2017, 23:00 Uhr
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Von DPA
Packendes Finale: Kanadas Nate MacKinnon (M.) schießt auf den Kasten von Schwedens Henrik Lundqvist (l./r. Anton Stralman). Das Endspiel in Köln ging nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung. (Foto: dpa)

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) geht mit einem satten Millionengewinn aus der Heim-Weltmeisterschaft. Die vorsichtigen Erwartungen von rund 350 000 Zuschauern bei den Spielen in Köln wurden bereits vor dem Endspiel am Sonntag trotz des enttäuschenden Besuchs der Halbfinalspiele deutlich übertroffen. Rund 446 000 Fans kamen zu den 33 WM-Spielen (ohne Finale) in Deutschland. Dies entspricht einem Schnitt von gut 13 500 pro Spiel.

Mit insgesamt bislang rund 668 000 Zuschauern erreichte die 81. WM schon jetzt die zweithöchste Resonanz aller WM-Turniere. Den Zuschauerrekord hält nach wie vor die WM 2015 in Prag und Ostrau. Damals waren 741 690 Zuschauer gekommen. »Wir hatten eine sehr, sehr gute Atmosphäre hier. Wir sind sehr zufrieden«, lobte Weltverbandspräsident René Fasel vor den Halbfinals am Samstag, die beide nicht ausverkauft waren. Das hochklassige Duell Kanada gegen Russland (4:2) sahen 16 469 Zuschauer, zum Abendspiel Schweden gegen Finnland (4:1) kamen dann sogar nur 11 242 Zuschauer.

Dennoch waren die Organisatoren zufrieden, auch mit den Zahlen aus Paris. Dort sahen insgesamt 224 000 Menschen die 30 Spiele. »Unsere Erwartungen wurden übertroffen«, sagte Henner Ziegfeld, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees. Finanziell verantwortlich ist der DEB als Hauptausrichter indes nur für die Spiele in Köln. Genau beziffern kann der Verband das Plus erst nach der WM, es dürfte aber über zwei Millionen Euro liegen.

»Wir sind super zufrieden. Das war ein Festival. Damit können wir uns wirklich sehen lassen«, sagte DEB-Präsident und WM-Organisationschef Franz Reindl. Da der DEB mittlerweile finanziell konsolidiert ist, kann der Gewinn aus der Heim-WM anders als in der Vergangenheit in die Nachwuchsarbeit gesteckt werden. »Das Wichtigste ist, dass wir es für die Zukunft verwenden können. Ob man es in drei Jahre steckt, in fünf oder in acht, das sehen wir dann«, sagte Reindl.

Unterdessen hat Rekord-Weltmeister Russland hat wie im Vorjahr Bronze geholt. Am Sonntag gewann das Team von Trainer Oleg Znarok gegen Finnland das Spiel um Platz drei in Köln mit 5:3 (2:0, 2:1, 1:2). Nikita Gussew (7. Minute/28.), Wladimir Tkatschjow (22.) in Unterzahl, Bogdan Kisselewitsch (29.) und Nikita Kutscherow (49.) schossen die Tore für den 27-maligen Weltmeister, der im Halbfinale am Samstag nach 2:0-Führung noch 2:4 gegen Kanada verloren hatte. Im Finale am späten Sonntagabend stand es zwischen Kanada und Schweden nach regulärer Spielzeit 1:1 (0:0, 0:1, 1:0), die Partie ging in die maximal 20-minütige Verlängerung. Victor Hedman hatte die Schweden in der 40. Minute in Führung gebracht, doch Ryan O’Reilly (42.) egalisierte für die Kanadier, die im Viertelfinale das deutsche Team mit 2:1 bezwungen hatten.

Sensationssieg für Alexander Zverev: Der derzeit beste deutsche Tennisspieler hat den favorisierten ehemaligen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic beim Masters-Turnier in Rom mit 6:4, 6:3 bezwungen. Für seinen souveränen Final-Erfolg über den serbischen Ausnahmekönner benötigte der 20-Jährige am Sonntag gerade einmal 81 Minuten. Damit rückt Zverev auf Rang zehn der Weltrangliste vor, die beste Platzierung seiner Karriere und die höchste eines deutschen Tennisspielers seit Tommy Haas im Oktober 2007.

»Das war heute eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe«, sagte Zverev nach der Partie. Er habe immer an seine Chance geglaubt, sei so aggressiv wie möglich in die Partie gegangen, um Djokovic nicht ins Spiel kommen zu lassen. Trotzdem räumte er ein: »Zu Beginn der Woche hätte ich mir nicht träumen lassen, das Turnier zu gewinnen.« Djokovic gratulierte Zverev zu seinem Erfolg. Eine Erklärung für seine Niederlage habe er nicht, Zverev habe einfach »ein großartiges Spiel« gezeigt, sagte der Serbe, der am Montag 30 Jahre alt wird.

Insgesamt war es das sechste Finale für den 20-jährigen Zverev auf der ATP-Tour. Den letzten seiner bisher drei Titel hatte er zuvor gerade erst in München gewonnen. »Durch den Sieg in Rom gehört er nun bereits als 20-Jähriger zur absoluten Weltspitze im Herrentennis. Die Art und Weise, wie er im Finale den Weltranglistenzweiten Novak Djokovic dominierte, war beeindruckend«, befand der deutsche Tennis-Verbandspräsident Ulrich Klaus. Dass Zverev nun zu den besten zehn Spielern der Welt gehöre, mache ihn stolz, sagte Klaus. »Nach den vielen großartigen Siegen von Angelique Kerber im vergangenen Jahr ist dies ein weiterer fantastischer Erfolg für den deutschen Tennissport.«

Die Sandplatzveranstaltung in Rom war der letzte große Test vor den French Open in Paris, die am kommenden Sonntag beginnen. Zverev bezeichnete Djokovic trotz dessen Niederlage als einen der Favoriten für das Grand-Slam-Turnier. Djokovic setzt in Paris auf Andre Agassi als Coach. Der frühere Weltklassespieler werde ihn in Paris betreuen, erklärte Djokovic in Rom. »Ich habe in den vergangenen Wochen mit André am Telefon gesprochen und wir haben entschieden, in Paris zusammenzukommen«, sagte der Serbe. »Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Wir sind beide aufgeregt, zusammenzuarbeiten und zu sehen, wo es uns hinbringt«, sagte die langjährige Nummer eins der Welt. »Wir haben aber keine längere Vereinbarung.« Agassi lebt mit Tennis-Legende Steffi Graf in Las Vegas.

In den großen europäischen Fußballligen sind die wichtigsten Entscheidungen gefallen. Ein Überblick:

Spanien: Rekord-Titelträger Real Madrid ist mit Weltmeister Toni Kroos erstmals nach fünf Jahren wieder Meister. Die Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane sicherte sich den ersten Primera-División-Titel seit 2012 erst am letzten Spieltag durch ein 2:0 (1:0) am späten Sonntagabend beim FC Málaga. Die Treffer erzielten Cristiano Ronaldo (2.) mit seinem 25. Liga-Treffer und Karim Benzema (55.). Für Titelverteidiger FC Barcelona war der 4:2 (0:1)-Sieg über SD Eibar unterdessen nutzlos. Am Ende hatten die Katalanen drei Zähler Rückstand auf den Erzrivalen aus der Hauptstadt. Bei Punktegleichheit hätten die Katalanen aufgrund des direkten Vergleichs die Oberhand behalten. So musste sich das Team um Nationaltorwart Marc-André ter Stegen mit Platz zwei begnügen.

England: Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool nach einem Jahr ohne europäischen Wettbewerb die Playoffs zur Champions League erreicht. Die Reds besiegten am 38. und letzten Spieltag der Premier League den FC Middlesbrough mit 3:0 (1:0) und beendeten die Saison auf Tabellenplatz vier, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Auch Manchester City und der FC Arsenal siegten am Sonntag, zum Feiern war aber nur den direkt für die Königsklasse berechtigten Citizens zumute. Georginio Wijnaldum (45.), Philippe Coutinho (51.) und Adam Lallana (56.) trafen an der Anfield Road für die Klopp-Elf, die gegen den Absteiger zunächst zittern mussten. Nachdem Konkurrent Arsenal im Fernduell gegen Everton in Führung gegangen war, rutschte Liverpool vorübergehend auf Platz fünf ab, bevor Wijnaldum mit seinem Tor wieder den alten Tabellenstand herstellte.

Italien: Juventus Turin ist zum sechsten Mal in Serie italienischer Meister. Einen Spieltag vor Saisonende machte die Mannschaft des deutschen Nationalspielers Sami Khedira mit einem 3:0 (2:0) im Heimspiel gegen den FC Crotone den Titel perfekt. Ex-Bundesliga-Profi Mario Mandzukic bracht Juve am Sonntag in der 13. Minute in Führung. Der Argentinier Paulo Dybala sorgte mit einem verwandelten Freistoß (39.) für die Vorentscheidung noch vor der Pause. Der brasilianische Abwehrspieler Alex Sandro (83.) setzte den Schlusspunkt.

Vor dem letzten Spieltag der Serie A führt das Team von Trainer Massimiliano Allegri uneinholbar vor dem Tabellenzweiten AS Rom. Beim Champions-League-Finale gegen Real Madrid am 3. Juni in Cardiff kann der italienische Rekordmeister sogar das Triple perfekt machen. Dann hofft auch Khedira auf einen Einsatz, der am Sonntag nach einer Oberschenkelverletzung auf der Bank saß. (Ergebnisse: Aktuelles in Zahlen)



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