21. April 2017, 22:40 Uhr

Mehr als nur ein Heimspiel

Den Abstiegskampf abhaken und auf einen Europacup-Platz schielen: Mit einem Erfolg gegen den FC Augsburg kann Eintracht Frankfurt beides möglich machen. Sollte nach zehn sieglosen Spielen kein Dreier gelingen, könnte bei den Hessen aber das große Zittern beginnen.
21. April 2017, 22:40 Uhr
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Von DPA
Der zwölfte Mann: Die Fans der Frankfurter Eintracht sind nicht gerade begeistert vom Montagsspiel. (Foto: dpa)

Auch nach zehn Bundesliga-Spielen ohne Sieg hat Niko Kovac seinen Optimismus nicht verloren. »Man muss positiv bleiben und nicht das Negative hervorheben«, sagte der 45-jährige Cheftrainer von Eintracht Frankfurt vor der wegweisenden Partie am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FC Augsburg. Mit einem Erfolg könnten die Hessen den Abstiegskampf abhaken und sogar noch auf einen Europacup-Platz schielen. Bei einer Niederlage dürfte angesichts des schweren Restprogramms dagegen das große Zittern beginnen.

»Es geht auf die Zielgerade und oben wie unten um die Wurst«, sagte Kovac, der ein »intensives Spiel« erwartet. Sechs Punkte entfernt liegen die Augsburger, die zuletzt gegen den 1. FC Köln (2:1) gewannen, auf Relegationsplatz 16. »Wir sind uns der Wichtigkeit des Spiels bewusst und wollen den ersten Matchball verwandeln«, meinte der Coach. Wohl wissend, dass es danach erheblich schwerer wird, noch Punkte in der Liga einzufahren.

Schließlich muss die Eintracht danach zum Überflieger 1899 Hoffenheim. Anschließend stehen das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg sowie das Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 an, bevor zum Saisonfinale der Tabellenzweite RB Leipzig erwartet wird. »Wir haben zwar noch mehrere Matchbälle, aber wollen nichts dem Zufall überlassen«, meinte Kovac. Deshalb will er keine Gedanken an das Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach oder den nächsten Liga-Gegner Hoffenheim verschwenden. »Ich bin überzeugt, dass wir das Spiel gegen Augsburg gewinnen. Dann haben wir nichts mehr mit da unten zu tun.« Nach einem Dreier am Samstag wäre auch die Europa League wieder in Reichweite.

Nach der starken Hinrunde mit 29 Punkten und 22 Toren ist die Bilanz der zweiten Halbserie mit neun Zählern und nur sieben Toren ziemlich mies. »Wir erleben das absolute Gegenteil der Hinrunde«, sagte Kovac. »Es wird nach Punkten abgerechnet und wir sind in der Bringschuld.«

Allerdings muss er auch im Saisonendspurt mit Personalproblemen kämpfen. Nach Abwehrchef Makoto Hasebe wird wohl auch Verteidiger Jesus Vallejo bis zum Ende der Spielzeit ausfallen. Der Leihspieler von Real Madrid zog sich eine Oberschenkelverletzung zu. Da der 20-jährige Spanier bereits mehrfach Muskelverletzungen erlitten hat, soll er gründlich durchgecheckt und geklärt werden, ob es eine Ursache für diese Häufigkeit gibt. »Er ist ein junger Spieler und diese Verletzungen sind nicht normal. Wir wollen ihn mal richtig scannen lassen«, kündigte Kovac an. Wieder fit sind die zuletzt angeschlagenen Branimir Hrgota und Omar Mascarell. »Beide stehen zur Verfügung«, sagte Kovac. Nach dem Ausfall von Vallejo muss er wieder neu überlegen, wie er seine Abwehr formiert, die in der Rückrunde schon 18 Gegentore zuließ. »Wir drehen und wenden wieder, um unser Gesicht nicht zu verlieren«, sagte Kovac, für den die Frage nach Dreier- oder Viererkette weniger zentral ist als das Prinzipielle: »Wichtig ist unabhängig vom System, dass wir aggressiv nach vorne spielen und den Gegner unter Druck setzen.«

Nach dem Sieg gegen Köln will Augsburg auch in Frankfurt ein unangenehmer Gegner sein. »Das ist der Augsburger Weg: Eklig aufzutreten, eklig zu verteidigen«, sagte Trainer Manuel Baum. »Wenn jemand auf uns trifft, muss er sich denken: Jetzt spielen wir schon wieder gegen die Augsburger, da haben wir eigentlich gar keine Lust drauf.« Im 200. Bundesligaspiel des FCA muss der 37 Jahre alte Coach auf die verletzten Jan Morávek, Raúl Bobadilla und Caiuby sowie die gesperrten Alfred Finnbogason und Dominik Kohr verzichten. Zudem fehlt Ja-Cheol Koo.



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