Sport

Mehr Werbe-Freiheit für Athleten bei Olympia

Die deutschen Olympia-Starter werden bei den Winterspielen im Februar in Pyeongchang erstmals mehr Freiraum für Werbeaktivitäten haben. Wie das Bundeskartellamt am Donnerstag mitteilte, hält es die Werbebeschränkungen für Athleten und ihre Sponsoren bei Olympischen Spielen für zu groß.
21. Dezember 2017, 22:17 Uhr
DPA

Die deutschen Olympia-Starter werden bei den Winterspielen im Februar in Pyeongchang erstmals mehr Freiraum für Werbeaktivitäten haben. Wie das Bundeskartellamt am Donnerstag mitteilte, hält es die Werbebeschränkungen für Athleten und ihre Sponsoren bei Olympischen Spielen für zu groß.

»Nach unserer Einschätzung sind die Regeln von DOSB und IOC zu restriktiv«, erklärte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. »Die Werbebeschränkungen für Sportler und Unternehmen können einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von DOSB und IOC darstellen.« Es sei zu berücksichtigen, dass die Athleten als Leistungsträger der Spiele »von den sehr hohen Werbeeinnahmen offizieller Olympia-Sponsoren nicht direkt profitieren«.

Die Behörde hatte aufgrund einer Beschwerde des Bundesverbandes der deutschen Sportartikelindustrie ein Kartellverwaltungsverfahren gegen den Deutschen Olympischen Sportbund und das Internationale Olympische Komitee eingeleitet. Geklärt werden sollte, ob die bisherige Anwendung der Regel 40 der olympischen Charta in Deutschland für Sportler und Sponsoren wettbewerbsbeschränkend ist und die Marktbeherrschung von DOSB und IOC missbräuchlich ausgenutzt wird.

Nach der Richtlinie des IOC zu Regel 40 § 3 darf kein Athlet, der an Olympischen Spielen teilnimmt, gestatten, dass seine Person, sein Name, sein Bild oder seine sportlichen Leistungen während der Spiele zu Werbezwecken genutzt werden darf. Diese Werbebeschränkung erfasst alle werblichen und Social-Media-Aktivitäten und gilt ab neun Tage vor Eröffnung der Spiele bis zum dritten Tag nach der Schlussfeier – das ist die »frozen period«.

»DOSB und IOC haben sich bereit erklärt, im Wege von Zusagen die bisherigen Beschränkungen für ausschließlich auf Deutschland ausgerichtete Werbemaßnahmen zu lockern«, hieß es in der Mitteilung.

Markttest zur Überprüfung

»Wir begrüßen, dass die in enger Zusammenarbeit mit dem Bundeskartellamt und dem IOC auf den Weg gebrachten Richtlinien deutliche Erleichterungen für unsere Athleten bringen«, heißt es in einer DOSB-Stellungnahme. Sie ergänzten die vom IOC eingeleiteten erweiterten Möglichkeiten für Werbung und berücksichtigen die Herausforderungen einer sich verändernden Kommunikationslandschaft.

Zu den vereinbarten Lockerungen der Werbemaßnahmen gehört, dass »generische Werbung sowie Gruß- oder Gratulationsbotschaften der Sponsoren an Athleten« anders als bisher auch während der »frozen period« unter bestimmten Voraussetzungen zulässig ist. Außerdem darf der Athlet nach den Zusagen Inhalte von IOC, DOSB oder Team Deutschland teilen oder retweeten »und diese auch mit Grußbotschaften oder Danksagungen an den Sponsor verbinden«.

Das Bundeskartellamt will zu den geplanten Veränderungen einen Markttest durchführen. »Die Änderungen in dem neuen DOSB-Leitfaden 2016 sind daher vorläufig«, erklärte das Kartellamt. Da diese aber für Athleten und Sponsoren besser und weniger wettbewerbsbeschränkend seien und der Zeitrahmen bis zu den Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang eng sei, sollen sie vorläufig anstatt der bisherigen angewandt werden dürfen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/import/Sport-Mehr-Werbe-Freiheit-fuer-Athleten-bei-Olympia;art481,366005

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung