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Keine Experimente

(dpa) Er ist der Pechvogel der Nationalmannschaft – nun kehrt Ilkay Gündogan in den Kreis der deutschen Fußball-Elite zurück. Nach 322 Tagen Leidenszeit berief Joachim Löw den Neu-Engländer erstmals wieder in seinen Kader. Darüber freue er sich »besonders«, betonte der Bundestrainer am Freitag. Der im Sommer für 27 Millionen Euro zu Manchester City gewechselte Mittelfeldspieler Gündogan gehört zum 22-köpfigen Aufgebot für die beiden anstehenden WM-Qualifikationsspiele – nach dem Abschied von Bastian Schweinsteiger ein klares Zeichen.
01. Oktober 2016, 12:00 Uhr
DFB-Star Ilkay Gündogan kehrt zurück zur Mannschaft. 	(Foto: dpa)
DFB-Star Ilkay Gündogan kehrt zurück zur Mannschaft. (Foto: dpa)

Nach längeren Pausen stehen auch der Neu-Wolfsburger Mario Gomez, der Münchner Jérôme Boateng und der Hoffenheimer Sebastian Rudy für die Partien gegen Tschechien am 8. Oktober in Hamburg und drei Tage später in Hannover gegen Nordirland wieder im Kader. Der Dortmunder André Schürrle dagegen fällt wegen einer Knieverletzung wie schon zum Saisonstart aus. Der Weltmeister hat sich erneut eine Innenbandverletzung zugezogen. Überraschungen blieben bei Löws jüngster Auswahl aus. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel war »zu hundert Prozent« davon ausgegangen, dass der derzeit starke Gonzalo Castro nach neun Jahren wieder eine Einladung bekommt. Löw verzichtet weiter auf ihn, und Tuchel sprach von »einer großen Enttäuschung«.
»Diese beiden Heimspiele sind sehr wichtig für uns. Nachdem wir in Norwegen gut in die Qualifikation gestartet sind, wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und die Tabellenführung in unserer Gruppe behaupten«, erklärte Löw. Dem 25 Jahre alten Gündogan, der in seinen bisherigen 16 Länderspielen vier Tore markierte, traut der Bundestrainer schon seit längerer Zeit eine Führungsrolle in seinem Team zu. Doch wegen Verletzungen musste der Ex-Dortmunder sowohl für die WM 2014 als auch für die EM 2016 passen.
Nach dem Karriereende von Bastian Schweinsteiger könnte der Stratege Gündogan auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung 2018 in Russland nun im zentralen Mittelfeld entscheidende Impulse setzen. Sein bisher letzten Länderspiel hatte er am 13. November 2015 in Frankreich bestritten: Eine Fußprellung und eine Luxation der Kniescheibe verhinderten weitere Einsätze.
Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem 3:0-Sieg in Oslo sind auch die Youngster Max Meyer und Julian Brandt wieder mit dabei. Auf einen weiteren Neuling verzichtet Löw. Jonathan Tah, Niklas Süle und Leroy Sané zählen nach Rücksprache mit DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Trainer Stefan Kuntz »dieses Mal zum Aufgebot der U 21«, informierte der Bundestrainer. Sie sind aber weiter im Blickfeld.
Gomez und Boateng hatten sich bei der EM im Sommer verletzt, inzwischen sind beide wieder im Spielrhythmus. Rudy war vor dem Turnier in Frankreich aus dem Kader gestrichen worden. Verzichten muss der DFB-Chefcoach noch immer auf die verletzten Marco Reus (Borussia Dortmund) und Antonio Rüdiger (AS Rom). Emre Can war beim FC Liverpool nach einer Kapselverletzung gerade erst wieder in den Wettkampfbetrieb zurückgekehrt.
Das deutsche Aufgebot / Tor: Manuel Neuer (München), Bernd Leno (Leverkusen), Marc-André ter Stegen (Barcelona). – Abwehr: Jerome Boateng, Mats Hummels, Joshua Kimmich (alle München), Jonas Hector (Köln), Benedikt Höwedes (Schalke), Shkodran Mustafi (Arsenal), Sebastian Rudy (Hoffenheim). – Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt, Kevin Volland (beide Leverkusen), Julian Draxler, Mario Gomez (Wolfsburg), Mario Götze, Julian Weigl (beide Dortmund), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Max Meyer (Schalke), Thomas Müller (München), Mesut Özil (Arsenal).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/import/Sport-Keine-Experimente;art481,116637

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