25. Januar 2018, 22:42 Uhr

Kein Herzinfarkt bei Strasser

25. Januar 2018, 22:42 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA
Weiter im Krankenhaus ist Kaiserslauterns Trainer Jeff Strasser, der noch in der ersten Hälfte sein Team in Darmstadt coachte. (dpa)

Jeff Strasser hat beim Abbruch-Drama von Darmstadt wohl keinen Herzinfarkt erlitten, die Sorge um die ungewisse Zukunft von Kaiserslauterns Trainer aber bewegt den deutschen Profifußball. Am Donnerstag leitete sein Assistent Alexander Bugera das Training beim Zweitliga-Schlusslicht. Der Bund Deutscher Fußball-Lehrer mahnte die Vereine, nicht nur bei den Spielern auf die Gesundheit zu achten, sondern auch bei den Trainern, die unter großem öffentlichen Druck arbeiten. Das Spiel wird komplett nachgeholt, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilte. Einen Termin gibt es aber noch nicht.

»Man müsste eigentlich jeden einzelnen Verein fragen, ob er die Untersuchungen, die bei Profis permanent durchgeführt werden, auch bei den Trainern macht«, sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner. Kurz bevor Bugera auf dem Betzenberg mit den Profis trainierte, hatte der 1. FC Kaiserslautern mitgeteilt: »Nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus in Darmstadt kann ein Herzinfarkt bei FCK-Cheftrainer Jeff Strasser ausgeschlossen werden.« Weitere kardiologische Untersuchungen würden erfolgen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Wegen des medizinischen Notfalls bei Strasser wurde am Mittwochabend das Kellerduell zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem FCK nach der Pause nicht fortgesetzt.

»Jeder Club hat seine Ärzte jeden Tag da und jeden Tag um sich«, sagte Hoffenheims Chefcoach Julian Nagelsmann, der 2015/2016 gemeinsam mit Strasser den Fußballlehrer-Lehrgang absolvierte. »Grundsätzlich denke ich, dass wir als Bundesliga-Trainer gut versorgt sind, was die medizinische Ausstattung angeht. Aber das Beispiel Jeff zeigt, dass immer etwas vorkommen kann.«

Der Luxemburger Strasser hatte im September die Nachfolge von Chefcoach Norbert Meier angetreten. Kaiserslautern steckt in der größten Krise seiner Historie: Dem viermaligen deutschen Meister droht der Absturz in die 3. Liga. Mit zwölf Punkten stehen die Pfälzer am Tabellenende und traten in den 45 Minuten in Darmstadt sichtlich verunsichert auf.

Dass der FCK für die sportliche Zukunft den erfahrenen Martin Bader als neuen Sport-Vorstand holte, geriet zum Randaspekt: »Das Wichtigste zum jetzigen Zeitpunkt ist aber, dass unser Cheftrainer Jeff Strasser wieder gesund wird. Alles andere ist derzeit nebensächlich«, sagte der 49-Jährige, der früher in Hannover, Nürnberg und bei Hertha tätig war. Wer beim Heimspiel des FCK am Samstag (13 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf die Mannschaft betreuen werde, steht nach Angaben des Vereins noch nicht fest. Ex-Profi Bugera (39) hat keine Fußballlehrer-Lizenz und bräuchte von der DFL eine Ausnahmegenehmigung. Die DFL will die Partie »schnellstmöglich« neu terminieren. »Klar ist, dass die Begegnung über die komplette Spielzeit von 90 Minuten ausgetragen wird«, hieß es in der Erklärung der Dachorganisation der Proficlubs.

»Jeff hatte wohl in der ersten Halbzeit ein Druckgefühl auf dem Brustkorb. Das haben wir dann aus Vorsichtsmaßnahmen erstmal abklopfen lassen und haben dann entschieden, dass es besser ist, sich untersuchen zu lassen«, erklärte Lauterns Sportdirektor Boris Notzon. Dem Trainer gehe es den Umständen entsprechend gut. »Das ist so eine Floskel, aber er ist ansprechbar gewesen und alles okay. Er hat Symptome, die abgeklärt werden müssen und das passiert gerade«, sagte Notzon.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos