11. Mai 2017, 23:09 Uhr

Infantino moniert »FIFA-Bashing«

11. Mai 2017, 23:09 Uhr
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Von DPA

Im Stile von Donald Trump hat FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Kritiker attackiert und sich »überrascht« über den Vorwurf fehlender Transparenz durch DFB-Chef Reinhard Grindel geäußert. Vor der umstrittenen Neubesetzung der Ethikkommission wütete der Weltverbands-Boss beim FIFA-Kongress ähnlich wie der US-Präsident über »viele Fake News und alternative Fakten«.

Dazu beklagte Infantino nach dem Rauswurf der Ethik-Chefs um den deutschen Richter Hans-Joachim Eckert eine angeblich gezielte Kampagne: »Gerade in gewissen Ländern ist dieses FIFA-Bashing zum Volkssport geworden.« Die FIFA sei »eine Demokratie, keine Diktatur«.

Nach dem Kongress erklärte DFB-Chef Grindel, dass er sich einen »transparenteren« Prozess für die Personalauswahl der Kommissionen gewünscht habe. Die Vorschlagslisten habe er »erst im Moment der Entscheidung im Rat gesehen. Das ist sicherlich nicht das, wie wir in Zukunft solche sensiblen Entscheidungen durchführen sollten«, betonte Grindel.

Wie erwartet votierte die FIFA-Vollversammlung mit überwältigender Mehrheit von 97 Prozent für die Nachfolger von Eckert und des Schweizer Chef-Ermittlers Cornel Borbely. Die Kolumbianerin María Claudia Rojas agiert als neue Chef-Ermittlerin, der Grieche Vassilios Skouris übernimmt das Amt als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer.

Bei der Wahl der Ethiker im Kongress enthielt sich der Deutsche Fußball-Bund, im Council hatte Grindel dem Vorschlag für die neue Besetzung aber zugestimmt. »Es wäre unfair gewesen und nicht respektvoll, sie jetzt abzulehnen, nur weil man dagegen war, hier eine personelle Veränderung vorzunehmen«, sagte er.

Bruch mit FIFA-Statuten

Dass es bei der Absetzung der FIFA-Ethikchefs zu einem möglichen Bruch mit den Statuten des Weltverbands gekommen sein könnte, spielte auf der Bühne im Kongresszentrum der bahrainischen Hauptstadt keine Rolle. Die Liste für die Besetzung der Kommissionen habe nicht vier Monate vor der Wahl der FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura vorgelegen, bestätigten FIFA-nahe Quellen. Dies wird damit begründet, dass es nicht genug Personalvorschläge durch die Konföderationen gegeben hätte. Die FIFA betonte, dass es sich bei dem Zeitraum von vier Monaten nicht um eine Frist handle.

In einer weiteren Abstimmung mit klarer Zustimmung wurde der Zeitplan für die Vergabe der XXL-WM 2026 beschlossen. Der Zuschlag für das erste Turnier mit 48 Teilnehmern soll zwei Jahre früher als geplant im kommenden Jahr erfolgen. Potenzielle Kontrahenten der Bewerbung der USA, Kanada und Mexiko haben drei Monate Zeit für eine Kandidatur, entschied der Kongress. Verbände aus Europa und Asien sind als Gastgeber ausgeschlossen.

Im Dauer-Streit zwischen den Verbänden Israels und Palästinas, um das Spielrecht von Clubs aus Israel in der West-Bank, gab es erneut keine Lösung. Er habe gehört, dass sich auch US-Präsident Trump mit dem Nahostkonflikt beschäftige, sagte Infantino. »Ich hoffe, dass er eine Lösung findet. Wenn er eine gute Idee hat, übernehme ich das gerne für die FIFA.«



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