29. März 2019, 22:44 Uhr

Hütter voller Zuversicht

Für Eintracht Frankfurt beginnt am Sonntag (18 Uhr) gegen den VfB Stuttgart der Saison-Endspurt in der Bundesliga. Trainer Hütter erwartet einen begeisternden Auftritt seines Teams und einen Sieg im Kampf um die europäischen Plätze.
29. März 2019, 22:44 Uhr

Eintracht Frankfurt


Verteidiger Martin Hinteregger, der dieser Tage mit einem eigenen Lied (»Hinti Army Now«) geadelt wurde, ist gottfroh, seit Anfang dieser Woche wieder in seiner Wahlheimat Frankfurt zu sein. Denn dort kennt er das, was ihm zweimal hintereinander mit seinem Heimatland Österreich widerfahren ist, nur vom Hörensagen: Fußballspiele zu verlieren. Seit Ende Januar verteidigt der 26-Jährige nun für die Eintracht, er kennt Siege und Unentschieden, aber nicht dieses schale Gefühl, wie jetzt mit Österreich gegen Polen (0:1) und Israel (2:4), in den saueren Apfel beißen zu müssen. Das soll auch am morgigen Sonntag kurz vor 20 Uhr so bleiben, wenn die Partie gegen den VfB Stuttgart vor ausverkauftem Hause beendet ist.

Acht Spieltage vor Schluss rückt die Entscheidung immer näher, kommt es auf Kleinigkeiten an. »Wir sind auf der Zielgeraden«, sagt Trainer Adi Hütter, »jetzt kommt der Endspurt.« Die Ausgangslage der Frankfurter ist komfortabel, Platz fünf mit 46 Punkten und mit Tuchfühlung auf Platz drei, »aber«, schränkt der Fußballlehrer ein, »wir müssen schauen, was hinter uns los ist.« Eine Schwächeperiode sollten sich die Hessen nicht leisten, jetzt, da die großen Ziele so sehr in greifbare Nähe gerückt sind.

Gegen den VfB Stuttgart, derzeit auf dem Relegationsplatz, sind die Frankfurter der Favorit. »Diese Rolle müssen wir annehmen«, findet Hütter, »wir haben das Selbstvertrauen und wir wollen den nächsten Sieg anpacken«. Außerdem spiele man vor den eigenen Fans. »Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die uns alle begeistert«, fordert der Coach, der mit einem »guten Gefühl« die jüngsten Trainingseinheiten verfolgt hat: »Alle waren sehr engagiert, bissig, leidenschaftlich und fokussiert.« Er warnt aber auch davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. »Es ist gefährlich, wenn man glaubt, aufgrund der Tabellensituation läuft so ein Spiel von ganz alleine.« Das Gegenteil sei der Fall: »Das wird kein einfaches Spiel.« Zumal sich der VfB in den jüngsten Begegnungen sichtbar stabilisiert habe.

Was dem österreichischen Übungsleiter zuletzt nicht so gefallen hat, war die mangelhafte Chancenverwertung in den Spielen gegen Inter Mailand und 1. FC Nürnberg. Beide Partien wurden zwar gewonnen, jeweils 1:0, dennoch hatten die Frankfurter Tormöglichkeiten quasi am Fließband liegen gelassen. »Da müssen wir den Hebel ansetzen.« Dennoch sieht Trainer Hütter, der bis auf den angeschlagenen Taleb Tawatha und den Rekonvaleszenten Timothy Chandler personell aus dem Vollen schöpfen kann, der Partie mit einiger Zuversicht entgegen. »Wir nehmen die Energie und die Kraft der letzten Wochen in diesen Endspurt mit.«

Einer, auf den es besonders ankommt, ist Luka Jovic, dessen Berater Fali Ramadani laut der spanischen Zeitung »AS« dieser Tage in Madrid mit Real-Generaldirektor Jose Angel Sanchez auf dem Real-Trainingsgelände gesehen wurde. Dass es Begehrlichkeiten für den 21 Jahre alten »Topstürmer« (Hütter) gibt, ist keine Frage. Erstaunlich ist, wie wenig sich der Serbe vom Ballyhoo ablenken lässt. »Ich sehe, dass er jeden Tag mit unglaublich viel Freude und Spaß auf den Platz kommt. Er ist klar im Kopf«, sagt Hütter.

Unterdessen wird Eintracht Frankfurt am Sonntag Flagge zeigen – eine blaue mit elf gelben Sternen. Der Spielführer wird eine Kapitänsbinde mit Europa-Fahne tragen, um die Bedeutung der Union im Angesicht des Brexit und der Europawahlen am 26. Mai hervorzuheben. Wer das sein wird, ist noch offen. Der amtierende Kapitän David Abraham, ein Argentinier, fiel lange wegen Problemen an der Wade aus und ist erst in dieser Woche ins Training eingestiegen. »Er ist ein Thema«, sagt Hütter. Gelson Fernandes, ein Schweizer mit kapverdischen Wurzeln, oder Makoto Hasebe, ein Japaner, könnten ebenfalls europäisch vorangehen.

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