19. Oktober 2017, 23:28 Uhr

Heynckes findet Reset-Knopf

Zwei Spiele, 8:0 Tore – unter Heynckes liefern die Bayern wieder Bayern-Ergebnisse. Die Chemie im Team stimme wieder, sagt Jubilar Robben. Aber die »riesigen Aufgaben« kommen jetzt erst.
19. Oktober 2017, 23:28 Uhr
Findet trotz der 8:0 Tore in zwei Spielen Ansätze für Kritik: Bayern-Trainer Jupp Heynckes, auf dessen Mannschaft in den kommenden zwei Wochen ein hartes Programm wartet. (dpa)

Uli Hoeneß trug den rot-weißen Fanschal wieder mit sichtbarem Stolz, als er zur Gratulation in die Spielerkabine ging. Sein Freund Jupp Heynckes hat beim FC Bayern München den Reset-Knopf gedrückt – und prompt läuft es beim Münchner Starensemble wieder in der Fußball-Bundesliga und der Champions League. »Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Trotzdem ist bisher schon ein kleiner Ruck durch die Mannschaft gegangen«, resümierte Thomas Müller nach dem 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow. Und der Kapitän kündigte entschlossen und kämpferisch an: »Und wir wollen dranbleiben!«

Drei Wochen sind seit der Trennung von Carlo Ancelotti vergangenen. Und gerade einmal anderthalb Wochen ist der 72-jährige Heynckes aus dem Trainer-Ruhestand zurück. Aber nicht nur Präsident Hoeneß hat quasi über Nacht wieder ein gutes Gefühl bei Auftritten seines FC Bayern. »Ich glaube, wir haben schon einiges verbessert. Die Tendenz ist gut«, sagte Arjen Robben nach seinem 100. Champions-League-Spiel.

Heynckes’ Maßnahmen fruchten. Die Bayern verspielen unter ihm keine 2:0-Führungen mehr wie gegen den VfL Wolfsburg oder gegen Hertha BSC. Die Mannschaft habe ein »Reset« gebraucht, einen Neustart, bemerkte Torjäger Robert Lewandowski. »Der Trainer hat ganz klare Vorstellungen von Disziplin, Einsatz und Mannschaftsdienlichkeit. Da bin ich sehr froh«, erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic: »Das funktioniert sehr gut, die Jungs ziehen super mit.«

Thomas Müller mit seinem 40. Champions-League-Tor, Joshua Kimmich und Mats Hummels ebneten den Weg ins Achtelfinale, das die Bayern schon in zwei Wochen beim Rückspiel in Schottland fix buchen können. Die mangelhafte Chancenverwertung und defensive Nachlässigkeiten in der Endphase boten Heynckes aber auch genügend Ansätze zur Kritik. »Das darf unserer Mannschaft nicht passieren. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein und defensiv arbeiten.«

Denn in den kommenden zwei Wochen kommt der Jupp-Effekt auf den Prüfstand: Samstag geht’s zum HSV, dann zweimal gegen Leipzig (Pokal und Liga), anschließend nach Glasgow und den Abschlusstest bildet der Liga-Gipfel bei Borussia Dortmund.

Die Startphase seiner vierten Bayern-Mission sieht Heynckes nicht für Experimente geeignet. Darum wird er vorerst auf einen festen Stamm bei der Formation setzen, auf eine Achse von Hummels und Boateng über Thiago bis hin zu Müller, Robben und Lewandowski.

Heynckes erwartet, dass sich Müller und Co. in den anstehenden, »riesigen Aufgaben« durchbeißen. »Es sind Hochleistungsprofis, die können drei Spiele ohne Probleme in einer Woche absolvieren«, sagte er deutlich. Jupp is back, Bayern is back – und auch die Saisonziele sind zurück. Jubilar Robben sprach schon wieder von Trophäen. »Wenn man Titel gewinnen will, braucht man in der Mannschaft diese Chemie, diese Zusammenarbeit«, sagte der Holländer: »Wir müssen nicht 22 oder 23 Freunde sein, aber wir müssen uns aufeinander verlassen können.«

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