23. Juli 2017, 22:41 Uhr

Frust nach verpasster WM

23. Juli 2017, 22:41 Uhr

Deprimiert stiegen die deutschen Volleyballer nach der verpassten WM 2018 in ihren Mannschaftsbus. Nicht erst auf dem Weg ins Teamhotel nahe des Hauptbahnhofs von Kortrijk musste sich die Mannschaft um den neuen Nationaltrainer Andrea Giani Gedanken über ihr krachendes Scheitern beim Sechs-Nationen-Turnier in Belgien machen. Erstmals seit 2002 in Argentinien findet eine WM ohne die Deutschen statt. 2014 hatten sie noch sensationell Bronze gewonnen - es war die erste WM-Medaille nach 44 Jahren.

Nach einem ernüchternden 0:3 (16:25, 16:25, 17:25) am Samstagabend gegen den Favoriten Belgien um den früheren deutschen Nationalcoach Vital Heynen fällt die Reise nach Italien und Bulgarien 2018 flach.

»Wir müssen einfach hart arbeiten, um den Abstand in Zukunft Punkt für Punkt kleiner werden zu lassen«, sagte Außenangreifer Christian Fromm nach der zweiten Niederlage im vierten Spiel. »Spiele kann man nicht gewinnen, wenn man nur Fehler nach Fehler nach Fehler macht«, konstatierte Kapitän und Zuspieler Lukas Kampa.

Die Deutschen haben erheblichen Nachholbedarf. Während Heynen aus den Belgiern eine vielversprechende Mannschaft geformt hat, die seine Systemumstellung schon fast verinnerlicht hat, muss dies Giani erst noch schaffen.

Derzeit sind die Deutschen damit ausgelastet, sich an den Stil des Italieners zu gewöhnen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger fordert Giani mehr Risiko und Tempo bei Aufschlag und Angriff. In kurzen Phasen funktioniert das auch. Doch Konstanz ist für diese im Umbruch befindliche Mannschaft noch ein Fremdwort.

»Es ist natürlich enttäuschend, dass wir uns nicht für die WM qualifiziert haben, weil es für ein Land wie Deutschland wichtig ist, bei solchen Turnieren dabei zu sein«, sagte Giani.

Derweil haben sich die deutschen Frauen auf imposante Weise für die Finalrunde der zweiten Grand-Prix-Gruppe qualifiziert. Das Team von Bundestrainer Felix Koslowski feierte am Samstag (Ortszeit) beim letzten Vorrundenturnier im kanadischen Richmond seinen siebten Sieg am Stück. Beim 3:0 (25:18, 25:21, 25:15) gegen Tschechien war Außenangreiferin Jana-Franziska Poll mit zwölf Punkten beste Angreiferin.

Schon vor ihrem letzten Spiel gegen Peru in der Nacht zum Montag sind die Schmetterkünstlerinnen damit bei der Finalrunde kommendes Wochenende in Ostrau dabei. Dort treffen sie auf Südkorea, Polen und Gastgeber Tschechien. Für Koslowskis Team geht es in Ostrau nach dem Abstieg 2016 um die Rückkehr in die erste Grand-Prix-Gruppe.

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