29. Oktober 2017, 21:51 Uhr

Frankfurts Aufsteiger

29. Oktober 2017, 21:51 Uhr
Marius Wolf

Eine solche Geschichte ist ganz nach Niko Kovac’ Geschmack. »Sein Beispiel zeigt: Arbeit zahlt sich aus. Wer an sich glaubt, wird auch erfolgreich sein«, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt und sprach dabei über Marius Wolf. Der 22 Jahre alte Flügelspieler ist so etwas wie der Mann der Stunde bei der Eintracht. Schon vor einer Woche erzielte er das Tor zum 2:2 gegen Borussia Dortmund. Am Freitagabend bereitete er dann beim 1:1 (1:0) beim FSV Mainz 05 mit großem Einsatz den Frankfurter Führungstreffer durch ein Eigentor von Stefan Bell vor.

Als Konsequenz daraus hat sich sein Verein nun schon nach zehn Bundesliga-Spielen dazu entschlossen, den bislang nur von Hannover 96 ausgeliehenen Wolf nach dieser Saison fest zu verpflichten. »Er hat eine richtig gute Entwicklung genommen. Ich bin mir sicher, dass wir die Option ziehen und in Zukunft noch viel Freude an ihm haben werden«, sagte Kovac in Mainz. Rund 500 000 Euro wird es die Eintracht nur kosten, aus einem Leihvertrag im nächsten Sommer eine Festanstellung zu machen. Damit ist der frühere Junioren-Nationalspieler ein Schnäppchen. Kovac lobt an Wolf nicht nur dessen Einstellung, sondern auch seine Vielseitigkeit. Gegen Dortmund begann er im offensiven Mittelfeld. In Mainz vertrat er den verletzten Timothy Chandler auf der rechten Seite. »Ich haue mich rein, egal auf welcher Position«, sagte Wolf.

Der gebürtige Coburger ist erst seit drei Jahren Fußball-Profi, hat in dieser Zeit aber schon Extreme erlebt. Nach seinem starken Einstand beim TSV 1860 München jagte ihn im Winter 2015/16 die halbe Bundesliga. Wolf entschied sich für Hannover 96 – und stieg mit seinem neuen Verein prompt ab. In der 2. Liga wurde er zeitweise in die zweite Mannschaft der Niedersachsen verbannt. Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner glaubte weiter an sein Talent und holte ihn im Januar 2017 zur Eintracht.

»Nur Wolf ist eine Wucht«, titelte die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« nach dem schwachen Rhein-Main-Derby zwischen der Eintracht und Mainz 05 – 14-mal sind die Frankfurter in der 1. und 2. Liga in Mainz angetreten, 14-mal haben sie dort nicht gewonnen.

Dieser schwachen Bilanz zum Trotz konnten die meisten Frankfurter mit dem 1:1 gut leben. »Wir können zufrieden sein«, sagte Wolf. Der 22-Jährige war selbst am Mainzer Ausgleichstreffer beteiligt, denn er ließ den Torschützen Suat Serdar im Strafraum allein. »Klar werden viele sagen: Wir haben 1:0 geführt, da hätten wir auch gewinnen können oder sogar müssen. Aber wir nehmen den Punkt gerne mit«, sagte Kovac. »Wenn man ein 0:2 gegen Dortmund aufholt, im Pokal weiterkommt und in Mainz einen Punkt holt, war das eine gute Woche. Ich bin zufrieden. Der Oktober war goldig für uns.«

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