01. Oktober 2017, 21:45 Uhr

Golf Eishockey Kanu-WM

Florian Fritsch starker Vierter Olympia-Norm erfüllt Achter überwindet Final-Trauma Eisbären verlieren Topspiel Ricarda Funk holt Bronze

01. Oktober 2017, 21:45 Uhr
Nathalie Weinzierl erfüllt in Oberstdorf die verbandsinterne Olympia-Norm. (Foto: dpa)

Golfprofi Florian Fritsch hat beim British Masters in Newcastle upon Tyne nach einer starken Schlussrunde den geteilten vierten Platz belegt. Der 31-Jährige aus München spielte am Sonntag eine 63er Runde und sicherte sich so sein bislang bestes Ergebnis auf der Europa-Tour, das mit einer Prämie von 120 000 Euro belohnt wurde. Insgesamt benötigte Fritsch 266 Schläge und lag damit sechs Schläge hinter dem siegreichen Iren Paul Dunne (260). Der Nordire Rory McIlroy (263) wurde Zweiter.

Beim mit drei Millionen Pfund (3,42 Millionen Euro) dotierten Event auf dem Par-70-Kurs des Close House Golf Clubs musste sich der zweimalige Major-Sieger Martin Kaymer aus Mettmann nach 271 Schlägen mit dem geteilten 20. Platz begnügen.

Großer Jubel bei der Nebelhorn-Trophy im deutschen Eiskunstlaufteam: Die Oberstdorfer Eistänzer Kavita Lorenz und Joti Polizoakis haben mit Bravour den letzten fehlenden deutschen Quotenplatz für Olympia in Pyeongchang/Südkorea geholt. Zudem knackten sie bei ihrem ersten Saisonwettkampf mit 152,50 Punkten die deutsche Olympia-Norm von 137 Zählern.

»Sie haben eine Hausmarke gesetzt, die anderen müssen sich jetzt anstrengen«, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union, nach dem dritten Platz der zweimaligen deutschen Meister hinter den Briten Penny Coomes/Nicholas Buckland (177,13) und Kana Muramoto/Chris Reed (159,30) aus Japan.

»Wir sind nicht nur für uns, sondern auch für Deutschland gelaufen«, betonte die gebürtige Berlinerin Lorenz am Samstag nach der Kür mit Musik aus dem Film »Stolz und Vorurteil«. Die in Detroit trainierenden Tänzer haben die vierwöchige Pause wegen einer Achillessehnenverletzung der 22-Jährigen gut kompensiert.

Die DEU ist nun in allen Eiskunstlauf-Disziplinen bei den Winterspielen im Februar vertreten, auch im Team-Wettbewerb sieht es gut aus. Die Mannheimerin Nathalie Weinzierl erfüllte zudem auf Platz vier mit 155,85 Punkten die verbandsinterne Norm von 150.

Das Aushängeschild für die DEU bleiben die WM-Zweiten Aljona Savchenko/Bruno Massot, in deren Schatten auch Ruben Blommaert/Annika Hocke die Norm glänzend erfüllten. Sorgen macht sich der kleine Verband allerdings um die Herren: Der Olympia-Achte Peter Liebers setzte lange wegen einer komplizierten Hüftverletzung aus und auch sein Berliner Trainingskollege Paul Fentz ist gesundheitlich nicht stabil.

Achter gut, alles gut. Das Paradeboot hat den Deutschen Ruderverband vor der schlechtesten WM-Bilanz in diesem Jahrtausend bewahrt. Im feuchtheißen Klima von Florida wurde die Crew um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann am letzten Tag der Titelkämpfe den Endlauf mit einer halben Bootslänge vor den USA und Italien. Damit sorgte sie für die einzige DRV-Medaille in den 14 olympischen Bootklassen. »Ein Traum ist wahr geworden. Der Druck war unbeschreiblich«, sagte das jüngste Teammitglied Torben Johannesen aus Hamburg.

Der erste Triumph des Achters seit London 2012 vertrieb den Frust der vergangenen Jahre mit vier zweiten Plätzen in Serie. In souveräner Manier wurde das Final-Trauma überwunden. »Wir hatten im bisherigen Saisonverlauf Selbstvertrauen getankt. Der Sieg heute ist das I-Tüpfelchen«, kommentierte Trainer Uwe Bender.

Die für ihre dynamische Startphase bekannten Europameister hatten sich schon bei der 1000-Meter-Marke vorentscheidend abgesetzt. Deshalb fiel es leichter, die Angriffe der Amerikaner und der Italiener im Schlussspurt abzuwehren. »Wir hatten einen klaren Fahrplan. Und den hat das Team super umgesetzt«, befand Schlagmann Ocik. Ähnlich euphorisch war Johannes Weißenfeld (Herdecke). »Das war der Startschuss für Tokio 2020. So kann es in den nächsten drei Jahren weitergehen.«

Der Triumph des Achters tröstete über die insgesamt dürftige deutsche Ausbeute hinweg. Die Probleme beim Neuaufbau eines verjüngten DRV-Kaders konnte er aber nur bedingt verdecken. Eine ähnlich geringe Medaillenzahl für die deutsche Flotte gab es zuletzt 2008 in Peking mit nur jeweils einmal Silber und Bronze. Vor einem Jahr in Rio standen zwei Siege und ein zweiter Rang zu Buche.

Immerhin erreichten im Vergleich zu Rio 2016 (3) in Sarasota (6) doppelt so viele Boote das Finale. Das wertete Marcus Schwarzrock als positives Zeichen. »Für die vielen jungen Sportler, die zum ersten Mal bei einer WM dabei waren, ist ein guter Erfolg, überhaupt das A-Finale erreicht zu haben«, sagte der DRV-Chefcoach.

Einer, der in Zukunft zu einem Medaillenkandidaten reifen könnte, ist Tim Ole Naske. Gleich bei seiner ersten WM-Teilnahme erkämpfte sich der 21 Jahre alte Hamburger einen Platz im erlesenen 6er-Feld der Skiff-Elite. Damit schlüpfte er in die Fußstapfen seines langjährigen Vorgängers Marcel Hacker. Der sechste Rang im Finale am Sonntag konnte die Freude von Naske nicht trüben.

Stellvertretend für den schwierigen Umbruch im deutschen Kader steht der Frauen-Doppelvierer. Erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung gab es in dieser Bootsklasse keine Medaille für den DRV. Das im Vergleich zum Olympiasieg von Rio komplett neu besetzte Team zeigte zwar einen couragierten Auftritt, kam aber als Vierter fast fünf Sekunden hinter dem Sieger aus den Niederlanden ins Ziel.

Noch weiter von einer Medaille entfernt waren der Zweier ohne Steuerfrau, der leichte Männer-Doppelzweier und der Vierer ohne Steuermann. Podestplätze gab es nur noch in den nichtolympischen Bootsklassen. Der leichte Vierer ohne Steuermann mit dem Gießener Jonathan Koch und der Zweier mit Steuermann gewannen Bronze. (dpa/F: dpa)

Die Eisbären Berlin haben den Sprung an die Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga DEL verpasst. Der Club verlor am Sonntag das Topspiel gegen die Adler Mannheim mit 3:4 (1:2, 1:1, 1:1) und bleibt mit 15 Punkten vorerst auf Platz zwei. Die Mannheimer kletterten durch den Auswärtssieg vorerst auf Platz drei.

Vor 12 877 Zuschauern in Berlin gingen die Mannheimer bereits nach 28 Sekunden durch Nationalmannschafts-Kapitän Marcel Goc in Führung. Nach dem 0:2 durch Phil Hungerecker (5.) egalisierten die Eisbären durch Daniel Fischbuch (15.) und Nicholas Petersen (22.) die Partie. Die Adler aber lagen nach dem 3:2 durch Chad Kolarik (32.) wieder vorn. Nach dem erneuten Ausgleich durch James Sheppard (51.) sorgte Mannheims Garrett Festerling 62 Sekunden später für die Entscheidung.

Die Düsseldorfer EG gewann dank dreier Treffer von Alexej Dmitriew (4./8./25.) mit 4:1 (3:0, 1:0, 0:1) in Iserlohn. Lukas Laub (16.) und Spencer Machacek (59.) erzielte die weiteren DEG-Tore. Iserlohns Johan Larsson konnte nur noch verkürzen.

Ricarda Funk hat bei der Kanuslalom-Weltmeisterschaft im französischen Pau die Bronzemedaille gewonnen, Sideris Tasiadis seine erste WM-Plakette verpasst. Nach der Silbermedaille 2015 landete die Weltcup-Gesamtsiegerin am Samstag im Kajak-Einer auf Rang drei. Mehr war trotz eines fehlerfreien Laufes nicht drin. »Ich habe ihren Lauf gesehen, es war einfach nur verdient, ein richtiger Weltmeisterlauf. Ich wusste schon, um das zu schaffen, braucht man erstmal gutes Wasser und alles muss perfekt sein«, sagte Funk über den perfekten Lauf der siegreichen Australierin Jessica Fox. Diese hatte im Ziel 5,48 Sekunden Vorsprung. Zweite wurde die Slowakin Jana Dukatova. Die 24-jährige Hallenserin Lisa Fritsche schaffte den 280 Meter langen Kurs zwar auch fehlerfrei, ließ aber einige Zeit liegen. Am Ende kam sie mit 11,77 Sekunden Rückstand auf die Siegerin auf Rang sechs.

Der große Pechvogel war Sideris Tasiadis. Der 27-Jährige aus Augsburg verpasste trotz Bestzeit im Halbfinale seine erste WM-Medaille. Im Endlauf lag er klar auf Medaillenkurs, kam dann aber so unglücklich in eine Walze, dass er enorm viel Zeit verlor. Obwohl der Weltcup-Gesamtsieger ohne Stangenberührung blieb, kam er mit 5,22 Sekunden Rückstand auf den Sieger nur auf Platz sechs.

Den Sieg sicherte sich Benjamin Savsek aus Slowenien. Zweiter wurde der Slowake Alexander Slafkovsky vor seinem routinierten Landsmann Michal Martikan. Franz Anton, 2015 Weltmeister im Canadier-Zweier mit seinem Leipziger Kollegen Jan Benzien, leistete sich im anspruchsvollen Wildwasserkanal am Rande der Pyrenäen eine Stangenberührung und kam auf Platz neun.

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