29. Januar 2017, 20:50 Uhr

Federers Jubelschreie

Roger Feder holt seinen 18. Grand-Slam-Titel, Serena Williams den 23. Triumph bei den wichtigsten Tennis-Turnieren. Bei den Australian Open siegen die Größten dieser Zeit. Die Amerikanerin ist wieder die Nummer eins vor Angelique Kerber – und hängt auch Steffi Graf ab.
29. Januar 2017, 20:50 Uhr
Serena Williams mit dem Siegerpokal. (dpa)

Mit Grand-Slam-Rekordsiegen im reifen Alter von 35 Jahren haben Roger Federer und Serena Williams bei den Australian Open ihren Status als die größten Tennisspieler der modernen Zeit zementiert. In einem am Ende mitreißenden Finale siegte der Schweizer gegen seinen spanischen Angstgegner Rafael Nadal am Sonntag trotz eines Rückstandes im fünften Satz noch 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Es war der 18. Titel für Federer, der Nadal dessen 15. großen Triumph im Duell der Altmeister verwehrte.

Sogar ihren 23. Grand-Slam-Titel holte Serena Williams am Samstag. Durch das 6:4, 6:4 über ihre Schwester ist die Amerikanerin nun die erfolgreichste Spielerin der Profi-Ära vor Steffi Graf – und löst zudem Angelique Kerber ein Jahr nach der Finalniederlage in Melbourne an diesem Montag wieder als Nummer eins der Weltrangliste ab.

Laut wie nie schrie Federer die Freude über den unwahrscheinlichsten seiner Grand-Slam-Triumphe heraus. Als er nach seinen Jubelsprüngen schließlich von Australiens Tennis-Legende Rod Laver die Trophäe für seinen fünften Australian-Open-Triumph erhielt, suchte er zunächst nach Worten.

Beim ersten Turnier nach halbjähriger Verletzungspause hatte Federer gegen den diesmal ebenfalls unerwartet ins Finale gekommenen Nadal im letzten Satz zunächst seinen Aufschlag verloren. Zum 3:3 glich er aus, nach 3:38 Stunden und dem zweiten Matchball sprang er losgelöst über den blauen Hartplatz der Rod-Laver-Arena, nachdem Nadal vergeblich den Videobeweis bemüht hatte. Es ist der erste Erfolg in Melbourne seit sieben Jahren und noch einmal ein Grand-Slam-Titel für Federer nach 2012 in Wimbledon.

»Ich war nicht sicher, ob ich es hierher schaffen würde«, sagte der im vorigen Jahr am linken Knie operierte Federer. »Ich wäre auch mit einer Niederlage glücklich gewesen, das Comeback war perfekt – so, wie es war«, sagte der Grand-Slam-Rekordsieger. »Tennis ist ein harter Sport. Wenn es ein Unentschieden geben würde, würde ich es heute gern gegen Rafa akzeptieren.«

Der von seiner Handgelenksverletzung erholte Nadal schien zunächst untröstlich. »Wahrscheinlich hat Roger es ein bisschen mehr verdient als ich«, erklärte der Australien-Champion von 2009 unter dem Beifall der Fans. Seinen Silberteller hätte er trotzdem gern gegen den Norman Brookes Challenge Cup eingetauscht. »Es ist das dritte Mal, dass ich das da habe – aber das da ist viel schöner«, sagte Nadal und zeigte auf die Trophäen. An dieser Niederlage, mit der sich Federer für das Finale vor acht Jahren an gleicher Stelle revanchierte, dürfte der 30-Jährige aus Mallorca eine Weile zu knabbern haben.

Serena Williams stellte in einem erst zum Ende hin spannenderen Finale gegen Schwester Venus die lange gewohnte Weltordnung im Damen-Tennis wieder her. Die als Nummer eins entthronte Angelique Kerber gratulierte via Twitter gewohnt fair und schrieb: »Was für ein historisches Finale – beide sind wahre Champions«.

Von der Rückkehr auf Platz eins erfuhr Serena Williams nach ihren Worten zur eigenen Überraschung vor der Siegerehrung, während sich ihr Clan inklusive ihres Verlobten Alexis Ohanian auf der Tribüne in den Armen lag. »Das ist ein Bonus. Es fühlt sich gut an. Ich mag es, an der Spitze zu sein«, sagte Serena Williams. Während sie mit dem linken Arm den Daphne Akhurst Memorial Cup hielt, zeigte sie mit dem ausgestreckten rechten Zeigefinger, wer nun wieder ganz oben ist.

Die größere Bedeutung besitzt aber der Grand-Slam-Rekordsieg. »Es ist ein großartiges Gefühl, den 23. zu haben. Ich habe ihn wirklich lange gejagt«, sagte Serena Williams. Zur Allzeit-Bestmarke der Australierin Margaret Court fehlt nur noch ein weiterer Triumph.

Ein besonderes Geschenk gab es von Basketball-Legende Michael Jordan. Der einstige Star der Chicago Bulls hatte auf seinem Trikot immer die Nummer 23 getragen. Jordan schickte zwei Paar Basketball-Schuhe, das rot-schwarze in den Bulls-Farben trug Serena Williams, als sie den Siegerpokal präsentierte.

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