12. Mai 2019, 21:57 Uhr

Europa hat seinen Preis

Die Frankfurter Eintracht ist durch das Heim-0:2 gegen Mainz auf Rang sechs abgerutscht. Jetzt droht den Hessen sogar das Herausfallen aus den Europapokalplätzen. Ujah hatte leichtes Spiel, für den FSV zweimal zu treffen.
12. Mai 2019, 21:57 Uhr
Der Mainzer Jean-Paul Boetius tröstet den enttäuschten Ante Rebic. (Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt


Nach dem fünften nicht gewonnenen Bundesligaspiel in Serie ist Torhüter Kevin Trapp zu Boden gegangen. Er hat sich dann an den Torpfosten gelehnt wie weiland Oliver Kahn nach dem verlorenen WM-Endspiel 2002 der DFB-Auswahl gegen Brasilien in Yokohama. Der Torwart war niedergeschlagen, enttäuscht, wirkte tief getroffen. Der Mann hat große Ziele, er ist über die Maßen ehrgeizig, und natürlich hat er in dem Moment gewusst, dass es jetzt nach dieser 0:2 (0:0)-Niederlage gegen den Nachbarn FSV Mainz 05 verdammt schwer wird, die großen Ziele noch zu erreichen. Am letzten Spieltag muss Eintracht Frankfurt zum FC Bayern München, der wiederum einen Punkt noch benötigt, um Meister zu werden. Die Chancen der Frankfurter, auch im nächsten Jahr europäisch unterwegs zu sein, sind nach dieser ärgerlichen Niederlage deutlich geringer geworden. Mindestens einen Punkt brauchen die Hessen noch, es sei denn Wolfsburg spielt zu Hause gegen Augsburg höchstens unentschieden und auch Hoffenheim kommt in Mainz nicht über ein Remis hinaus.

»Wir haben heute unsere Chance nicht genutzt, die Europa League perfekt zu machen. Das schmerzt extrem«, fasste Martin Hinteregger hinterher die Frankfurter Gefühlswelt zusammen. »Alle haben gespürt, wie geil es ist, durch Europa zu fliegen. Das wollen wir auf jeden Fall wieder erreichen«, sagte Stopper Hinteregger.

In erster Linie muss Eintracht Frankfurt aber erst einmal wieder zu Kräften kommen. »Wir müssen Kopf und Körper wieder fit bekommen«, fand der Österreicher, das sei nicht schwer, weil es ja nur noch einmal um Bundesliga-Punkte geht. »Und am Ende können die Ergebnisse kurios werden.« Auch Kollege Simon Falette pfiff schon mal im Walde: »Die verlorenen Punkte müssen wir halt bei den Bayern holen.« Wenn es mal nur so einfach wäre. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann sah die Sachlage realistischer: »Es braucht jetzt ein mittelgroßes Wunder, wenn wir nächste Saison europäisch spielen sollten.«

Auf der Schlussgeraden ist der Eintracht die Puste ausgegangen. Unübersehbar war aber bei diesem letzten Heimspiel der Saison: Die Eintracht konnte sich in den letzten Wochen nur noch zu den internationalen Höhepunkten zusammenreißen und über die eigenen Grenzen gehen. Dieser Kraftakt hat Körner gekostet, viele Körner, am Ende zu viele.

Entgegen seiner Ankündigung vom Freitag hatte Trainer Adi Hütter nicht so furchtbar viel verändert gegenüber der Mannschaft, die am Donnerstag in London so heroisch ausgeschieden war. Er wolle rotieren, hatte der Fußballlehrer erklärt - und hatte sich dann doch anders entschieden. Bis auf Sebastian Rode spielte genau jene Elf von der Stamford Bridge. Für Rode war erwartungsgemäß Gelson Fernandes ins Team gerückt. Den Europa-League-Helden gehörte das Vertrauen, »ich würde es immer wieder so machen«, sagte der Frankfurter Coach. Der Substanzverlust war in der ersten Hälfte allerdings kaum zu übersehen. Die Eintracht mühte sich zwar, kam aber in den ersten 45 Minuten kaum einmal durch. Insgesamt fehlte in Halbzeit eins die Durchschlagskraft. Dazu versuchten es die müden Frankfurter viel zu häufig mit langen Schlägen, die viel zu oft beim Gegner landeten.

Die Mainzer machten es zudem nicht schlecht, sie hatten viele Räume, sie spielten durchaus mutig nach vorne. Und hatten durch Danny Latza (9.) und einen abgefälschten Schuss von Jean-Philippe Gbamin zwei ernsthafte Gelegenheiten. Und nach der Pause traf der Doppelschlag des bis dato nicht in Erscheinung getretenen Anthony Ujah (53. und 57.) die Eintracht ins Mark. Beide Male nutzte der Mainzer Stürmer unglaubliche Frankfurter Unkonzentriertheiten im Strafraum, beide Tore wären leicht vermeidbar gewesen. Danach war der Stecker gezogen. Die Eintracht fand kaum noch Möglichkeiten, erst in den letzten fünf Minuten hatten Filip Kostic und Ante Rebic Chancen, doch sie scheiterten.

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