28. März 2019, 21:38 Uhr

Eintracht im Glück

Gute Nachricht für Eintracht Frankfurt: Die Uefa hat auf einen Fan-Ausschluss beim Europa-League-Viertelfinale am 11. April in Lissabon verzichtet und nur eine Geldstrafe verhängt.
28. März 2019, 21:38 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Fans der Adlerträger dürfen am 11. April die Eintracht in Lissabon unterstützen. Der König der Lüfte ist auch das Wappentier von Benfica , ein Exemplar landet regelmäßig vor den Spielen auf dem Vereinswappen der Portugiesen. (Archivfoto: dpa)

Kurz nach 15 Uhr erreichte Eintracht Frankfurt am Donnerstag die unerwartete, aber für den Fußball-Bundesligisten überaus frohe Botschaft aus Nyon: Die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Uefa hat den Klub nicht, wie befürchtet, zu einem Zuschauerausschluss beim nächsten Auswärtsspiel in der Europa League bei Benfica Lissabon verurteilt. Stattdessen erhalten die Frankfurter eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Euro, zudem wurde der Bewährungszeitraum für eine mögliche Ausschluss-Strafe um weitere zwölf Monate von zwei auf drei Jahre verlängert. Für die Partie am 11. April (21 Uhr) in Portugal erhalten die Hessen demnach 3200 Eintrittskarten, 65 000 Zuschauer fasst das Estadio da Luz.

Damit ist Eintracht Frankfurt erneut mit einem sehr blauen Auge davongekommen. Allenthalben war selbst beim Klub damit gerechnet worden, dass die Eintracht nach den Vorkommnissen in Mailand in der nächsten Begegnung auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten muss. Drei Raketen waren gezündet worden, zudem zehn bis 15 Bengalos, und damit war eine Gefährdung von Menschen durch Pyrotechnik gegeben.

Die Uefa hatte im ersten Urteil nach den Vorfällen in Rom festgestellt: Sollten ähnliche Dinge noch einmal passieren, also das Abbrennen von Pyrotechnik, sei ein Fan-Ausschluss für das nächste Spiel zwingend gegeben. Umso größer war darum die Freude in Frankfurt. Nicht nur Eintracht-Vorstand Hellmann, der derzeit im Urlaub in Abu Dhabi weilt, waren viele Steine von der Seele gepurzelt: »Wir können uns glücklich schätzen, dass man uns noch diese letzte Chance gelassen hat. Ich habe die große Hoffnung, dass nun jeder begriffen hat, wie mit dieser Verantwortung umzugehen sein wird«, ließ er sich zitieren. Und weiter: »Wir werden nach Abschluss dieses Wettbewerbs intern gemeinsam mit der Fanszene diskutieren, wie es mit Blick auf zukünftige europäische Wettbewerbe weitergeht, um nicht wieder vor einem Zuschauerausschluss zu stehen.«

In der Tat sollte sich der Klub ernsthafte Gedanken machen, wie er dieses Problem in Zukunft zu lösen gedenkt – gerade auch weil absehbar scheint, dass Eintracht Frankfurt auch fürderhin international spielen wird. Es kann ja nicht sein, dass von Spieltag zu Spieltag die Verfehlungen einzelner Eintracht-Fans vor Gericht in der Schweiz verhandelt werden müssen. Über kurz oder lang würde das dann in einem (vorübergehenden) Ausschluss der Mannschaft von den europäischen Wettbewerben enden – von den finanziellen Einbußen und einem Imageverlust ganz zu schweigen

Seit Jahren bekommt Eintracht Frankfurt einen kleinen Teil seiner Fanszene nicht in den Griff, die sich trotz klarer Vorgaben nicht an Absprachen hält. In Mailand etwa, das hatten auch die Ultras untereinander so abgesprochen, sollten unter keinen Umständen Raketen gezündet werden. Immerhin distanzierte sich nach der Zündelei sofort das Gros der 15 000 mitgereisten Anhänger von diesen Chaoten. Selbst die Ultras Frankfurt entschuldigten sich und hatten »interne Konsequenzen« angekündigt.

Das Urteil war der Eintracht am Donnerstagnachmittag ohne Begründung zugestellt worden. Das ist bei derartigen schriftlichen Verfahren nicht unüblich. Offensichtlich hat die Disziplinarkommission in Nyon der Argumentationslinie der Eintracht folgen wollen. Die Ächtung der Raketenabschüsse durch die Ultras war offensichtlich genauso ein Plus wie das friedliche Auftreten der über 15 000 Eintracht-Anhänger im Vorfeld in Mailand.

Ob Trainer Adi Hütter, der im Heimspiel gegen Inter auf die Tribüne verbannt und ein Spiel gesperrt wurde, mit weiteren Sanktionen zu rechnen hat, ist noch offen. Eine Entscheidung über diesen Fall, der ebenfalls in Nyon verhandelt wurde, wird für heute erwartet.



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