25. September 2017, 22:41 Uhr

Die Leiden des Alex M.

Ex-Weltmeister Thomas Berthold lässt kein gutes Haar an der Eintracht. Die muss inmitten sportlicher Probleme auch noch eine weitere schlechte Nachricht in Sachen Alex Meier verkünden.
25. September 2017, 22:41 Uhr
Frankfurts Kapitän Alexander Meier muss sich einer erneute Operation unterziehen. (dpa)

Eintracht Frankfurts muss sich allmählich an eine Zukunft ohne »Fußball-Gott« Alexander Meier gewöhnen. Der Torjäger wird erneut am rechten Fuß operiert und fällt weiter auf unbestimmte Zeit aus. Der 34-Jährige hatte bereits in der vergangenen Saison öfter Mühe, sich in die Startelf zu kämpfen. Und sein Vertrag läuft am 30. Juni 2018 aus. Dennoch hofft der Tabellenelfte der Bundesliga auf ein baldiges Comeback Meiers. »Dass uns diese Entwicklung bei Alex zutiefst erschüttert, muss ich nicht erwähnen«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic in einer Presseerklärung vom Montag.

»Wir werden alles in unser Macht stehende tun, um Alex zu unterstützen. Er ist unser Kapitän, der bisher Großes für den Verein geleistet hat«, ergänzte Bobic. »Gemeinsam arbeiten wir auf den Tag hin, an dem Alex wieder ins Stadion einlaufen wird.«

Nach anhaltenden Problemen habe Meier um eine weitere Untersuchung gebeten und sich im Anschluss mit den Verantwortlichen des Vereins beraten. Meier wird an diesem Dienstag in Basel operiert und setzt danach seine Reha fort. Ursprünglich wollte der Angreifer spätestens im Oktober wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Sein bisher letztes Spiel hatte er im Mai im DFB-Pokalfinale bestritten.

Meier musste Ende Juni zunächst am Knöchel operiert werden, weil er im Urlaub beim Joggen umgeknickt war. Dass er die Verletzung nicht gleich seinem Verein mitgeteilt hatte, sorgte damals für Unmut. Nur wenige Tage später wurde bei dem Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2014/15 auch noch eine Borreliose-Erkrankung festgestellt.

Die Situation bei der Eintracht ist mit sieben Punkten aus sechs Spielen und Niederlagen in den beiden Heimspielen ohnehin schwierig. Um beruhigt in die Länderspielpause gehen zu können, muss nun am kommenden Samstag gegen Aufsteiger VfB Stuttgart endlich etwas Zählbares in der Commerzbank-Arena herausspringen.

Die Mannschaft hat sich noch nicht richtig gefunden, der frühere Frankfurter Profi Thomas Berthold drückte dies in seiner gewohnt drastischen Art so aus: »Fußball zum Abgewöhnen« zeigt die Eintracht nach Ansicht des Ex-Weltmeisters bisher. Berthold geht in einer »Bild«-Kolumne hart mit den Frankfurtern ins Gericht. »Alles, was den Fußball schön macht, was wir an diesem Spiel lieben, fehlt: Ballan- und -mitnahme, Doppelpässe, Dribblings, schöne Spielzüge, Tempo, Flügelspiel – nichts, niente, nada«, erklärte der 52-Jährige.

Die Eintracht habe immer als launisch gegolten, so Berthold weiter, aber eines sei immer klar gewesen: »Die Mannschaften konnten kicken. Zur Zeit sehe ich hier fast keinen, der das kann.« Der Weltmeister nahm davon die derzeit verletzten Marco Fabian und Omar Mascarell sowie Jetro Willems aus. Neuzugang Kevin-Prince Boateng habe seit seiner Knieverletzung an Spritzigkeit und Dynamik verloren. »Momentan ist Eintracht jedenfalls fußballerisch um Klassen schlechter als im vergangenen Jahr«, sagte Berthold über den Tabellenelften. Berthold spielte von 1982 bis 1987 in Frankfurt wurde 1990 als Profi des AS Rom Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft.

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