30. August 2017, 21:44 Uhr

Die Hauptrollen sind klar verteilt

Trotz des Confed-Cup-Sieges – die Hauptrollen auf dem Weg zur angestrebten WM-Titelverteidigung sind für die Weltmeister Kroos, Özil, Müller und Hummels reserviert. Khedira wird erst einmal gebremst. Joachim Löw erwartet schon in Prag weltmeisterlichen Spirit.
30. August 2017, 21:44 Uhr
Aufwärmen für Tschechien: Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich in Stuttgart auf das Spiel in Prag vor. (Foto: dpa)

Die Fußball-Weltmeister um Toni Kroos und Mesut Özil brennen darauf, beim Startschuss in Prag gleich wieder das Kommando zu übernehmen. Einer der Sieger von Brasilien 2014 wird allerdings beim ersten Länderspiel der WM-Saison nicht dabei sein: Sami Khedira wird am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in der WM-Qualifikation gegen Gastgeber Tschechien wegen Kniebeschwerden fehlen. »Sie sind das Fundament der Mannschaft. Um sie herum kann wieder eine sehr starke Mannschaft entstehen«, sagte Oliver Bierhoff zu den etablierten Kräften, die beim jüngsten Confed Cup in Russland pausieren durften.

Der Teammanager erinnerte am Mittwoch in Stuttgart nochmals an den erfolgreichen Sommer mit Confed-Cup-Sieg und U21-EM-Titel. »Wir sind mächtig stolz darauf, was Spieler, Trainer, der deutsche Fußball geleistet haben. Das hat deutlich gemacht, wozu wir fähig sind«, sagte Bierhoff und mahnte: »Man muss trotzdem die Relationen sehen.« Nun komme eine viel schwierigere Aufgabe auf alle Beteiligten zu. Es gebe gute Aussichten, aber es sei kein Selbstläufer, erklärte Bierhoff: »Der Druck ist noch mal ein ganz anderer.«

Den kennen die Weltmeister besser als alle anderen WM-Kandidaten. Özil, Kroos, Thomas Müller und Mats Hummels werden in Prag zurück in die Startelf rücken. »Sie haben auch in der Champions League schon gezeigt, welche Klasse sie haben«, hob Bierhoff hervor. Auch Löw legt den höchsten Maßstab an. »Die jungen Spieler, die den Confed Cup gewonnen haben, sind noch nicht auf dem Weltklasseniveau, das man aber braucht, um den WM-Titel zu holen.« Der Bundestrainer setzt bei Spielern wie Timo Werner oder Leon Goretzka auf Steigerung.

Allerdings macht schon die erste Etappe mit den Spielen gegen Tschechien und am Montag in Stuttgart gegen Norwegen deutlich, dass Löw mit einigen Unwägbarkeiten bei den arg beanspruchten Weltmeistern rechnen muss. Der verletzungsanfällige Khedira (30) hatte in der Vorsaison nur fünf Einsätze im DFB-Team, davon lediglich drei über die volle Zeit. Kapitän Manuel Neuer (31) und Jérôme Boateng (28) haben ihre letzten Länderspiele im Oktober 2016 bestritten. Beide Münchner fehlen auch diesmal. Und WM-Siegtorschütze Mario Götze (25) kämpft sich in Dortmund gerade wieder in den Profialltag zurück.

Khedira verpasste das letzte Training vor dem Flug nach Prag am Donnerstag. Stattdessen wurde er am schmerzenden Knie untersucht. U21-Europameister Serge Gnabry ist wegen einer Verletzung am Sprunggelenk bereits abgereist. Löw hätte einige Optionen für Khediras Position neben Kroos; den Neu-Münchner Sebastian Rudy oder die ebenfalls beim Confed Cup überzeugenden Leon Goretzka (Schalke) und Emre Can, der beim FC Liverpool stark in die Saison startete.

Eine weitere offene Frage für den Auftakt in die Saison, die idealerweise am 15. Juli 2018 mit der WM-Titelverteidigung in Moskau enden soll, lautet: Bleibt Löw bei der Dreier-Abwehrkette, die er beim Confed Cup bevorzugt hatte? »Ich glaube, das es auch den Spielern geschuldet war, die man hatte«, sagte der Münchner Joshua Kimmich, der die letzten 19 Länderspiele komplett bestritten hatte. Die Rückkehr zur Viererkette erscheint wahrscheinlicher.

Löws Ziel ist von taktischen und personellen Dingen unabhängig. »Bisher haben wir ja eine weiße Weste in der Qualifikation, haben alle Spiele gewonnen. Wir können uns jetzt vorzeitig für die Endrunde qualifizieren, je nach Situation«, sagte der Bundestrainer. »Die beiden Spiele wollen wir gewinnen, das ist unser Vorsatz. Dementsprechend offensiv und mit genug Selbstbewusstsein gehen wir in die Spiele.« Bisher hat sein Team alle Spiele in der WM-Ausscheidung gewonnen. »Das soll so bleiben«, erklärte der Kölner Jonas Hector.

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