09. Juli 2018, 19:18 Uhr

Taktgeber und Torschütze

De Bruyne will Belgien zum Titel führen

09. Juli 2018, 19:18 Uhr
Kevin De Bruyne

Nationaltrainer Roberto Martínez sieht in ihm den »ultimativen Spielmacher«, die Zeitung »Le Soir« adelt ihn als »würdigen Nachfolger von Xavi, Andrés Iniesta und Andrea Pirlo«: Kevin De Bruyne prägt und lenkt Belgiens Spiel bei dieser WM. Der 27-Jährige glänzt in Russland als Stratege und Regisseur, aber genauso offensiv als Torschütze und Passgeber. Nun will der frühere Bundesliga-Fußballer seine Mannschaft zum Titel führen. »Wir sind im Halbfinale, jetzt wollen wir auch ins Finale«, sagte er vor dem Duell mit Frankreich am Dienstag (20 Uhr MESZ/ARD und Sky).

Seit seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Manchester City hat sich der Rotschopf zum Weltklasse-Spieler entwickelt. Mit 16 Assists war er vergangene Saison der beste Vorbereiter der Premier League, für Belgien hat er in 66 Länderspielen 15 Tore erzielt. Bei der WM in Russland beweist der Mittelfeldspieler nun seine ganze Variabilität. In der Gruppenphase und im Achtelfinale gegen Japan ließ Martínez seinen Musterschüler im defensiven Mittelfeldzentrum agieren. De Bruyne ordnete das Spiel, leitete Angriffe ein, gab den Takt vor. Im Viertelfinale gegen Brasilien änderte Martínez seine Taktik und bot De Bruyne als offensiven Zehner mit allen Freiheiten nach vorne auf, fast schon als verkappter Mittelstürmer. Und er nutzte die Räume und traf mit seinem satten Rechtsschuss zum 2:0. »Ich mache, was man machen muss, um zu gewinnen«, sagte er zu seinen wechselnden Rollen im Team. »Ich mache meinen Job.«

De Bruyne will Verantwortung übernehmen und er führt die Mannschaft gemeinsam mit Kapitän Eden Hazard, der zuletzt auf den linken Flügel auswich und De Bruyne zentral den Platz ließ, den dieser für seine genialen Pässe braucht. »Kevin ist immer noch unterschätzt, wenn man unser Spiel bewertet. Er ist ein entscheidender Spieler, er setzt die Offensiven in Szene«, lobte Martínez seinen Strategen. Oft spielt der frühere Bremer und Wolfsburger bei den Kontern Belgiens den entscheidenden vorletzten oder letzten Pass.

Mit Wolfsburg gewann De Bruyne den DFB-Pokal, wurde Vizemeister und entwickelte sich zum absoluten Leistungsträger. 76 Millionen war der Regisseur Manchester City schließlich wert. Auch sein Club-Trainer Pep Guardiola ist überzeugt von De Bruyne: »Von seiner Spielweise her ist es schwierig, einen besseren in Europa zu finden.« Auch er sieht in ihm »absolut« einen Kandidaten für die Weltfußballer-Wahl. (Foto: dpa)

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