20. Februar 2017, 22:10 Uhr

Davis alles überragend

20. Februar 2017, 22:10 Uhr
Anthony Davis trifft per Slam Dunk beim Allstar-Game in New Orleans für den Westen. (Foto: dpa)

Anthony Davis hat das Treffen der NBA-Superstars mit einer 52-Punkte-Gala überstrahlt und damit auch LeBron James und Stephen Curry in den Schatten gestellt. Mit seiner Ausbeute beim Allstar-Game verbesserte der 23-Jährige am Sonntag in New Orleans vor seinem Heimpublikum eine 55 Jahre alte Bestmarke von Wilt Chamberlain. Die Basketball-Legende hatte im Jahr 1962 42 Punkte erzielt, die seitdem nicht mehr übertroffen wurden.

»Es hat viel Spaß gemacht. Meine Teamkollegen waren großartig und haben mich immer wieder gesucht«, sagte Davis, der bei dem 192:182-Sieg des Westens gegen den Osten zum wertvollsten Spieler der Partie (MVP) gewählt wurde. Auch die 374 erzielten Punkte bedeuteten beim 66. Allstar-Game in der nordamerikanischen Profiliga eine Bestmarke.

Dass er den Rekord vor seinem Heimpublikum gebrochen habe, sei »etwas Besonderes« für ihn. »Ich wollte die Trophäe haben, gerade für diese Stadt«, sagte der Power Forward der New Orleans Pelicans und erinnerte an den Tornado, der die Stadt am 7. Februar getroffen hatte. Bereits in der Halbzeit habe er angekündigt, 50 Punkte machen zu wollen. »Ich bin froh, dass es tatsächlich geklappt hat«, sagte der erleichterte Davis.

Für den aus Chicago stammenden 2,08 Meter großen Basketball-Riesen könnten das Spiel und die Ehrung ein Auftakt in bessere Zeiten gewesen sein. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Superstar DeMarcus Cousins von den Sacramento Kings kurz vor Ablauf der Wechselfrist an diesem Donnerstag nach New Orleans wechseln und das Team um Davis verstärken. Mit dem 2,11 Meter großen Cousins (27,8 Punkte im Schnitt) und Davis (27,7) würden die Pelicans dann das wohl mit Abstand stärkste Frontcourt-Duo der Liga ausweisen.

»Ich liebe die Stadt hier in New Orleans. Ich habe das Wochenende hier sehr genossen«, sagte der überraschte Cousins, als er offensichtlich nichtsahnend von den Nachfragen der Journalisten zu seinem bevorstehenden Wechsel konfrontiert wurde. Als Gegenwert sollen Tyreke Evans, Langston Galloway, Rookie Buddy Hield und Draftpicks von New Orleans an die Kings gehen. Eine offizielle Verkündung des Tauschgeschäfts stand zunächst aus, die Pelicans gelten bei dem bevorstehenden Deal um Superstar Cousins aber als klarer Gewinner.

Beim Allstar-Game gab es neben Davis und Cousins aber noch andere Protagonisten: Die zweitmeisten Punkte für den Westen machte bei der Partie ohne größeren sportlichen Wert Russell Westbrook. Der 28-Jährige von den Oklahoma City Thunder steuerte 41 Punkte bei. »Davis hat einen sehr guten Job gemacht«, lobte Westbrook seinen Mitspieler. In den vergangenen beiden Jahren hatte er selbst die Trophäe für den wertvollsten Spieler eingeheimst. Kevin Durant und Stephen Curry von Vizemeister Golden State Warriors kamen jeweils auf 21 Zähler.

Beste Werfer im Osten war der Grieche Giannis Antetokounmpo von Milwaukee Bucks mit 30 Punkten. Von den deutschen NBA-Spielern war keiner in die Allstar-Teams gewählt worden, Dennis Schröder verweilte am Wochenende in Berlin beim Top Four.

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