10. Dezember 2017, 21:59 Uhr

Darmstadt entlässt Frings

10. Dezember 2017, 21:59 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA
Torsten Frings (oben) muss in Darmstadt seinen Hut nehmen, als Nachfolger wird Dirk Schuster gehandelt. (Fotos: dpa)

Torsten Frings ist bei seiner ersten Station als Cheftrainer gescheitert und beim SV Darmstadt 98 entgegen allen Zuspruchs doch beurlaubt worden. Der Vize-Weltmeister von 2002 musste nach dem Absturz des Bundesliga-Absteigers in der 2. Liga trotz eines Vertrags bis 2020 gehen. »Nach intensiver Analyse der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir zu der Auffassung gelangt, diesen schmerzhaften Schritt vollziehen zu müssen«, sagte »Lilien«-Präsident Rüdiger Fritsch am Samstag.

Keine Woche zuvor hatte der Vereinsboss dem 41-jährigen Frings noch den Rücken gestärkt mit den Worten: »Wir können da nicht jedes Spiel hin und herhüpfen. Die Entscheidung ist, dass wir mit unserem Trainerteam weiterarbeiten.« Beim 0:1 am Freitagabend im Kellerduell in Aue boten die nun seit elf Spielen sieglosen Darmstädter jedoch eine desolate Leistung und hängen weiter auf dem Relegationsplatz fest. Das Training an diesem Montag sollen nach hr-Infos nun erstmal Dimo Wache und Athletikcoach Kai Peter Schmitz leiten.

Der neue Trainer soll eine langfristige Lösung werden. Erste Gerüchte bringen die »Lilien« bereits mit ihrem langjährigen Erfolgscoach Dirk Schuster in Verbindung. Der 49-Jährige sagte am Sonntag kurzfristig seinen Auftritt in der TV-Sendung »Doppelpass« von Sport1 ab. Am Freitagabend hatte er die Darmstädter Leistung in Aue noch als Experte des Senders »Sky« schonungslos analysiert. Von fehlender Tiefenstaffelung und mangelnder Organisation sprach Schuster da.

Kein Erfolg mit neuen Trainern

Dass Trainerwechsel jedoch nicht immer sofort zum Erfolg führen, bewies parallel die Konkurrenz in der 2. Fußball-Bundesliga. Denn sowohl der FC St. Pauli als auch der 1. FC Union Berlin blieben im ersten Spiel mit einem neuen Coach erfolglos. Die Hamburger spielten am Sonntag auch unter Markus Kauczinski nur 2:2 (0:1) gegen den MSV Duisburg. Aufstiegsfavorit Union unterlag zum Einstand von Andre Hofschneider sogar mit 0:1 (0:0) gegen Dynamo Dresden.

Auch beim 1. FC Kaiserslautern hat die Verpflichtung von Jeff Strasser noch nicht viel bewirkt. Das 1:1 (1:0) gegen den FC Ingolstadt war für den Tabellenletzten im Abstiegskampf zu wenig. Dario Lezcano (79.) traf in der Schlussphase zum Ausgleich für den FCI.

Drei Trainerwechsel in nur sechs Tagen legen den Schluss nahe: Die extreme Ausgeglichenheit der 2. Fußball-Bundesliga macht viele nervös. Auf der einen Seite liegt Darmstadt als Tabellen-16. nur sieben Punkte hinter Rang fünf. Auf der anderen Seite ist jetzt auch der Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen wieder bedrohlich eng.

Denn der Tabellenvorletzte SpVgg Greuther Fürth rückte durch einen wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim bis auf einen Punkt an die »Lilien« heran. Der Schwede Richard Magyar erzielte in der 29. Minute das entscheidende Tor. Am nächsten Sonntag treffen Fürth und Darmstadt im direkten Duell aufeinander.

An der Tabellenspitze blickt nun alles gespannt auf das Topspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf am Montagabend (20.30 Uhr/Sky). Sollten die Düsseldorfer beim Tabellendritten gewinnen, stünden sie trotz ihrer Durststrecke von aktuell fünf Spielen ohne Sieg als Herbstmeister fest.

Bei jedem anderen Ergebnis würde der Aufsteiger Holstein Kiel die Hinrunde auf Platz eins beenden. Die Überraschungsmannschaft der Saison spielte bereits am Freitagabend 0:0 bei Eintracht Braunschweig und war damit zufrieden. »Jetzt haben wir 33 Punkte auf dem Konto. Da ist es egal, ob wir Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter in der Tabelle sind«, sagte Trainer Markus Anfang. »Die Jungs haben eine tolle Hinrunde gespielt, das war mehr als gut.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos