08. September 2016, 12:00 Uhr

Chronologie der Fan-Krawalle

Der SV Darmstadt 98 empfängt am Samstag Eintracht Frankfurt zum Hessen-Derby. Nach den Vorfällen der vergangenen Saison steht die Begegnung ganz besonders im Fokus. Eine Chronologie der Ereignisse:
08. September 2016, 12:00 Uhr
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Von Ulrich Strack

6. Dezember 2015: Darmstadt 98 gewinnt das erste Hessen-Derby gegen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga seit 33 Jahren mit 1:0. Während der Partie in der Commerzbank-Arena werden im Frankfurter Fanblock Darmstädter Schals und Fahnen verbrannt.
21. Januar 2016: Das DFB-Sportgericht verhängt eine drakonische Strafe: Beim Rückspiel in Darmstadt darf Frankfurt keine eigenen Anhänger mitbringen.
26. April: Aus Sorge vor Randale verhängt die Stadt Darmstadt vier Tage vor dem Derby ein Innenstadtverbot für Frankfurt-Fans. Juristen und Fanvertreter kritisieren die Entscheidung. Am Abend kommt es in Darmstadt zu Auseinandersetzungen rivalisierender Fans.
27. April: Mehrere Frankfurter Anhänger gehen juristisch gegen das Verbot vor.
28. April: Das Verwaltungsgericht Darmstadt gibt fünf Eilanträgen gegen das Aufenthaltsverbot statt.
29. April: Die Stadt Darmstadt hält an dem Verbot fest. Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) erklärt, die Verfügung sei keineswegs gekippt. Nur für die Personen, die vor dem Gericht recht bekommen hätten, gelte sie nicht mehr. Das Verwaltungsgericht reagiert verärgert, ein Sprecher erklärt, die Haltung der Stadt zeuge »von einem gewissen rechtsstaatsfernen Verhalten«.
30. April: Die Stadt hebt am Morgen vor dem Spiel das Verbot überraschend auf. Es sei eine riesige Belastung von Gericht und Verwaltung zu befürchten gewesen, sagte Bürgermeister Reißer. Die Polizei stockt ihre Präsenz auf rund 1700 Einsatzkräfte auf – der größte Einsatz bei einem Spiel des SV Darmstadt 98. Es gibt rund 530 Festnahmen, auch im Stadion kommt es zu Randale, nachdem trotz des Verbots einige Frankfurt-Fans Zugang erhalten hatten. Frankfurt gewinnt die Partie mit 2:1.
3. Mai: Das juristische Hickhack kommt die Stadt teuer zu stehen. Laut Verwaltungsgericht muss sie knapp 165 000 Euro Verfahrenskosten zahlen. Ein Abwahlantrag der Opposition gegen Reißer wegen seiner Rolle im Zusammenhang mit dem Innenstadtverbot scheiterte im Stadtparlament.


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