01. Oktober 2017, 22:01 Uhr

Fußball

Barcelona kontra Verband Kiel überrascht auch Bochum Wehen trumpft auf Draxler trifft für Paris

01. Oktober 2017, 22:01 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA
Der FC Barcelona trägt sein Spiel gegen UD Las Palmas unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. (Foto: dpa)

Überschattet von den Unruhen um das umstrittene Referendum in Katalonien und einem Streit über die Ansetzung der Partie hat der FC Barcelona seine Siegesserie in der spanischen Liga fortgesetzt. Die Katalanen gewannen am Sonntag vor leeren Rängen mit 3:0 (0:0) gegen UD Las Palmas und feierten den siebten Sieg im siebten Ligaspiel. Die Partie fand ohne Zuschauer statt, nachdem Barça vergeblich versucht hatte, das Spiel wegen der Unruhen und der Polizei-Gewalt rund um das Unabhängigkeitsreferendum zu verschieben.

»Indem wir vor leeren Rängen spielen, zeigt der Club, dass wir nicht damit einverstanden sind, dass das Spiel nicht verschoben wurde«, sagte Club-Präsident Josep Maria Bartomeu. Die »ganze Welt« solle erfahren, »wie wir hier in Katalonien leiden«, sagte er. Die Liga habe dem Verein mit dem Abzug von sechs Punkten gedroht, das Spiel habe nicht aus Sicherheitsgründen ohne Zuschauer stattgefunden.

Nach der Partie traten zwei Topfunktionäre des Clubs aus Protest gegen die Ansetzung zurück. Vizepräsident Carles Vilarrubí und der Chef der medizinischen Abteilung, Jordi Monés, hätten ihre Ämter zur Verfügung gestellt, berichteten Medien unter Berufung auf Vereinsquellen. Beide waren den Berichten zufolge dafür gewesen, das Spiel trotz des Widerstandes des spanischen Fußballverbandes RFEF einseitig abzusagen und eine Punktestrafe in Kauf zu nehmen. Sie wollten demnach, dass der Club mit einer Absage klar Stellung gegen den brutalen Einsatz der Staatspolizei gegen Wähler und Demonstranten beziehe. Die Clubführung entschied sich aber dafür, die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen.

Der Abwärtstrend des 1. FC Heidenheim in der 2. Fußball-Bundesliga hält an. Am Sonntag verlor die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt das Kellerduell gegen Dynamo Dresden mit 0:2 (0:1). Der Tabellen-16. schaffte in den vergangenen sieben Spielen nur einen Sieg. Zwei Traumtore bescherten Dresden den verdienten Auswärtserfolg: Niklas Kreuzer verwandelte einen Freistoß direkt und Peniel Mlapa traf aus rund 30 Metern. »Das ist natürlich verdammt bitter«, sagte FCH-Profi Marc Schnatterer. Und Schmidt kritisierte: »Nach dem 0:1 hat der Ruck durch die Mannschaft gefehlt.«

Der FC St. Pauli hat unterdessen seine beeindruckende Auswärtsserie fortgesetzt. Mit dem 2:0 (0:0) bei Eintracht Braunschweig feierten die Hanseaten saisonübergreifend ihren achten Sieg im neunten Spiel in der Fremde. Bedanken konnte sich St. Pauli aber diesmal beim Torhüter. Robin Himmelmann parierte einige Chancen, wie den Strafstoß von Onel Hernandez. »Ohne seine Qualitäten wären wir mit 0:2 oder 0:3 in die Pause gegangen. Dann wäre es sehr schwer geworden, noch einmal zurückzukommen«, sagte St. Paulis Trainer Olaf Janßen.

Im dritten Sonntagsspiel setzte sich der SV Sandhausen mit 2:0 (0:0) gegen Jahn Regensburg durch und kletterte auf Tabellenrang drei. Trotzdem, so Doppeltorschütze Lucas Höler, bleibe das Saisonziel, »so schnell wie möglich 40 Punkte zu erreichen – dann schauen wir weiter«.

Bereits am Samstag war Holstein Kiel ein weiterer Coup gelungen. Der Aufsteiger gewann gegen den VfL Bochum mit 3:0 (2:0) und eroberte die Tabellenführung. Fortuna Düsseldorf reicht am Montagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen den MSV Duisburg jedoch ein Punkt, um die »Störche« von Platz eins zu verdrängen. Gegen die Bochumer profitierte Kiel von einem Eigentor des VfL-Keepers Manuel Riemann, dem der Ball nach einer Rückgabe am Fuß versprang und von dort ins Tor kullerte.

Auch Arminia Bielefeld überraschte am Samstag und stoppte den Höhenflug des 1. FC Nürnberg. Nach zuvor drei Siegen in Serie verloren die Franken mit 1:2 (0:0) und verpassten die anvisierte Tabellenspitze. »Es nervt natürlich, wenn man zuhause verliert«, sagte FCN-Kapitän Hanno Behrens. Union Berlin gelang derweil mit 2:1 (0:0) beim FC Erzgebirge Aue der zweite Sieg hintereinander.

Bereits am Freitag hatte der 1. FC Kaiserslautern mit dem 3:0 (0:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth seinen ersten Saisonsieg gefeiert und damit Jeff Strasser ein perfektes Trainerdebüt beschert. Die Pfälzer gaben die Rote Laterne an Fürth ab. »Wir verfallen nicht in Euphorie. Wir haben einen kleinen Schritt nach vorn gemacht und werden noch viele weitere machen müssen«, sagte Strasser.

Zu viele Gegentore

Frust am Freitag bei Darmstadt 98: Die »Lilien« haben sich im Duell der Bundesliga-Absteiger mit einem 0:3 (0:1) beim FC Ingolstadt in die Pause verabschiedet. »Wir werden immer als Favorit gesehen, wir sind es aber manchmal nicht und dürften auch mit dem Aufstieg nichts zu tun haben«, sagte Trainer Torsten Frings.

Die Darmstädter haben im Moment vor allem ein großes Problem: Sie kassieren zu viele Gegentore. 13 waren es in den vergangenen fünf Spielen. »Wir werden jetzt die zwei Wochen nutzen, um als Mannschaft an der Defensive zu arbeiten«, kündigte Frings an. »Wir haben zu viele Gegentore kassiert, das gefällt uns nicht. Das Abwehrverhalten ist nicht Darmstadt 98 – wir stehen für Kampf und Leidenschaft, und das wollen wir auch wieder zeigen.«

In Ingolstadt gerieten die »Lilien« durch einen Foulelfmeter von Stefan Kutschke in Rückstand (31.). Die weiteren Tore erzielten der Gießener Sonny Kittel (60.) und Thomas Pledl (79.).

»Es gibt solche Tage im Fußball«, sagte Hamit Altintop. »Wir haben vor der letzten Länderspielpause zehn Punkte aus fünf Spielen geholt. Damals haben wir nicht gut gespielt. Jetzt haben wir besser gespielt, aber nur fünf Punkte aus fünf Spielen geholt. Wir haben Qualität, aber keine Konstanz, das betonen wir immer wieder. Daran müssen wir arbeiten.« Am 16. Oktober kommt der 1. FC Nürnberg zum Zweitliga-Spitzenspiel ans Böllenfalltor.

Der SV Wehen Wiesbaden entwickelt sich in der 3. Fußball-Liga langsam zum Aufstiegskandidaten. Die Mannschaft von Rüdiger Rehm gewann am Samstag auch bei Rot-Weiß Erfurt mit 3:1 (0:0) und feierte bereits den vierten Sieg in Serie.

Die Wehener bleiben zwar in der Tabelle weiterhin »nur« Vierter. Sie gehören damit aber zu einer Spitzengruppe, die sich bereits etwas vom Rest der Liga abgesetzt hat und deutlich konstanter spielt als alle anderen Teams. Der Abstand zum Aufsteiger SpVgg Unterhaching auf Rang fünf beträgt bereits vier Punkte.

»Das ganze Team arbeitet gut. Man sieht an den Ergebnissen, dass wir hinten gut stehen. Das zeichnet uns aus«, sagte Verteidiger Sebastian Mrowca, der in Erfurt zu den Torschützen gehörte. Zwei Treffer von Manuel Schäffler in der 50. und 62. Minute brachten den SVWW nach der Pause verdient in Führung. Das Anschlusstor von Elias Huth (75.) und die Gelb-Rote-Karte für Wehens Steven Ruprecht nur zwei Minuten später (77.) brachten den Sieg aber noch einmal in Gefahr. Erst Mrowca machte mit seinem Treffer alles klar (86.). »Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und bis zur 75. Minute auch mit dem Spiel«, sagte Trainer Rehm.

Drei Tage nach dem furiosen 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München in der Champions League hat Paris Saint-Germain in der französischen Liga eine weitere Machtdemonstration abgeliefert. Der Vizemeister setzte sich im Spitzenspiel gegen den Dritten Girondins Bordeaux am Samstag 6:2 (5:1) durch. Die ungeschlagenen Pariser von Trainer Unai Emery festigten mit nun 22 Punkten aus acht Spielen ihren Spitzenplatz in der Ligue 1 souverän.

Neymar (6./41./Foulelfmeter), Edinson Cavani (12.), Thomas Meunier (21.), Julian Draxler (45.) und Kylian Mbappé (58.) trafen im heimischen Prinzenpark gegen die lange Zeit überforderten Gäste, für die Younousse Sankharé (31.) und Malcolm (90./FE) erfolgreich waren. Im Gegensatz zum Königklassenduell gegen die Bayern stand Weltmeister Draxler bei Paris in der Startelf und spielte 90 Minuten durch.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos