17. April 2017, 22:34 Uhr

Aufstand im Tabellenkeller

17. April 2017, 22:34 Uhr
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Von DPA

Spektakulärer Abstiegskampf, Gerangel um die Europapokalplätze und große Emotionen bei Borussia Dortmund im zweiten Spiel nach dem Sprengstoffanschlag – der Saisonendspurt der Fußball-Bundesliga hat es in sich. Im Kampf um die Meisterschaft bleibt die Frage, wann die Bayern nach der Nullnummer in Leverkusen ihren 27. Titel feiern. Gedanklich war der Rekordmeister ohnehin beim wichtigsten Saisonspiel am Dienstag bei Real Madrid.

Kurios: Im Rennen um die Europa-League-Plätze verloren die vor dem Spieltag von Rang fünf bis neun rangierenden Teams allesamt. Hier hätte Schalke 04 am Sonntag einen Riesensatz machen und bis auf einen Punkt an Platz sechs heranrücken können. Die Königsblauen leisteten sich aber ein 1:2 beim Schlusslicht Darmstadt 98, das damit den vorzeitigen Bundesliga-Abstieg verhinderte. Schalke muss nun sogar den Blick nach unten richten.

Im Bundesligaspiel eins nach der Terrorattacke zeigte Borussia Dortmund beim 3:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt wieder großen Sport. Nach der Partie ließen die Spieler ihren Gefühlen freien Lauf. »Es ist nicht besser geworden bei uns allen«, sagte Kapitän Marcel Schmelzer. »Es ist natürlich nicht verarbeitet. Es werden immer wieder diese Momente hochkommen«, erklärte BVB-Trainer Thomas Tuchel. Das Team erinnerte nach dem Spiel vor der Südtribüne an den beim Anschlag verletzten Marc Bartra, der am Spieltag das Krankenhaus verlassen konnte. Mit dem Erfolg konnte der BVB allerdings keinen Boden auf Rang drei gutmachen, weil Konkurrent 1899 Hoffenheim das größte Spektakel des Spieltags für sich entschied. Mit dem 5:3 in Sinsheim im tollen Fußballspiel gegen Borussia Mönchengladbach kommen die Kraichgauer der Champions League immer näher. Mit großen Schritten eilt auch RB Leipzig der Champions League entgegen, die Playoffs hat der Neuling nach dem 4:0 gegen den SC Freiburg schon sicher. »Wir wollen mit aller Macht diesen zweiten Platz halten«, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl, der mit seinem Team acht Punkte hinter dem Rekordmeister liegt.

Im Kampf um den Klassenverbleib mussten der Hamburger SV und vor allem der FC Ingolstadt schmerzhafte Niederlagen hinnehmen. Der HSV kassierte am Sonntag trotz einer frühen Führung ein 1:2 im Nordderby bei Werder Bremen und liegt weiter mitten im Pulk der Teams, die akut bedroht sind. Fast nicht zu glauben: Werder, vor nicht langer Zeit selbst noch tief im Keller, hat nun gute Aussichten auf die internationale Qualifikation. Der FCI unterlag nach zuvor drei Siegen in Serie 0:3 beim VfL Wolfsburg und hat den Relegationsplatz bei vier Punkten Rückstand wieder ein wenig aus den Augen verloren.

Für diese Konstellation haben die beiden Heimsiege der punktgleichen Teams des FC Augsburg und des FSV Mainz 05 gesorgt. Dadurch hat der Tabellen-16. Augsburg schon 32 Punkte. Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler, dessen Team nach dem 0:0 gegen den FC Bayern München auch noch nicht aus dem Schneider ist, sieht ein ganz enges Rennen voraus: »In diesem Jahr brauchst du 40 Punkte.«



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