12. November 2017, 22:46 Uhr

Afrika-Trio löst WM-Tickets

12. November 2017, 22:46 Uhr

Jubel in Marokko, tiefe Enttäuschung bei Marc Wilmots mit der Elfenbeinküste und Krawalle in Belgien: Marokkos Rückkehr auf die WM-Bühne nach 20 Jahren hat zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst. Während Trainer Hervé Renard und seine Spieler das WM-Comeback durch den 2:0-Auswärtssieg in Abidjan beim Afrikameister von 2015 ausgelassen feierten, kam es im über 7500 Kilometer entfernten Brüssel zu heftigen Ausschreitungen, bei denen in der Nacht zu Sonntag 22 Polizisten verletzt wurden.

Randalierer setzten kurz nach dem Abpfiff im Zentrum der belgischen Hauptstadt Autos in Brand und schlugen Schaufenster ein. Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen. »Inakzeptable Aggressionen im Zentrum von Brüssel«, twitterte der belgische Innenminister Jan Jambon am Sonntag. »Das Zusammenleben setzt Respekt voraus, auch für die Polizisten, die sich Tag und Nacht für unsere Sicherheit einsetzen.« Festgenommen wurde laut Polizeiangaben zunächst niemand. An den Krawallen waren rund 300 Menschen beteiligt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein und wollte Bilder von Überwachungskameras auswerten. In Brüssel leben viele Einwanderer aus Marokko.

Durch Tore von Nabil Dirar (25. Minute) und des ehemaligen Bayern-Verteidigers Mehdi Benatia (30.) löste Marokko am Samstag im Gruppenfinale bei der Elfenbeinküste zum fünften Mal nach 1970, 1986, 1994 und 1998 das WM-Ticket. »Es war an der Zeit, diese Geschichte fortzuschreiben. Die Spieler haben das hervorragend gemacht. Das WM-Comeback wird außergewöhnlich, das ist ein unvergesslicher Moment«, sagte der französische Trainer Renard. Ganz anders war die Stimmungslage bei Ex-Bundesligaprofi Wilmots: Den Belgier könnte das Scheitern mit der Elfenbeinküste, die damit die vierte WM-Teilnahme in Serie verpasste, den Job kosten. »Das ganze Land ist enttäuscht«, sagte Wilmots.

Jubel gab es in Tunesien. Dem Team von Trainer Nabil Maaloul reichte ein 0:0 gegen Libyen, um sich nach 1978, 1998, 2002 und 2006 zum fünften Mal für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Bereits am Freitag hatte Senegal das WM-Ticket gelöst. Das erfreute auch Staatspräsident Macky Sall. »Sie haben mit Mut und Entschlossenheit die Nationalflagge gehisst«, würdigte er die Kicker von Nationaltrainer Aliou Cissé, der 2002 bei der ersten WM-Teilnahme als Spieler dabei war. »Das ist ein großer Moment«, sagte Cissé.

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