27. September 2017, 22:26 Uhr

1. FC Köln setzt auf seine Fans

27. September 2017, 22:26 Uhr
Kölns Manager Jörg Schmadtke (l.) und Trainer Peter Stöger wären nach dem schlechten Bundesliga-Start gegen Belgrad wohl mit einem Punkt zufrieden. (Foto: dpa)

Hertha BSC und 1899 Hoffenheim begeben sich gleich am 2. Spieltag der Europa League auf eine Abenteuerreise, der 1. FC Köln setzt im ersten Europapokalheimspiel nach 25 Jahren auf seine Fans. Nach dem verpatzten Start in der Fußball-Bundesliga kündigt FC-Manager Jörg Schmadtke für das hitzige Duell mit Roter Stern Belgrad am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) eine Reaktion an. »Wir müssen da jetzt durch. Selbstmitleid oder Selbstaufgabe sind keine Option«, sagte Schmadtke – und betonte: »Wir greifen wieder an.«

Angreifen wollen auch die Hertha und Hoffenheim, die wie die Rheinländer ebenfalls auf den ersten Sieg im zweiten Europa-League-Spiel hoffen. Die beiden Bundesligisten treten bei weitgehend unbekannten wie exotischen Clubs an. Während die Berliner parallel zu den Kölnern beim schwedischen Club Östersunds FK ran müssen, spielen die Hoffenheimer am Donnerstagabend (21.05 Uhr) beim bulgarischen Oligarchen-Verein Ludogorez Rasgrad.

»Rasgrad hat ähnliche Voraussetzungen wie ein Bundesligist: ein sehr moderner Verein mit einem riesigen Camp und einer entwicklungsfähigen Mannschaft«, sagt der frühere bulgarische Nationalspieler und Stuttgarter Profi Krassimir Balakow. Hoffenheim muss sich in der nur 8000 Zuschauer fassenden Ludogorez-Arena mit einem bunt zusammengesetzten Team auseinandersetzen: Zum Kader des Clubs, der dem Geschäftsmann Kiril Domustschiew gehört, zählen unter anderem zehn Brasilianer, ein Argentinier, zwei Rumänen, ein Ukrainer, ein Pole, ein Niederländer, ein Kongolese sowie ein Profi aus Madagaskar.

»Unser Ziel: Wir wollen die Gruppenphase in der Europa League überstehen«, sagte TSG-Sportchef Alexander Rosen. Alles andere als ein Sieg in Bulgarien wäre für den Bundesliga-Zweiten ohnehin eine herbe Enttäuschung.

Ähnliches gilt auch für die Hertha, die als klarer Favorit in die schwedische Provinz gereist ist – dort aber ungewöhnliche Bedingungen vorfindet. Die holzvertäfelte Jämtkraft Arena von Östersund erinnert an ein Architektur-Schmuckkästchen, der Coach der Schweden lässt sein Team gerne Ballett tanzen – und auf dem ungeliebten Kunstrasen droht eine gefährliche Stolperfalle.

»Es ist für uns ein unangenehmer Gegner. Für sie ist es bestimmt das Spiel des Jahres«, warnt Hertha-Coach Pal Dardai vor dem zweiten Gruppenspiel. »Wir müssen aufpassen: Kunstrasen, andere Wetterbedingungen, darauf muss man sich kopfmäßig einstellen. Dieses Spiel wird wehtun.« Und auch die Hertha steht nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Athletic Bilbao in Östersund schon unter Druck.

Polizei mit Großaufgebot

Für Köln verlief der Europa-League-Auftakt mit dem 1:3 beim FC Arsenal ebenfalls nicht ideal, wenn auch die Niederlage nicht überraschend kam. Gegen Roter Stern wäre der Tabellenletzte der Bundesliga, der unter anderem ohne den verletzten Nationalspieler Jonas Hector auskommen muss, wohl schon mit einem Punkt zufrieden. Immerhin reisen die Serben als ungeschlagener Tabellenführer der heimischen Liga an.

Das ist die sportliche Herausforderung. Die andere heißt: mögliche Krawalle zu verhindern. Die Kölner Polizei wird das Spiel gegen Belgrad mit einem Großaufgebot von mehr als 2000 Beamten zu sichern versuchen. Auch Wasserwerfer sollen eingesetzt werden. Die Polizei rechnet mit einem Marsch Belgrader Fans Richtung Stadion, bei dem viel Alkohol konsumiert und Pyrotechnik gezündet werden könnte.

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