16. November 2010, 19:14 Uhr

Kein Alkohol mehr: Neubeginn im Jugendraum

Wöllstadt (udo). Nachdem der Jugendraum unter dem Kindergarten in Nieder-Wöllstadt im September 2009 nach übermäßigem Alkoholkonsum der Nutzer, Zerstörungen und häufigen Beschwerden aus der Nachbarschaft geschlossen worden war, kam am Montag der Sozialausschuss zusammen, um über die Möglichkeit einer Wiedereröffnung zu beraten.
16. November 2010, 19:14 Uhr
Bier und andere alkoholische Getränke sind künftig tabu. (Foto: dapd)

Wöllstadt (udo). Nachdem der Jugendraum unter dem Kindergarten in Nieder-Wöllstadt im September 2009 nach übermäßigem Alkoholkonsum der Nutzer, Zerstörungen und häufigen Beschwerden aus der Nachbarschaft geschlossen worden war, kam am Montag der Sozialausschuss zusammen, um über die Möglichkeit einer Wiedereröffnung zu beraten.

Sitzungsleiter Heinz Feuerbach (CDU) konnte wegen des brisanten Themas auch zahlreiche Jugendliche im Ober-Wöllstädter Rathaus begrüßen. Ergebnis der konstruktiven Sitzung war, dass dem Elternverein, der die Trägerschaft übernommen hat, nicht gekündigt wird. Er soll nun erst einmal den Raum wie versprochen in Ordnung bringen. Dann will der Magistrat den Jugendraum besichtigten und ihn anschließend mit einer neuen Hausordnung wieder eröffnen.

Bürgermeister Alfons Götz (CDU) erläuterte die Überlegungen des Gemeindevorstands, der die Vorschläge des Elternvereins berücksichtigt habe. In der modifizierten Hausordnung seien die Bestimmungen des Jugendschutzes stärker berücksichtigt worden. Länger dauerten die Verhandlungen darüber, ob Alkohol verboten sein soll. Bürgermeister Götz warnte dabei vor der »Katastrophe«, die einträte, wenn jemand mit Alkoholvergiftung abtransportiert werden müsse. Daher bestehe künftig generelles Alkoholverbot. Sebastian Briel (FWG) konnte sich mit seinem Vorschlag, Radler und Bier zu erlauben, nicht durchsetzen. Götz erinnerte daran, dass der Jugendtreff gerade wegen des »erheblichen Konsums von Alkohol« geschlossen worden sei.

Die Debatten mit dem Elternverein hätten sich jetzt über ein Jahr hingezogen. Deshalb fragte Thomas Hein (CDU) auch nach der Zusammensetzung des Elternvereins: »Wir wollen nicht wieder ins offene Messer laufen.« Briel bedauerte die Vorbehalte einiger Christdemokraten gegenüber dem Elternverein, doch Hein konterte: »Vor der Schließung ist in der Verantwortung des Vereins massiv gegen geltendes Recht verstoßen worden, was Alkohol und Drogen betrifft.« Das Nichtstun des Vereins habe ein Jahr lang die Jugendarbeit blockiert. Hein belegte mit Fotos, dass die Schäden am Raum immer noch nicht beseitigt seien, und fragte: »Welche Garantie geben die Leute, die damals einen demolierten Raum zurückließen, dass es jetzt besser wird?« Der Elternverein schiebe immer die Jugendlichen vor.

Anregungen zur Verbesserung der Situation folgten. So soll nur noch an zwei Tagen in der Woche offen und um 22 Uhr Schluss sein. Auch soll das Gespräch mit den Nachbarn gesucht werden. Konsens war, dass der Raum vor der Wiedereröffnung komplett in Ordnung gebracht werden muss. Wiederholt wiesen Anwesende auf die bisherigen Probleme mit dem Elternverein hin, der in den letzten Jahren viel Vertrauen verspielt habe. Beigeordneter Theodor Götz (CDU) rügte, dass seitens des Elternvereins immer nur Versprechen gemacht worden seien.

Heinz Feuerbach riet, verlorenes Vertrauen wieder zu erwerben. Er lobte die konstruktive Sitzung ohne parteipolitische Dispute.



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