12. Februar 2010, 21:34 Uhr

Wöllschter Weiber wollen’s wieder wissen

Wöllstadt (har). Sie ist schon etwas Besonderes, die Weiberfassenacht im Nieder-Wöllstädter Bürgerhaus. Zum 16. Mal luden die Heppedies des Turnvereins und die Concordia-Sängerinnen ihre Geschlechtsgenossinnen zum »Weiber-Event« ein - und einmal mehr war der Saal am Donnerstag proppenvoll.
12. Februar 2010, 21:34 Uhr
Bühnenreif: Der Afrika-Tanz der »Ü-40-Truppe« im Bürgerhaus.

Dass über 50 Frauen aus zwei Vereinen für einen einzigen Auftritt Reden schreiben, Kostüme schneidern und Tänze einstudieren, ist nur eine von vielen Besonderheiten der Wöllstädter Ausgabe der Weiberfassenacht. Zu der kamen auch Abordnungen der Karbener Weiberfassenacht, der Rosbacher Hasenspringer und des »Wöllschter Narrenclubs«.

Außergewöhnlich gut war die Stimmung im Saal schon lange vor Programmbeginn - und dafür sorgte ausgerechnet ein Mann: Martin Winter schaffte es spielend, die Mädels zum Schunkeln und Klatschen zu bringen, und drei »Animierdamen« zeigten vor geschlossenem Bühnenvorhang die korrekten Bewegungsabläufe zu den Mitmachklassikern wie dem »Fliegerlied« und der »Roten Kuh«. Da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die Stimmung steigerte sich beim Programmauftakt durch den Concordia-Chor, der singend das Motto des Abends verkündete: »Hier in Wöllstadt ist heut’ Weiberfassenacht, da wird heut’ viel gelacht«. Und auch beim Kultsong »Wenn die Weiberfassenacht ruft« sangen alle lautstark mit.

Bemerkenswert ist der Verzicht auf einen Elferrat, denn durch das Programm führte wie jedes Jahr Anja Hübl - und wie jedes Jahr schlüpfte sie in eine andere Rolle. Am Donnerstag war es der Wikingerjunge Wickie, der mit Hörner auf dem Kopf, unzähligen Witzen und spontanen Einlagen überzeugte.

Die acht jungen Heppedies huldigten dem »King of Pop«, bevor sie bei ihrem zweiten Auftritt als fesche »Baywatch-Girls« in knappen roten Kleidern begeisterten. Doch auch die etwas reiferen Frauen bewiesen, dass sie einiges drauf haben. Zu bekannten russischen Liedern tanzte die Garde mit dem wohl höchsten Altersdurchschnitt aller Fastnachtssitzungen im Kreis: Die »Dschingis-Khan-Truppe« wurde enthusiastisch gefeiert - wie alle Akteure an diesem Abend.

Das galt auch für den »Afrika-Tanz« der »Ü-40-Truppe«. Die meisten Akteurinnen waren am Abend mehrfach im Einsatz, so auch bei der Hitparade mit den Beach Boys, Klaus Lage und Lady Gaga, die sensationell von Inge Freitag gedoubelt wurde.

Einen nicht alltäglichen Heiratsantrag machte ein smarter Geschäftsmann (Elke Blum) einer Punkerin (Gisela Radskowski), genauestens beobachtet von deren Mutter (Simone Wolf). In ihrer Paraderolle als »Hausmeister Karl« glänzte Blum später erneut. Erstmals mit dabei war »Ehefrau Hedwig« (Natascha Sauermann). Während der kranke Karl vom Bett aus seine Kommentare abgab, erzählte Hedwig im schönsten Platt von ihrem Ehealltag, was immer wieder zu »Uiuiui«-Gesängen führte.

In ferne Länder entführten die Melodies die Besucherinnen: Die Stewardessen Andrea und Sonja moderierten den musikalischen »Schlager-Flug« nach New York, Mexiko und Mallorca. Beim Ballermann-Hit »Joana« standen viele auf den Stühlen. Die Überraschung des Abends gelang jedoch Julie Päutz, Verena West, Lisa Kath und Nina Gebauer: Zum ersten Mal standen die tratschenden und Reisigbesen schwenkenden Putzfrauen auf der Bühne. Dabei erzählten sie sich nicht gerade Stubenreines in ihrer Besenkammer. Mit einem »Schrubberlied« setzte das Quartett einen umjubelten Schlusspunkt.

»Polizistinnen« bedienen die Gäste

Eine feste Institution sind »Gertrud und Mariechen«. Einmal mehr sorgten Annette Schmitt und Ulrike Geiling als tratschende Altweiber mit »Alzheimer-Bulimie« und »Schleuderdrama« auch zu später Stunde für Beifallsstürme. Mit dem »Fliegerlied« zum Finale endete das närrische Treiben der Weiber, die im bunt geschmückten Saal von hübschen »Polizistinnen« bedient wurden. Diese entpuppten sich bei näherem Betrachten als die Concordia-Männer, die dafür ebenso viel Beifall erhielten wie das Team um Jens Häuser, das für tollen Sound und Licht gesorgt hatte. Mit einer großen Polonaise wurden dann die wartenden Männer in den Saal geholt, und bis in den frühen Morgen hinein wurde gemeinsam gefeiert.

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