29. September 2016, 18:23 Uhr

Saranka Schäfer auf dem Weg zu Dieter Bohlen

Wöllstadt (vpf). Vor bissigen Kommentaren von Dieter Bohlen hat Saranka Schäfer keine Angst. Die Nieder-Wöllstädterin ist auf dem besten Weg, ihren Traum zu erfüllen: Sie nimmt an der Castingsendung »Deutschland sucht den Superstar« teil.
29. September 2016, 18:23 Uhr
Stolz präsentiert Saranka Schäfer in ihrem Garten in Nieder-Wöllstadt ihr Ticket in die nächste Runde der Castingsendung »Deutschland sucht den Superstar«. (Fotos: vpf/dpa)

Gesungen habe sie eigentlich schon, seit sie denken kann, sagt Saranka Schäfer, »meistens allerdings nur mit der Bürste vorm Spiegel«. Auf die Idee, vor Publikum aufzutreten, sei sie erst durch ihre Gesangslehrerin aus Alzey gekommen. Ihre Mentorin, wie sie heute sagt: »Es war, als hätte sie einen Schlüssel, der meine Stimme befreit. Sobald meine Gesangslehrerin dabei war, konnte ich singen.« Die Stunden bei ihr habe sie privat genommen, als sie ihre Musical-Ausbildung an der »Stage and Musical School« in Frankfurt begonnen hatte, um über den Unterricht hinaus noch mehr zu üben. Auf den großen Bühnen zu stehen, habe sie sich zwar immer gewünscht, aber: »Es war eher ein stiller Traum.«

Der Konkurrenzkampf in der Schule habe ihr sehr zugesetzt, Selbstzweifel geschürt:, sagt Schäfer »Ich habe immer gedacht, andere sind besser als ich.« Schließlich trat die eine Person in ihr Leben, die alles verändert hat: Sarankas Partner Tobias. Er habe ihr Mut gemacht, ihr gut zugesprochen. Durch ihn wagte sie etwas, das sie früher höchstens im Traum getan hätte: Sie füllte die Bewerbung für die RTL-Castingsendung »Deutschland sucht den Superstar« aus.

Mit Silbermond-Lied begeistert

Dieser schicksalhafte Schritt war es, der es Sarankas Gesangslehrerin hoffentlich bald ermöglicht, ihre Schülerin im Fernsehen zu bewundern. Ein Anliegen, das der Nieder-Wöllstädterin im Moment ganz besonders am Herzen liegt, denn vor kurzer Zeit erlitt ihre Gesangslehrerin einen Schlaganfall. Ein Grund mehr für Saranka, alles zu geben: »Ich möchte sie stolz machen.«

Fast vier Monate hat es gedauert, bis endlich die heiß ersehnte Antwort auf die Bewerbung im Briefkasten gelegen hat, erinnert sich die 24-Jährige. Als sie den Umschlag öffnete, habe sie es kaum glauben können, sagt sie strahlend: »Ich wurde tatsächlich eingeladen.« Der erste Schritt in Richtung Superstar sei jedoch ganz anders gewesen, als man es sich vorstelle: »Das Vor-Casting fand in Frankfurt statt, dort musste man in Trucks vorsingen.« Dieter Bohlen und Co. hätten dabei ebenso gefehlt wie Kameras. Spaß habe es trotzdem gemacht. Und das Wichtigste: Sarankas Interpretation von »Das Beste« von Silbermond hat der Jury so gut gefallen, dass sie direkt in die nächste Runde nach Köln eingeladen wurde. Auch dort überzeugte die Nieder-Wöllstädterin auf ganzer Linie und wurde vorbereitet auf die TV-Aufzeichnung mit der »richtigen Jury« im November. »Es war aufregend dort, überall haben Leute kreuz und quer ihre Lieder einstudiert, man wurde von einem Raum in den nächsten geschickt.« Der Konkurrenzkampf, der Saranka Schäfer während ihrer Ausbildung so zu schaffen gemacht hatte, kündigte sich jedoch auch hier bereits an: »Viele versuchen, dich zu verunsichern oder aus dem Konzept zu bringen. Davon lasse ich mich aber heute nicht mehr beeindrucken.«

Bislang liefen keine Kameras mit, doch ab dem nächsten Schritt wird alles aufgezeichnet. Damit hat Saranka Schäfer jedoch kein Problem: Die 24-Jährige, die sich trotz ihrer Schönheit eher als schüchtern und zurückhaltend beschreibt, hat schon einmal eine Statistenrolle bei »Familie im Brennpunkt« gespielt. Außerdem singt sie hin und wieder auf Hochzeiten, anderen Festen oder auf kleinen Bühnen – im Mittelpunkt zu stehen, ist der 24-Jährigen also nicht ganz fremd. »Als ich aber unterschreiben musste, auch mit versteckter Kamera gefilmt zu werden, war ich aber schon überrascht.«

Wer in der Jury sitzt und sie beim Casting und – im besten Falle – im darauffolgenden Urlaub bewerten wird, weiß Saranka Schäfer nicht. Der einzige, der sicher dabei sei, sei Jury-Urgestein Dieter Bohlen. Angst habe sie vor ihm nicht: »Ich habe den Eindruck, Dieter Bohlen ist lockerer geworden und nicht mehr so unfair, wie er es vielleicht früher einmal war.« Im Gegenteil respektiere sie ihn für seinen Job bei DSDS. Generell könne sie den schlechten Ruf der Sendung nicht nachvollziehen. »Natürlich schaffen es viele Kandidaten nicht, die großen Hallen der Welt zu füllen. Trotzdem wird unheimlich viel in die Kandidaten investiert und die Sendung bietet ihnen Erfahrungen und Möglichkeiten, die sie sonst nie hätten machen können.« Ob Schäfer die Chance hat zu gewinnen, weiß sie nicht: »Mein Ziel ist es, in die Live-Shows zu kommen, um, wenn es möglich ist, meine Gesangslehrerin dorthin mitzunehmen.« Übers Gewinnen mache sie sich bislang keine Gedanken: »Mein Freund spielt Tennis und hat mir einen guten Rat gegeben: Du musst immer von Runde zu Runde denken und versuchen, in jeder Runde dein bestes Spiel zu spielen.« Das habe sie sich zum Motto genommen, um ihren stillen Traum vielleicht Wirklichkeit werden zu lassen.



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