22. Dezember 2010, 19:54 Uhr

Kötter: Bauhof beim Schneeräumen am Limit

Wölfersheim (en). Der Schnee ist überall Gesprächsthema - Wölfersheim macht da keine Ausnahme. Bürgermeister Rouven Kötter hat zwar noch nicht den Notstand ausgerufen, aber schon mal seinen Weihnachtsurlaub unterbrochen. Gestern zog er eine erste Bilanz, nachdem sich etliche Bürger, vor allem Anwohner von Nebenstraßen, bei der Verwaltung über die schleppende Räumung beklagt hatten.
22. Dezember 2010, 19:54 Uhr
Schneeberge wie schon lange nicht mehr, parken fast unmöglich: So wie in der Kölner Straße sieht es in vielen Wohn- und Nebenstraßen in Wölfersheim (und anderswo) aus. (Foto: mey)

Wölfersheim (en). Der Schnee ist überall Gesprächsthema - Wölfersheim macht da keine Ausnahme. Bürgermeister Rouven Kötter hat zwar noch nicht den Notstand ausgerufen, aber schon mal seinen Weihnachtsurlaub unterbrochen. Gestern zog er eine erste Bilanz, nachdem sich etliche Bürger, vor allem Anwohner von Nebenstraßen, bei der Verwaltung über die schleppende Räumung beklagt hatten.

»Die Schneemassen sorgen dafür, dass der Verkehr stark eingeschränkt ist. In den Seitenstraßen, die vom Bauhof nicht geräumt werden, haben die Autofahrer Schwierigkeiten, voranzukommen, zu parken oder in Einfahrten hinein zu fahren«, räumt Kötter ein. Solche Schneemassen wie in den vergangenen Tagen seien aber auch »absolut außergewöhnlich«.

Kötter weiter: »Wir sind sowohl personell als auch materiell nicht in der Lage, die Straßen so zu räumen, dass überall komfortabel gefahren werden kann. Die Mitarbeiter vom Bauhof sind komplett im Einsatz, um gefährliche Kreuzungen, Bushaltestellen und andere Gefahrenpunkte zu bearbeiten.« Im vergangenen Winter seien schon rekordverdächtige 61 Tonnen Salz im Wert von fast 12 000 Euro gestreut worden - jetzt sei man schon bei 30 Tonnen. Die Bauhofmitarbeiter seien im kalten Winter 2009/10 rund 1250 Stunden lang im Einsatz gewesen. Zusammen mit den Materialkosten komme man damit auf rund 100 000 Euro für den Winterdienst.

Aus dieser Erfahrung habe die Gemeinde bereits Lehren gezogen und eine größere Menge Streusalz bestellt. Außerdem habe man ein zusätzliches Räumschild und ein entsprechendes Fahrzeug für über 30 000 Euro geordert.

Allerdings habe es Verzögerungen gegeben, das Räumschild sei noch nicht geliefert worden. Zu allem Übel sei ein älteres Fahrzeug während des Winterdienstes wegen eines Defektes ausgefallen. Private Unternehmer seien als Unterstützer beauftragt, und die Gemeinde plane, mit einer Nachbarkommune (im Gespräch ist Reichelsheim, eventuell kommt Münzenberg mit ins Boot) ein gemeinsames Salzsilo anzuschaffen, um noch unabhängiger von Lieferungen und Preisentwicklungen zu sein.

Kötter warnt jedoch davor, diese Investitionen als Lösung aller Probleme zu betrachten: »Das Schieben mit dem Schneeschild sorgt zwar dafür, dass die Straßen zunächst frei sind, es führt jedoch zu anderen Problemen. Die Einfahrten und Bürgersteige werden zugeschoben, Parkmöglichkeiten werden minimiert.« Dennoch wolle man damit die Gefahrenquellen weiter minimieren.

Es werde aber auch in Zukunft nicht leistbar sein, alle Straßen in der Gemeinde vom Schnee zu befreien. Kötter: »Ich verstehe den Unmut vieler Bürger, bitte jedoch auch um Verständnis.« Er appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, vorsichtig zu sein und die Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen anzupassen.

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