17. Mai 2010, 17:58 Uhr

Berstädter lassen sich im Markwald verwöhnen

Wölfersheim-Berstadt (sto). Ganze Wälder legte in der Nacht zum 1. März 1990 der Orkan »Wiebke« nieder - allein im 300 Hektar großen Markwald Berstadt fielen 36 000 Festmeter Holz. Viele Berstädter halfen in den folgenden Jahren beim Aufräumen. Inzwischen hat sich der Wald erholt, in ökologischer und auch in finanzieller Hinsicht. Für den Sonntag hatte der Markvorstand zum Dankeschön-Fest eingeladen.
17. Mai 2010, 17:58 Uhr
Macht Kindern Spaß: die Waldolympiade.

Wölfersheim-Berstadt (sto). Ganze Wälder legte in der Nacht zum 1. März 1990 der Orkan »Wiebke« nieder - allein im 300 Hektar großen Markwald Berstadt fielen 36 000 Festmeter Holz. Viele Berstädter halfen in den folgenden Jahren beim Aufräumen. Inzwischen hat sich der Wald erholt, in ökologischer und auch in finanzieller Hinsicht. Für den Sonntag hatte der Markvorstand zum Dankeschön-Fest eingeladen.

Rund 250 Bürger hatten sich am Waldeingang eingefunden, darunter Pfarrerin Kerstin Tonn, die Jagdpächter Artur Dieffenbach und Norbert Kammer, Peter Paul Warenbruch für die Ovag, der Gemeindebeigeordnete Manfred Sauer und Echzells Bürgermeister Dieter Müller. Schließlich gehört der Markwald Berstadt zur Gemeinde Echzell, obwohl der Haupteigentümer die Gemeinde Wölfersheim ist.

Zu drei Rundgängen teilte sich die Gruppe auf. Den jüngsten Gästen erläuterte Jürgen Krause, Wildpädagoge von Hessen-Forst, das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen in den Wäldern, wobei sich die Kleinen als interessierte Forscher entpuppten.

Die beiden anderen Touren standen unter der Leitung von Revierförster Reinhard Käther und des Niddaer Forstamtsleiters Bernd Reißmann, die beide die Entwicklung des Markwalds seit dem Sturm anhand von Waldbildern aufzeigten und auf den Forst der Zukunft blickten.

Förster Käther führte die längste Tour zum Dauernheimer Berg. Dort waren wertvolle Buchenbestände vernichtet worden, dort hatten sich die Berstädter Vereine im Sommer 1990 in besonderer Weise engagiert. Vorhanden ist hier wieder ein geschlossener Laubwald, der von Restbäumen der vorherigen Generation überragt wird.

Aktuelle Windwurfschäden fanden die, die sich dem Forstamtsleiter angeschlossen hatten: Auf den Tag genau 20 Jahre nach »Wiebke« hatte »Xynthia« in den Fichtenbeständen an der Teichschneise und oberhalb des Karlsteichs gewütet. Das Holz ist aufgrund der aktuell großen Nachfrage nach Nadelholz auch schon verkauft.

Der Bedarf der Wirtschaft an Nadelholz stehe der gewünschten Reduzierung der Fichte in der Region entgegen, merkte Reißmann an und wies auf die forstwirtschaftlich interessante Douglasie hin, dank Standfestigkeit und geringerem Wasserbedarf. Einige gebe es auch im Markwald. Lob hatte der Forstamtsleiter für die Birke parat, die sich wegen ihrer Verwendung im Möbelbereich sogar zum Edellaubholz entwickele. Mit der Erle befinde sich ein weiterer Edellaubbaum im Markwald.

Die Aufforstung einer einst feuchten Wiese habe am westlichen Waldrand einen kleinen Auenwald entstehen lassen, den einzigen in Hessen nach der Grundwasserabsenkung im Ried. Somit sei das Areal auch Anschauungsobjekt für Forstamtsstudenten.

Alle drei Touren endeten an der Waldhütte, wo der Markwaldvorstand zum Erbseneintopf und später zu Kaffee und Kuchen einlud. Dort war auch Start und Ziel der Waldolympiade, zu der die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ortsgruppe Nidda, eingeladen hatte.

Wildtiere zum Anfassen hatte Adam Strecker (Ranstadt) mitgebracht; und zwar verletzte oder geschwächte Fledermäuse, die in Münzenberg bei Sabine Tinz aufgepäppelt werden.

Zudem hatte die Ovag ihren Wasserhochbehälter geöffnet. Von dort wird das in Inheiden geförderte Trinkwasser in den Raum Frankfurt geleitet. (Fotos: Storck)

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