14. Oktober 2015, 18:33 Uhr

Kartoffelfest wird immer beliebter

Wölfersheim-Wohnbach (sto). Der Arbeitskreis hatte sich auf mehr Besucher eingestellt, zu recht. Das Kartoffelfest in Wohnbach hat sich rumgesprochen, wird immer beliebter. Rund 300 Besucher ließen sich dort am Wochenende Gerichte rund um die Knolle schmecken, zudem tanzten die Landfrauen, wurde auch ein Vortrag gehalten.
14. Oktober 2015, 18:33 Uhr
Die Helfer rund um den Arbeitskreis Dorferneuerung haben beim Kartoffelfest ganz schön viel zu tun. Was für’s Auge bieten Wohnbacher Landfrauen, die Volkstänze aufführen.

»Vereinsarbeit ist immer auch eine Tätigkeit, um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen zu stärken. Wenn man dann noch eine große Resonanz bei Veranstaltungen bekommt, ist das umso erfreulicher«, strahlte Christel Eiser, die Vorsitzende des Arbeitskreises Dorferneuerung (AKD) Wohnbach. Einmal mehr war das vom AKD veranstaltete Kartoffelfest am Sonntag ein voller Erfolg. Ein Zentner Kartoffeln, zwölf Kilogramm Gemüse und 5,5 Kilogramm Dörrfleisch wanderten vom Kessel vor der Turnhalle in die Mägen der Besucher. Außerdem 30 Kilo Pellkartoffeln mit Hausmacherwurst, die inmitten von Suppe und Salat so etwas wie das Gravitationszentrum der Speisekarte waren. Bereits vor der Mittagsstunde standen die Menschen Schlange. »So um die 200 Gäste dürften es in der Spitzenzeit gewesen sein«, schätzte Christel Eiser. Die Gesamtbesucherzahl – später gab es noch Kaffee und Kuchen – schätzte sie auf rund 300.

Während die Besucher Kartoffelgerichte verzehrten, unterhielten die »Guten Jahrgänge« mit Volkstänzen. Die Tanzgruppe der Wohnbacher Landfrauen wird von Evelyn Grenzebach geleitet. Sehr interessant war ein Vortrag von Winfried Gramatte, der über die Kartoffel referierte. 5500 Sorten würden weltweit angebaut. Die Zucht einer neuen Sorte vollziehe sich im Treibhaus durch Handbestäubung und dauere zehn Jahre. Dann werde sie angemeldet und zwei Jahre lang im Feldanbau getestet, ehe sie gegebenenfalls als Anbau- und Handelsware zugelassen werde.

Ein Prozent für Hochprozentiges

Geerntet werde je nach Sorte von Juni bis Oktober. Als Kellerkartoffel eigneten sich am besten die späten Sorten. Die Wohnbacher Felsenkeller seien im 18. Jahrhundert im Zuge des Kartoffelanbaus entstanden, sagte Gramatte. Nach Europa war die südamerikanische Frucht durch die Entdeckung Amerikas gelangt. Nachgewiesen wurde sie in Deutschland erstmals um 1600, allerdings zunächst nur als Zierpflanze. Erst 150 Jahre und viele Hungersnöte später kam man hierzulande auf den Geschmack der Knolle.

Spitzenverbraucher seien heute die Russen gefolgt von der Ukraine, wo 200 Kilogramm pro Kopf und mehr im Jahr verzehrt würden. Die Deutschen rangierten mit 63 Kilogramm pro Kopf im Jahr unter dem EU-Durchschnitt, der bei 73 Kilogramm liege. 40 Prozent der in Deutschland geernteten Erdäpfel sind Speisekartoffeln. Ferner wird die Knolle zu Klößen, Püree etc. (17 Prozent) oder Stärke (10 Prozent) verarbeitet oder als Futterkartoffel (5 Prozent) verwendet. Nicht zu vergessen: Schnaps. Allerdings wird in Deutschland nur ein Prozent der Ernte für Hochprozentiges verwendet.

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