07. Oktober 2015, 10:03 Uhr

Ein Hauch von internationalem Flair

Wölfersheim (sto). Slowakische Volkslieder, französische Chansons und Rockmusik erklangen am Freitag im Wölfersheimer Gemeindesaal. Rund 60 Besucher aus den Partnerstädten Rabca (Slowakei) und L’Isle-sur-le-Doubs (Frankreich) waren zu Gast, um mit den Wölfersheimern den Tag der Deutschen Einheit im Zeichen der europäischen Freundschaft zu feiern.
07. Oktober 2015, 10:03 Uhr
Die Bürgermeister (v. l.) Július Piták (Slowakei), Rouven Kötter und und Rémy Nappey (Frankreich) weihen im Beisein zahlreicher Bürger den Platz der Freundschaft ein.

Als Zeichen ihrer Verbundenheit weihten die Bürgermeister den »Platz der Freundschaft« ein.

Wochenlang hatten sich der Partnerschaftsverein und engagierte Bürger auf den Besuch vorbereitet. Groß war die Freude bei der Ankunft der Freunde aus Ost und West, die bei Familien einquartiert wurden. Zur Einstimmung verbrachte man am Freitag einen geselligen Abend im Gemeindesaal, bei dem der Partnerschaftsverein und die Landfrauen für die Verköstigung sorgten. Bürgermeister Rouven Kötter begrüßte die Gäste dreisprachig und überreichte seinem slowakischem Amtskollegen Bürgermeister Július Piták eine Schnitzerei, die den Berg Babia Hora zeigt. Als Übersetzer betätigten sich am Abend die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Anna Küchenmeister, und Florian Helbig.

Bereits um 6 Uhr in der Frühe begannen am Samstag die Vorbereitungen für den Markt der Regionen. Ehe aber Gulasch und etwaige Leckereien auf den Tisch kamen, weihten die Gastgeber und Gäste am Kreisel ihren Platz der Freundschaft ein, den eine von den jeweiligen Landesflaggen umrahmte Stahlstele kennzeichnet. Rund 13 000 Fahrzeuge passieren täglich den Platz der Freundschaft, der die Weltoffenheit der Gemeinde und ihre Solidarität mit den europäischen Nachbarn unterstreichen soll. Gestaltet wurde er vom Bauhof.

Mit Akkordeon und Teufelsgeige

»Der Platz der Freundschaft soll an 365 Tagen im Jahr zeigen, dass es nur einen Weg für dauerhaften Wohlstand und Glück gibt: Frieden und Solidarität der Länder Europas nach innen und außen sowie Freundschaft und Begegnung der Menschen aller Völker«, sagte Rouven Kötter in seiner Rede, die er erneut dreisprachig hielt. Die Bürgermeister Július Piták (Slowakei) und Rémy Nappey (Frankreich) taten es ihm gleich und hielten ihre Reden in ihrer Landessprache und auf Deutsch. Für eine feierliche musikalische Umrahmung sorgte der Gesangverein Berstadt. Zu den Klängen der Europahymne, der »Ode an die Freude«, hissten die drei Bürgermeister die Flaggen, die nun dauerhaft für einen Hauch von internationalem Flair in der Ortsdurchfahrt sorgen.

Nach dem Zeremoniell strömten die Menschen auf den Markt der Regionen, auf dem es nicht nur kulinarisch, sondern auch recht musikalisch zuging. Beispielsweise war Liedermacher Martin Schnur zu hören. Für besondere Angebote sorgten die Slowaken mit Wurst und Käse aus ihrer Heimat sowie mit Gulasch, am Stand der französischen Partnerstadt lockten Käse aus dem Comté und Weine. Wie stets boten auch Direktvermarkter aus der Umgebung ihre Produkte an. Geräucherte Forellen trafen auf frische Flammkuchen und Kürbissuppe, Imkererzeugnisse auf Kunsthandwerk. Angesichts des erweiterten Angebots und des besonderen Charakters des Wochenendes, verzögerte sich das Marktende um zwei Stunden.

Später ging es nach Berstadt, ins Gasthaus Zur Brücke, wo mit deftigen Gerichten bei Blasmusik ein Oktoberfest gefeiert wurde. Die »Uffspill Kapelle« aus Dorn-Assenheim kam besonders gut bei den Slowaken an, die, als die Musiker Feierabend machten, selbst zu Akkordeon und Teufelsgeige griffen. Kurz darauf war das ganze Zelt wieder in Bewegung. Liedtexte wurden übersetzt und teils zweisprachig intoniert, die Feuerwehr brachte die Besucher am Ende eines ausgelassenen Abends zu ihren Gastfamilien.

Tags darauf besichtigten die Gäste den Frankfurter Flughafen, die Franzosen traten von dort aus die Heimreise an, die Slowaken hingegen wollten sich die Kuchen, die die Melbacher Landfrauen vorbereitet hatten, nicht entgehen lassen. Im Gemeindesaal, wo das Treffen der Freunde am Freitag begonnen hatte, ließ man es nun gemütlich ausklingen. (Fotos: sto/pm)

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