18. März 2010, 20:12 Uhr

»Größter Arbeitgeber der Region«

Wetteraukreis/Nidda (geo). 88 Firmen im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen bieten Zeitarbeit an. »Damit sind sie unsere größten Auftraggeber in der Region«, betonte Martin Becker, Teamleiter der Jobkomm. Im Niddaer Bürgerhaus wurde jetzt die dritte Zeitarbeitsbörse veranstaltet. Beteiligt hatten sich elf Unternehmen. Präsenz zeigten sowohl Global Player als in Nischenfunktionen tätige Firmen.
18. März 2010, 20:12 Uhr
Pressesprecher Johannes Paul im Gespräch mit Norbert Menges, Martin Becker und Andreas Nasev (von links). (Foto: Lori)

Organisiert wurde die Börse von der Bundesagentur für Arbeit zusammen mit der Jobkomm. 50 Berufe wurden angeboten - vom Handwerker über viele andere mehr. Vergleichbare Börsen fanden in der Vergangenheit in Friedberg statt.

Ziel der Börse sei es, Bewerber zu animieren, den »Marktplatz« zu nutzen und jenen Arbeitssuchenden zu Bewerbungsgesprächen zu verhelfen, die davor Scheu haben, sagte Becker. Für Kunden bestehe die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Zeitarbeitsfirmen suchten zunehmend Fachkräfte, die sie »verleihen« könnten.

Die Beschäftigungsverhältnisse seien oft für die Dauer von sechs Monaten befristet - zum Teil sei eine dauerhafte Bindung der Mitarbeiter möglich. 20 bis 30 Prozent der Personen könnten in sozialversicherungspflichtigen Verhältnissen arbeiten. Im Rahmen der Börse wurden 2000 Bewerber aus dem Wetteraukreis im Alter von 18 bis 55 Jahre angeschrieben.

»Die Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen ist sehr gut. Zurzeit haben wir über 100 offene Stellen aus diesem Bereich«, sagte Norbert Menges, Teamleiter des Arbeitgeberbereichs im Wetteraukreis von der Bundesagentur für Arbeit. Hohe Mobilität und Flexibilität seien gefordert. Wie Andreas Nasev von der Geschäftsstelle Büdingen sagte, sei die typische Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht eingetreten. Arbeitgeber des Bauhaupt-und Baunebengewerbes nähmen nur zögerlich Wiedereinstellungen vor.

»Schulungen und Qualifizierungen sind ebenfalls wichtige Themen bei dieser Messe«, sagte Nasev. Menges ergänzte, es bestehe ein hoher Fachkräftebedarf. Peter Sprengel von der Personalberatung Bergwitz wies auf die hohe Arbeitslosenquote bei den Kfz-Mechanikern hin. Sie fänden zunehmend im Metallbereich eine Beschäftigung.

Neue Wege geht auch die seit 2006 in Nidda-Harb ansässige Tuja Zeitarbeit GmbH mit der »Wegebaumaßnahme«. Mitarbeiter im Logistikbereich werden in der Zeit der schwächsten Auftragslage - im Winter - während einer 120-Stunden-Schulung zu Lagerlogistikern ausgebildet.

Gefragt sind Fremdsprachen

Teamleiterin Maren Kraft von der Manpower-Niederlassung in Friedberg sagte, gefragt seien Fremdsprachen in der Businessversion wie Englisch, Französisch oder Spanisch. Zoi Pitiakondi, Geschäftsführerin der Bundesagentur für Arbeit Gießen für den operativen Bereich, informierte über die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk. »Gießen hat deutlich besser abgeschnitten als andere Regionen. Die Unikliniken als großer Arbeitgeber sind unabhängig von der Konjunktur. Wir haben weniger Arbeitslose als im Vorjahr.« 23 000 sind es im kompletten Agenturbezirk. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,3 Prozent«, sagte Pitiakondi.

Eine positive Aussage konnte auch Slavoljub Mesaros-Schanz von der Persoplan Arbeitnehmerüberlassung GmbH Gießen treffen: »Seit Juli 2009 geht es aufwärts. Wir haben viele Anfragen aus allen Bereichen.«



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