25. Januar 2010, 19:32 Uhr

Starke Schneefälle sorgen für Verkehrsbehinderungen in der Wetterau

Wetteraukreis (bk). »Schnee am Montagmorgen, das ist immer eine Katastrophe«, sagte Thomas Espenhain, Leiter der für weite Teil des Wetteraukreises zuständigen Straßenmeister Friedberg, gestern. Wobei das Wort »Katastrophe« mit langen Staus und massiver Beeinträchtigung des Berufsverkehrs übersetzt werden kann. Betroffen waren am Morgen in erster Linie die A 5 und die Straßen, die als Zubringer oder Ausweichstrecken für diese Hauptverkehrsader Richtung Frankfurt dienen.
25. Januar 2010, 19:32 Uhr
Geduldsprobe: Auf der B 455 zwischen Friedberg und Rosbach bilden sich kilometerlange Staus. (Fotos: nic)

Die Polizei in der Wetterau hatte wenig zu tun, wie Sprecher Erich Müller berichtete: »Wo nichts mehr läuft, passiert auch nichts.« Sprich: Weil die Verkehrsteilnehmer langsam fahren mussten, gab es keine schweren Kollisionen, lediglich einige Bagatellunfälle mit Blechschäden. Während der Bahnverkehr im Kreisgebiet fast reibungslos lief, kam es bei den Bussen zu Verspätungen von bis zu 50 Minuten.

 

Von den Schneefällen besonders betroffen war laut Espenhain der Westkreis, im Osten sei deutlich weniger Niederschlag zu verzeichnen gewesen. »Es ging am Sonntag los und schneite am Montagmorgen weiter. Das macht es extrem schwierig, die Straßen freizuräumen«, berichtete der Leiter der Straßenmeisterei. Das galt auch für die A 5, wo die Pendler nach Aussage eines Autobahnpolizei-Sprechers viel Geduld mitbringen mussten. »Die Fahrzeit bis zum Ziel hat sich in etwa verdoppelt. Größere Staus sind eher die Ausnahme, der Verkehr fließt, wenn auch langsam«, sagte ein Sprecher gestern Morgen. In Richtung Frankfurt waren auf der A 5 gegen 11 Uhr mehrere Pflüge im Einsatz, die nebeneinander fuhren und die Autobahn komplett räumen sollten. Dabei kam es zu Behinderungen durch stehende Lkw. Weil die Schneefälle im Lauf des Vormittags aufhörten, hatten sich die Verkehrsverhältnisse auf der A 5 gegen Mittag weitgehend normalisiert.

»An Schnee und Matsch gewöhnt«

Längere Fahrzeugschlangen bildeten sich auf den Bundes- und Kreisstraßen, die als Zubringer zur Autobahn dienen oder als Ausweichstrecken genutzt werden, um Staus auf der A 5 zu umgehen. »Diese Straßen waren ebenso völlig überlastete wie die Zu- und Abfahrten der A 5«, sagte Espenhain. Durch das hohe Fahrzeugaufkommen sei es den Schneepflugfahrern kaum möglich gewesen, dort zu räumen und zu streuen. Zu kilometerlangen Staus kam es beispielsweise auf der B 455 zwischen Friedberg und der Autobahn-Auffahrt bei Rosbach. »Auch der Raum Butzbach ist von winterlichen Straßenverhältnissen und den Begleiterscheinungen immer besonders betroffen«, erklärte Espenhain.

Abgesehen von den Strecken in Richtung Süden, habe es recht wenig Probleme gegeben. »Die Verkehrsteilnehmer haben sich inzwischen an Schnee und Matsch gewöhnt«, betonte der Leiter der Straßenmeisterei. In Sachen Streusalz - teilweise wurde von Nachschubproblemen berichtet - habe sich die Lage trotz des harten Winters entspannt, die Belieferung funktioniere recht gut.

Nach den Worten von Polizei-Sprecher Müller sind fast keine Verkehrsteilnehmer mehr ohne Winterreifen unterwegs. Auf schneeglatten Steigungsstrecken bekämen in erster Linie Autos mit Heckantrieb Schwierigkeiten. »Kommt einer ins Rutschen, hat das Auswirkungen auf den nachfolgenden Verkehr.« Im gesamten Kreisgebiet habe es Beeinträchtigungen gegeben, der Verkehr sei aber nirgends zum Erliegen gekommen.

Zu spät zum Unterricht

Ein positives Fazit zog die Bahn AG: »In der Wetterau lief alles. Zwei, drei Züge hatten fünf oder zehn Minuten Verspätung«, sagte ein Sprecher. Erhebliche Verspätungen mussten dagegen Buskunden in Kauf nehmen. »Alle Unternehmen meldeten große Verspätungen, manche Verbindungen mussten gestrichen werden. Extrem war die Lage zwischen 8 und 8.30 Uhr«, sagte eine Mitarbeiterin der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO). Viele Schüler seien erste zur zweiten Unterrichtsstunde erschienen. Für einen Montagmorgen mit Schneefällen seien solche Beeinträchtigungen allerdings normal. Die Kunden hätten viel Verständnis gezeigt, zumal zeitnah informiert worden sei. »Die Busfahrer haben die Zentrale schnell ins Bild gesetzt, wir konnten den Leuten deshalb früh Bescheid geben, ob ein Bus noch kommt oder ausfällt«, sagte die VGO-Angestellte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Berufsverkehr
  • Erich Müller
  • Polizei
  • Schnee
  • Schneefälle
  • Verkehrsstaus
  • Verkehrsteilnehmer
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.