19. November 2014, 18:48 Uhr

Lieber für Flüchtlinge: FDP gegen Turnhallen-Abriss

Rosbach (pm). Angesichts des Mangels an freien Mietwohnungen hat die Rosbacher FDP angeregt, Flüchtlinge in der alten Sporthalle an der Rodheimer Erich-Kästner-Schule unterzubringen.
19. November 2014, 18:48 Uhr

Ein menschenwürdiges Unterbringen der Flüchtlinge in getrennten Wohneinheiten sei dort möglich, schreibt der Fraktionsvorsitzende Hans-Otto Jacobi. Es sei daher unverständlich, dass die Stadt Rosbach die Turnhalle abreißen lassen will. Stadt und Kreis seien aufgefordert, nicht nur über fehlende Unterkünfte zu klagen, sondern »eine vernünftige Lösung« zu finden. 90 000 Euro seien im Haushalt für den Abriss des Kreis-Gebäudes im Jahr 2016 eingestellt. »Erst 1966 eingeweiht und nun bereits leer stehend, würde somit die in öffentlichem Besitz befindliche Halle nach weniger als 50-jähriger Nutzungszeit dem Boden gleichgemacht«, sagt Jacobi.

Ein effizientes Nutzen der immer knapperen Mittel müsse auch Gebot bei den erforderlichen Baumaßnahmen für die U 3-Betreuung in Rodheim sein. 100 000 Euro seien dafür im kommenden Jahr vorgesehen. Bislang erfolge dieses Betreuungsangebot in den beiden Kindertagesstätten »Regenbogen« und »Alte Schule«. Neue bauliche Auflagen für die Krabbelkinder lägen für beide Standorte vor. Geprüft werden solle daher nach Meinung der FDP, künftig das Betreuen der unter Dreijährigen auf eine Kita in Rodheim zu konzentrieren. Doppelte Investitionen könnten so verhindert werden.

Grundsätzlich sei es Aufgabe der Stadt, angesichts der Haushaltslage nicht nur nach Ideallösungen zu suchen, sondern sich stärker »nach der Decke zu strecken«. Jahr für Jahr gebe es ein deutliches Minus im städtischen Haushalt und steigenden Belastung für die Bürger. Als aktuelle Hiobsbotschaft komme die Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs hinzu, bei der Rosbach als einzige Kommune im Kreis künftig mehr zahlen soll als bisher.

Zusammen mit dem vorhergesagtem schwächelnden Wirtschaftswachstum und geringeren Steuereinnahmen ergeben sich nach Auffassung Jacobis künftig noch angespanntere Haushaltssituationen.



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